Welchen Schatz findest Du im Jazz, Giorgi Kiknadze? – Folge 16

Shownotes

Was macht diese Musik für Dich so besonders?

In dieser Folge sprechen wir mit Giorgi Kiknadze – Bassist, Komponist und Dozent.

Ein Gespräch über Jazz als Ausdruck, als Freiheit –
und als etwas, das man nie „fertig“ lernen kann.

Denn im Jazz geht es nicht nur darum, Stücke zu spielen.
Sondern darum, zu verstehen, wie sie funktionieren.
Zusammenhänge zu erkennen.
Und aus wenigen Bausteinen etwas Eigenes zu erschaffen.

Oder, wie Giorgi es beschreibt:
Jazz ist wie eine Schatzkiste.
Du kannst sie immer wieder öffnen –
und jedes Mal etwas Neues darin entdecken.

In unserem Gespräch geht es u.a. um:

🎷 warum Jazz-Standards wie ein „Lego-System“ funktionieren
🎶 wie man mit II-V-I-Verbindungen und Turnarounds wirklich arbeitet
🌀 warum man nicht 100 Stücke braucht, sondern Verständnis
🧠 wie man sich in dieser „Schatzkiste“ orientiert
✨ und warum Offenheit entscheidend ist, um Musik wirklich zu erleben

Außerdem sprechen wir über:

Free Jazz und warum er für viele so schwer zugänglich ist
die Balance zwischen künstlerischem Ausdruck und Publikum
warum Musik manchmal tatsächlich wie Medizin wirken kann

Diese Folge ist für alle, die Jazz nicht nur spielen wollen –
sondern verstehen möchten, was wirklich dahinter steckt.

Du möchtest Deinen Saxophon-Sound verbessern und authentisch improvisieren lernen?
🎷 Cool Jazz Styles (Lorenz Hargassner): https://www.cooljazzstyles.com

Du möchtest systematisch lernen, wie Du Dich frei am Klavier ausdrücken kannst?
🎹 Jazz Piano Academy (Anja Mohr): https://www.jazzpianoacademy.de

🌀 Jazz Life Podcast – über Musik, Lernen & innere Freiheit.
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wenn Du glaubst, dass Improvisation nicht mit Perfektion beginnt – sondern mit Mut.

Transkript anzeigen

00:00:00: Aus meinem Gefühl heraus war das ein einschneidendes Erlebnis, weil es gab wie gesagt nichts was vereinbart war außer dass wir zu zweit spielen.

00:00:09: Es ist schon eine Kunst auch Leute mit reinzunehmen.

00:00:11: Das ist nicht leicht und gerade wenn man in so einem ernsthaften Film ist und sagt ich will das jetzt wirklich hundertprozentig abliefern?

00:00:19: Im Zuge des Unterrichtens das werdet ihr sicherlich auch erfahren haben wie man Stücke lernen kann indem man einfach diese paar Lego-Steine, die es in dieser Harmonie gibt.

00:00:30: Zwei, fünf, eins Verbindungen, Turtolons und was auch immer... Ich finde das faszinierend!

00:00:35: Das ist wirklich wie so ein Lego Bausteins-Set wo man immer diesen kleinen Vierer

00:00:40: hat

00:00:41: und daraus kann man einen Schloss bauen oder man kann daraus ein Feuerwehrauto bauen oder sowas.

00:00:51: Willkommen zum Jazz Live Podcast.

00:00:53: Ich bin Anja Moore Pianistin und ich bin Lorenz Harvessener

00:00:56: Saxophist.

00:00:56: Wir unterstützen erwachsene Musikbegeisterte dabei, erfolgreich mit Struktur und viel Spaß zu jazzen.

00:01:04: Und in diesem Podcast lassen wir dich teilhaben an wertvolle

00:01:07: Erkenntnissen und Erlebnisse Denn ein Leben ohne Jazz ist unmöglich

00:01:11: aber sinnlos.

00:01:17: Wir freuen uns wieder, einen neuen Gast zu begrüßen.

00:01:19: Und wir haben dich sogar in der letzten Folge schon angeteasert als wir mit Astrid gesprochen haben und gesagt haben, stimmt den Georgi holen wir uns auch noch mal?

00:01:27: Hier ist er nun, Georgi Kignaze live beim Jazz Live Podcast!

00:01:34: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:01:36: ich fühle mich geirrt.

00:01:38: Wir fühlen uns geirrt ja und eines fällt natürlich gleich ins Auge und zwar hat dann durch den falschen Pullover an.

00:01:44: versehentlich ist da was es da drauf.

00:01:46: Das ist, glaub ich, sehr relativ gut zu erkennen.

00:01:50: Ist das

00:01:51: einer von den Beatles?

00:01:53: Einer von den Rolling

00:01:55: Stones.

00:01:55: Einer der Rolling Stones!

00:01:57: Ich bin ja Metal-Experte, wie man mittlerweile weiß und wir fragen gerne unsere Gäste und dass wollen wir mit dir auch machen.

00:02:06: Wie würdest du beschreiben was du tust?

00:02:10: Was du machst sozusagen, also beruflich...

00:02:13: Ich versuche durch und durch Musiker zu sein.

00:02:18: Ich bin Musiker, ich kann mir auch bis heute nichts anderes vorstellen und ich glaube auch dass sich nichts anderes richtig kann außer über Musik nachdenken und Musik hören und Musik machen, spiegeln, komponieren.

00:02:43: Cool!

00:02:44: Also was ist dein Hauptinstrument?

00:02:46: Kontravers ist mein Hauptinstrumental.

00:02:49: Du bist auch der Bassist von unserem Cool Jazz als Dozentenband, wo wir letzte Woche erst im Jazz Café haben eine kleine Session gespielt.

00:02:58: Und du unterrichtest da natürlich auch im Rahmen unseres Workshops und daher war es nämlich auch die Astrid von dir!

00:03:05: Weil sie, weil du ihr gedroht hast ... Sie rufst die Nacht zum Drei an und fragts sie.

00:03:09: Watermelon Man ab in die Akkorde oder dass er das spielen könne?

00:03:13: Wenn ich dich nachts um drei,

00:03:15: dann ist ... Da werden jetzt schon nach drei Minuten schon den Trailer ausgelaudert!

00:03:19: Gut...

00:03:21: Das gehört zum Jazz dazu, der Jazz kommt ja auch aus der Gosse und ist auch so sehr treckig,

00:03:26: oder?!

00:03:27: Und das führt mir gleich zu unserer zweiten Frage an.

00:03:29: Weißt du noch wie die geht's?

00:03:30: Natürlich Was fällt dir als erstes ein?

00:03:32: Also, welche drei Worte fallen wir jetzt erstens ein wenn du an Jazz tekst?

00:03:35: Drei Worte.

00:03:37: Spontan.

00:03:39: Privileg

00:03:43: auch wenn es klischemäßig klingt Freiheit.

00:03:47: und das dritte Medizin.

00:03:53: Cool!

00:03:53: Wobei Medizin auf

00:03:56: indianische

00:03:58: Musik generell angewendet werden kann aber im Speziellen weil ich Jazzmusiker bin.

00:04:07: Kann man das, kann ich das auf Jazz sagen?

00:04:09: Weil ... Ich hab's zu oft erfahren, dass sie als Medizin fungiert.

00:04:15: Auch wenn das auch abgetroschen klingt vielleicht.

00:04:17: Überhaupt nicht!

00:04:18: Das findest du total

00:04:19: spannend.

00:04:20: Machst du dazu was erzählen?

00:04:22: Also fällt dir da was ein in die Geschichte oder so?

00:04:24: Ja, es ist ein ... Es kommt regelmäßig vor, dass ... Wenn man zu viel im Kopf hat, wenn es einem nicht so gut geht... Wenn man Sorgen hat, um jemanden oder über irgendwas was das Leben so mit sich bringt dann ist zum Beispiel ein Konzert mit guten Musikern.

00:04:51: Ein KonzERT, was einem viel bedeutet wirkt für die Zeit und wenn es gut läuft auch zumindest für den Rest des Abends Wirklich wie Medizin, als würde man wirklich eine Tablette nehmen.

00:05:04: Wenn du spielst selber oder wenn du zuhörst im Publikum?

00:05:09: Es geht eher ums Selber-Spielen weil man dann glaube ich aktiv irgendwie... Das ist aktiv dieses Gefühl dass man eine Tablett nimmt.

00:05:16: Weil man, wenn man fokussiert ist und wenn es dann um das geht, nämlich um die Musik Dann werden die Sorgen geradezu weggebrückt.

00:05:31: für den Moment Und je nach Verlauf des Konzerts und je nach Adrenalinausstoß

00:05:38: hält das

00:05:39: bestenfalls noch, vielleicht bis zum nächsten Morgen oder noch länger.

00:05:45: Also dessen bin ich mir schon sehr bewusst und empfinde es deswegen als Privileg dass ich so was regelmäßig erfahren darf.

00:05:57: Das ist großes Glück

00:05:59: für mich Musik als Heilung

00:06:05: zumindest mindestens als Symptom-Bekämpfung.

00:06:10: Ich erinnere mich auch, dass ich super traurig war als Teenager zur Liebeskummer halt hatte wie wir das jetzt auch von unseren eigenen Teenagern kennen.

00:06:18: Kommt ja mal vor hab' ich gehört?

00:06:20: Dass sich das in Musik ausgedrückt hat und dann war's weg.

00:06:23: also weil es halt wie man so schon sagt man drückt es aus, du drückst es aus der Tube rausen sondern ist nicht mehr in der Tuba drin.

00:06:30: Und das finde ich ja...das ist wenig.

00:06:31: überhaupt bei Gefühlen ja Das Schöne Dann heißt wieder Platz für Neue überhaupt erst.

00:06:37: Also das ist natürlich eine steile These, die ich gerade hier spontan aufstelle.

00:06:41: Wir improvisieren quasi zusammen aber ich glaube du drückst die Gefühle aus in deines Platz verneuer und dadurch bleibst du frisch und empfindsam und lebendig und berührbar auch Und deswegen tut es so gut.

00:06:56: Deswegen ist es glaub ich auch so wichtig dass man sich ausdrückt und deswegen gibt es auch so ein Bedürfnis danach.

00:07:02: also die Menschen die zu uns kommen Zu cool Jazz, da ist bei mir, um Saxophon zu lernen oder so.

00:07:07: Jazz Piano Academy zu dir, um Klavier zu lernen die sagen ja meistens sie wollen sich vor allem ausdrücken und zwar aus dem Grund dass wir das Gefühl haben wahrscheinlich ihr habt ein

00:07:15: Stau

00:07:16: es muss weg meine Gefühle wollen irgendwie kanalisiert werden.

00:07:20: Und hat nicht unsere nicht der letzten sein Bild gemalt?

00:07:24: und wo man das gefühl hatten wahnsinnig wie schön und wo mal gemerkt hat ihre gefühle drückt sie auch aus.

00:07:29: also jeder Mensch hat das doch in jedem alter in jeder in jeder Spielart dieses Bedürfnis nach persönlichem Ausdruck.

00:07:38: Das

00:07:38: ist auch wie eine Medizin, kann man das empfinden?

00:07:41: Es ist heutzutage gesellschaftlich eher so, dass es nicht so populär ist, seine Gefühle nach außen zu tragen.

00:07:49: Man ist ja schon sehr kontrolliert und wird eher als Schwäche angesehen und ein bisschen unter Verschluss gehalten, was nicht unbedingt gesundheitsförterlich ist.

00:08:02: Wenn

00:08:02: man das gar nicht und das natürlich über die Musik ist ein schöner Weg, um es nicht ganz so direkt vielleicht zu fühlen.

00:08:08: Aber dann doch rauslassen zu können

00:08:10: irgendwie, ne?

00:08:12: Wir waren letztens auch bei diesem oder was ist letztendlich schon ein halbes Jahr oder was anderthalb Jahre weiß ich nie mehr her.

00:08:18: Bei diesem Musical in Hamburg von unserer Tochter als Michael Jackson-Fan.

00:08:26: Also der Musiker ist jetzt raus.

00:08:27: Der Musiker, der auf dem Sweatshirt von Georgi drauf ist!

00:08:32: Da waren wir eben in diesem Musical halt und haben uns das heute angeschaut.

00:08:36: Wir haben gemerkt, wie krass emotional oder ausdruckstark diese Musik ist.

00:08:40: Und da haben wir doch mal drüber geredet, dass es heutzutage die Leute gleich immer gewohnt sind, dass so viel emotionale Energie drin ist.

00:08:49: Ich meine, da gibt's ja sein letztes Hemd bei jedem Ton gefühlt.

00:08:53: Und das kann man heute sogar gar nicht mehr ab, wenn einer so viel Gefühle quasi transportiert.

00:08:59: Dass man denkt, Gottes Willen lass mich in Ruhe mit deinem Scheiß oder sowas.

00:09:03: Dann hab ich manchmal das Gefühl, dass die Leute dadurch, dass sie separiert sind mit ihren Händis und wir leben ja heute in einer anderen Gesellschaft.

00:09:09: Ich möchte jetzt keine Kulturpräsidismus verbreiten aber trotzdem ist es ja so, dass sich da auf jeden Fall eine Veränderung der Perspektive zeigt Und da glaube ich, dass man das gar nicht mal so gut abkann.

00:09:22: Was ehrlich gesagt schade ist, weil wir das so brauchen und die Menschen das doch so lieben wenn es dann einer wirklich tut.

00:09:28: Und meine Erfahrung nach um nochmal auszuholen ist... Ich habe früher mit meinem Lorenz Hagesner Quartett noch vor Pio Desmond eine Band gehabt wo ich meinen eigenen Scheiß gemacht hab und da hatte ich ein Stück, das hieß verfrankt Es war mir viel zu schwer, ja du hast weggespielt manchmal

00:09:44: genau

00:09:45: Das waren wir einfach viel zu schwere am Ende Weil ich nicht wusste, was ich sonst machen soll.

00:09:50: Hinten bei den Changes diese schnell wechselamtlich einfach frei drüber gespielt weil es einfach rießt.

00:09:56: Also quasi so eine Art Free Jazz-Ausbruch.

00:10:00: Einfach geplärt,

00:10:02: geschrien,

00:10:02: schnell laut hoch viel wild out aber emotional ganz viel emotion.

00:10:10: und ich habe

00:10:10: selber ganz viele

00:10:11: Emotionen gegeben.

00:10:12: Ich hab einfach selber

00:10:13: mich wirklich reingegeben!

00:10:14: Und die Leute sind immer... ...immer komplett

00:10:18: ausgerastet.

00:10:19: Die haben das immer

00:10:19: quasi gespielt und gesagt,

00:10:21: wow danke dass du

00:10:22: es mit uns geteilt

00:10:23: hast okay?

00:10:24: Und da habe ich gemerkt okay in Wirklichkeit ist das doch das was man wo muss sich freut wenn endlich mal einer sich an der Komfortzone verlässt und sagt okay Ich trau mich!

00:10:34: Ich wage es!

00:10:36: Ich drücke mich aus!

00:10:39: Ist die Frage ob das heute noch ginge?

00:10:41: Stichworten wir gecheckt?

00:10:43: Bei Lorenz meinst du oder?

00:10:44: Nein

00:10:45: ob das heut noch so gut ankommt Ich glaube schon.

00:10:49: Denn ich heiße eben schon, glaub ich?

00:10:51: Vielleicht schon, ja vielleicht schon ist interessant.

00:10:54: Aber

00:10:54: ich finde auch die moderne Musik ist oft also geht es jetzt auch in der Popmusik vor allem.

00:10:57: Es ist oft auch sehr... Auch nicht immer.

00:11:01: Ich würde überhaupt nicht verallgemeinern aber es ist schon eben wie du vorhin meintest das wird fast als Zumutung angesehen.

00:11:07: Das ist ja bei Free Jazz sowieso auf der Fall dass das auch schon als Zumutung angesehen wird, weil da schon so viel drin ist und das ist dann einfach too much für viele.

00:11:18: Es hatten wir auch in der letzten Folge, dass wir gesagt haben oder dass ich gesagt habe, ich weiß gar nicht wer er's mag, warum würde es überhaupt machen?

00:11:23: Das mag ja keiner, weil Astrid hat gesagt, welche Stile sie marken, wenn es zu wild ist und so, wo ich aneinander am AXE das nicht habe.

00:11:30: Ich wirklich weiß gar nichts mehr, ob ich überhaupt so viel Jazz mag.

00:11:32: Und dann hab' ich mir gedacht, das wäre interessant, wenn wir Georgie einladen!

00:11:36: Jörg ist ja ein Free Jazz-Experte, aus meiner Sicht.

00:11:40: Wenn du das sagst?

00:11:42: So spielt es sehr viel auf freies Zeug mit vielen...

00:11:45: Viel weiß ich nicht, aber durchaus immer mal wieder ... Das ist auch nur eine weitere Ausdrucksform und natürlich ist es oft für einen Hörer so, die machen was sie wollen oder es ist nur wild und da sind keine Melodien.

00:12:03: Aber auch da kann ich als Musiker sagen, da hab ich Konzerte erlebt wo ich zugehört habe aber auch wo ich selber mitgespielt hab.

00:12:15: Wo Energien zustande kommen die so kraftvoll sind und die so viel Sinn machen und so einen Bogen schlagen in dem Moment Und dich auch mit der Nase auf irgendwas stoßen was du vielleicht wo du vielleicht noch nicht bist und plötzlich hast du jemand neben dir an sich kein Material, sondern es ist frei.

00:12:44: Und dann kriegst du einen Level an Energie und an Hingabe vorgelebt wo du merkst beim Spiel, oh Gott ich muss da jetzt... Das ist positiv, meine ich das!

00:12:57: Ich muss da mitziehen, sonst lasse ich ihn hängen oder ich gehe selber verloren.

00:13:04: Und das ist gerade bei dieser Form von Musik kann sehr ausgeprägt sein.

00:13:13: Aus dem eigenen Gefühl, kann ich das nur beschreiben.

00:13:16: Es gab tatsächlich so ein Konzert mit dem tollen Sachsvollisten Matthias Schubert, der gerade eine Avant-Garde-Legende ist in Deutschland.

00:13:31: Ich hab bei dem Studier zwei Jahre.

00:13:32: Ach wirklich?

00:13:34: Ja.

00:13:35: Und es war ein Konzert ... Gabriel zusammen und Björn Lücker hat Schlagzeug gespielt.

00:13:41: Gabriele Kuburger, Anmerkung der Redaktion?

00:13:45: Und wir haben eine Probe gemacht mit seinen Stücken wo er selber nicht dabei war.

00:13:50: Und dann war dieses eine Stück.

00:13:54: da waren kleine Melodiefetzen die komponiert waren gefolgt immer von einem Block der frei war.

00:14:01: Die Vorgabe war das aus den vier Musikern immer irgendwie zwei pro Block erstmal übrig bleiben und diesen Raum dann den Block gestalten.

00:14:14: Und das haben wir dann geprobt, wenn man es über proben kann.

00:14:18: Beim Konzert war genau das.

00:14:21: Wir haben diesen ersten Vitzel gespielt und ratet mal mehr übrig geblieben ist ich natürlich mit Matthias.

00:14:27: Das waren quasi die ersten Töne.

00:14:32: Da fing dieses Gefühl an da hat er einfach angefangen und ich brauchte zwei Sekunden weil mich überwältigt hat.

00:14:41: Und ich dachte, okay so Georgie jetzt aber ran und ich weiß den anderen müssen beurteilen was dann daraus geworden ist.

00:14:51: Aber für mich aus meinem Gefühl heraus war das ein einschneidendes Erlebnis weil es gab wie gesagt nichts was vereinbart war außer dass wir zu zweit spielen und ich war wirklich überweltig von dieser sofort hier ansetzenden Und es war klar, das wird jetzt so weitergehen.

00:15:14: Das ist kein Strohfeuer, sondern dass die Ebene auf der es eine Weile weitergeht und da hatte ich das Gefühl, ich muss mich jetzt aufraffen und wirklich alles geben um mitzuziehen und mitzugestalten.

00:15:30: Es war ein tolles Erlebnis.

00:15:33: Ich erinnere mich an seinen Vorspiel für die Professorin Hannover.

00:15:43: Da hat er bei mir gepennt damals, um dort vorzupielen.

00:15:47: Ich hab ihn hingebracht noch und ich darf auch zu schauen.

00:15:53: Ich war einer seiner Studenten, die er unterrichtet hat.

00:15:57: Und da hat er einfach ohne Band sich hingestellt ... Alle anderen sind groß mit Band angereist und haben gezeigt was sie so machen.

00:16:03: Er hat sich hingestehlt in den Raum und halt gespielt.

00:16:06: Der war ein Wasserschaden im Tonstudio.

00:16:09: Deswegen war eine Stelle An einer Stelle war das der Teppich nass.

00:16:13: Und es ist halt rumgegangen beim Spielen in diesem Raum, also die Performance war auch... Ich spiele hierher rum und spiel einfach was!

00:16:20: Ja?

00:16:20: Und dann geht er mit dem Fuß immer so zu schlafen rum, bei Espantrilos oder so, damit er irgendwie Bodenfühlung hat im Spielen.

00:16:30: Und da steigt den diese Pfütze sozusagen an, das macht Patsch.

00:16:34: Merkt ihr das?

00:16:35: Dann hat er das halt einfach eingebaut in das Spiel, dann hat er mitgespielt diesen Patsch-Sound.

00:16:40: Den normalen Sound und wieder den Patsh-Sound, den normalen Teppich-Sound und so... Also da war eigentlich... Da spielte es uns, da hat jeder gecheckt, dass er sich vorbereitet, der ist echt improvisiert auf eine Art und Weise wie man das nur von Keith Jared kennt, dass man wirklich sagt ich mach jetzt was Neues aus der Situation

00:17:00: Und in dem Moment wo er nicht nur einmal zufällig reinpatscht sondern Das mit auf einem ... weiß man auch, der meint es ernst.

00:17:06: Ob man's nun mag oder nicht ist eine völlig andere Frage.

00:17:09: Es war

00:17:10: auch nicht lustig?

00:17:11: Genau!

00:17:13: Der meint das jetzt ernst und das gehört zu den Umständen dazu.

00:17:20: Er ist da alleine.

00:17:21: Er hat diesen Raum, er hat sein Instrument... Und seit eben gerade hatte er diese Pfütze von der Frau, die

00:17:27: nichts wusste.

00:17:28: Ja genau, und es ist Kunst.

00:17:29: Und er hätte auch einmal reintippen können und weggehen können auch gut gewesen.

00:17:33: Aber er hat sich entschlossen, das mit aufzunehmen und ich glaube, dass ist das Entscheidende.

00:17:39: Das muss einem nicht gefallen.

00:17:41: man muss dann auch seine Meinung über Free Jazz nicht unbedingt ändern aber man könnte das anerkennen zumindest, dass das dann in dem Moment ernst gemeint ist und keine Show ist.

00:17:54: Kommt

00:17:55: drauf an ne?

00:17:55: Manchmal hab' ich manchmal den Eindruck es sei so.

00:17:57: Ja natürlich.

00:17:58: Klar!

00:17:58: Aber das kann man...

00:17:59: Wie sage ich

00:18:00: jetzt einfach Das kann man leicht unterscheiden.

00:18:04: Ja, bei ihm

00:18:08: ich erinnere mich an... Ich glaube, er hat nicht das Konzert gespielt sondern moderiert.

00:18:16: Wahrscheinlich war das ein Semesterabschluss-Ding oder so, ich weiß nicht mehr auch in Hannover und dann fing er an zu moderieren und hat das Moderieren ins Spielen übergeleitet.

00:18:25: also er hat angefangen welche Laute zu machen und dann lauter im Saxofon und dann wurde es zum Fließen der Übergang von Moderationen und wildem Spiel.

00:18:32: Das war so abgefahren, aber erst denkst du... Das meinte er nicht ernst, ne?

00:18:36: Und dann irgendwann merkste ... Nee.

00:18:39: Das war ja komplett ernst!

00:18:41: In dem Moment kriegts einen an und das war echt beindruckend.

00:18:45: Ich hab auch ein Semester bei ihm Free Jazz gemacht.

00:18:49: Und das war auch total cool.

00:18:51: Die Free Jazz-Kombo hat da geladen, oder?

00:18:54: Ja genau.

00:18:54: Also mit Ansage wie spielt man frei und so.

00:18:58: Genau,

00:18:59: ich hab das schon gemacht.

00:18:59: Es war auch super.

00:19:01: was man da mitgenommen

00:19:02: hat, eben

00:19:02: an Welten so und die man normalerweise nicht vorstößt.

00:19:04: Und das finde ich auch so inspirierend.

00:19:07: also sowas zu machen ja

00:19:10: trotzdem ist es schade dass man damit also Ausdruck hin oder her und sich selber ausdrücken auch hin oder Herr Dass man damit halt Schwierigkeiten hat Menschen zu erreichen.

00:19:19: also das ist einfach so weil Es wirkt quasi unstrukturiert.

00:19:24: oder warum ist es so?

00:19:25: Ich meine wie gesagt ich habe auch sagt war das mag eigentlich keiner Das habe ich ja letztes Mal in der Folge gesagt, da haben ganz viele Leute Schwierigkeiten damit.

00:19:33: also kaum einer will das hören.

00:19:35: Das ist ja so.

00:19:36: Also schon Jazz ist ja schwer auszuhalten für die meisten Menschen bei Michael Jackson sagen na gut aber Jazz, oh Gott was ist das denn?

00:19:45: Und dann wenn es aber in dieses Freie geht, dass sie sagen selbst die Jazz-Fan, selbst die Astrid oder selbst Leute die ja selber Musik machen und sich mit Beschäftigten sagen boah da bin ich raus tut mir leid.

00:19:55: Und das ist irgendwie schade, dass wir es nicht schaffen.

00:19:57: Oder einer der Gründe ist wahrscheinlich auch die fehlende Vermittlung und die fehlende Bereitschaft von Auchleuten wie Matthias Schubert.

00:20:07: in dem Fall schonen beladete er geschafft, das zu vermitteln.

00:20:09: aber vielleicht die Masse von Leuten, die so was machen oder machen wollen, die dann auch irgendwie zu stolz sind oder die sagen ich bin Künstler, ich muss mich nicht anbiedern oder ich darf mich nicht einbiederen, das stirbt nämlich sehr oft daran, dass diese Künstlerin denkt, ich darf es nicht erleichtern, ich darf den Menschen nicht eine Möglichkeit geben ihnen eine Tür zu öffnen und verstehen was hier geschieht.

00:20:31: Ich darf es nicht!

00:20:32: Ich darf den Zugang nicht erleichtert werden.

00:20:34: Es darf keinen barrierefreien Zugang geben.

00:20:35: Nein das muss hart sein, es muss schwer sein du musst leiden und wenn du's scheiße findest finde ich sogar noch geil weil dann bin ich noch besonderer und dadurch geht das so daneben.

00:20:44: aber

00:20:45: da ist jeder unterschiedlich und ich glaube da kann man auch nicht aus seiner Haut und ich persönlich würde sagen ich zähle mich auch eher zu dieser Sparte.

00:20:55: Das habe ich alles erlebt!

00:20:58: Ich kann versuchen, zu begeistern wenn man schon im Thema drin ist.

00:21:03: Wenn ich das Gefühl habe die Leute interessiert aber dieses Missionieren in Anführungsstrichen oder sowas liegt mir zum Beispiel auch nicht

00:21:14: Das finde ich gar nicht.

00:21:15: Im Gegenteil, zum Beispiel die Astrid, da hast du angedroht und so rufst sie um drei Uhr nachts an!

00:21:20: Und da hast Du ja missioniert.

00:21:21: also gesagt, lern das richtig?

00:21:22: Und es ist gut so... Das hat sie total beeindruckt Und das hat was mit ihr gemacht und allen anderen, die auch dabei waren bei unserem Workshop.

00:21:31: Wie es immer so ist... Du hast eine ganz starke Ausstrahlung und nehmen ganz viel Bezug auf das, was du sagst.

00:21:39: Ich erlebe dich total misfinierend!

00:21:40: Aber

00:21:40: sie sind schon dabei?

00:21:42: Ja, ist das da unten?

00:21:42: Ich gehe jetzt nicht auf die Straße und greife jemanden und sage, guck mal heute Konzert kommen wir hier rein.

00:21:48: Das kann ich.

00:21:49: Ist ja auch schwierig in Zukunft zu kriegen also auf die Leute zu zugreifen sozusagen und überhaupt zu erreichen.

00:21:56: Über eine Moderation ist man dann auch wieder in einem anderen Kontext drin als beim Spielen.

00:22:01: Also es ist schon eine Kunst, Leute mit reinzunehmen.

00:22:04: Das ist nicht leicht und gerade wenn man in so einem ernsthaften Film ist und sagt ich will das jetzt wirklich hundertprozentig abliefern?

00:22:12: Es ist einfach mehr als andere Ebene die man ja.

00:22:16: was ich einfach wichtig finde ist dass man einer gewisse Offenheit hat.

00:22:19: also das und ich erlebe halt oft bei so Hardcore, Free Jazzern oder Hardcore-Jazzern.

00:22:25: Die sagen, ich bin Künstler und verstehe das nicht.

00:22:28: Da erlebe ich manchmal so eine Borniertheit.

00:22:30: Es ist mir doch egal, wenn es nicht versteht, sei der halt zu blöd

00:22:33: dafür.".

00:22:34: Da vermisse ich diese Offenheit jemandem die Chance zu geben, dass wir verstehen.

00:22:38: Und ich glaube, diese fehlende Offenhalt führt dazu, dass dann Leute sich ausgegrenzt fühlen, die sagen, Ich bin nicht gemeint.

00:22:47: Das ist auch eben nicht für mich gedacht!

00:22:49: Und dann sagen ja gut, dann bin ich raus.

00:22:52: Dann bleibt es eine einzame Geschichte und das finde ich eigentlich schade

00:22:55: drum.".

00:22:56: Man kann das sicherlich nicht für allgemein an, aber andererseits kann man auch sagen jeder den man erreicht oder jede die man erreicht ist eine Person mehr.

00:23:06: Auf jeden Fall!

00:23:07: Ja, auf jeden Fall hat sich das schon gelohnt.

00:23:09: Hat sich

00:23:09: auch.

00:23:10: Deswegen ist es gut, dass wir hier heute leben.

00:23:13: Es ist ja auch überhaupt die Frage, wie man es definiert.

00:23:16: Ob man es für die Leute spielt oder ob man es nur für sich selber spielt?

00:23:20: Oder das ist ja immer die große

00:23:22: Frage.

00:23:22: Wenn die Medizin natürlich auch nur für mich selber ist, dann kann man aufpassen... Das ist eine super Frage!

00:23:30: Da gibt's aber auch unterschiedliche Aspekte.

00:23:34: Es gibt diesen berühmten Film über den Pianisten Zwerterschlafrichter von diesem französischen Regisseur Bruno Monsigno, egal.

00:23:46: Und da gibt's einen Ausschnitt wo Gould Gringold über Richter redet und sagt irgendwie ich find Schubert eigentlich Scheiße der langweilt mich aber ich hab in den fünftigern Richter gehört das hat mich in ein Traum versetzt usw.

00:24:05: Dann wird Richter selber gefragt und Richter sagt ja ich weiß nicht wo er das herhat es mir auch egal so nach dem Motto Es mir gefällt es.

00:24:16: Und ich muss nicht darauf achten, ob's den anderen gefällt.

00:24:19: Ich muss erst mal sicherstellen das es mir gefelt und dann gibt es die Möglichkeit dass es den Anderen auch gefällt und da ist auch eine Wahrheit

00:24:26: natürlich.

00:24:28: deswegen.

00:24:30: auf jeden Fall ist glaube ich auch

00:24:31: was glaub ich auch das merkt man das fühlt sich sonst an biedern das würde man irgendwie.

00:24:38: Also es gibt ja auch Jazzmusiker, die das so machen, wo man das Gefühl hat, dass ist jetzt komisch.

00:24:44: Und wir haben mit bei Pure Desmond zum Beispiel stehen wir manchmal im Verdacht, das zu tun.

00:24:48: aber da haben wir mit unserem Schlagzeuger ein absolutes künstlerisches Gewissen.

00:24:52: Sobald wir anfangen nur daran zu denken und zu arbeiten, sagt er, da bin ich raus Leute!

00:24:58: Und deswegen passiert das eigentlich nie, sondern es wird immer von allen abgesegnet sein und einführen.

00:25:03: Dadurch hat's auch immer, dass dann steht man ganz anders dazu und es tatsächlich erleichtert die Performance.

00:25:08: Man weiß nicht so, dass es gut ist oder

00:25:10: so.

00:25:11: Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen.

00:25:13: Es ist nicht so schwer aufgrund einer Situation plötzlich jemanden oder etwas irgendwo hinzupacken und zu sagen, ah, das war jetzt ... Das hat der aber so gemeint!

00:25:27: Oder es muss gar nicht in der Musik sein.

00:25:29: Du triffst jemanden und der verhält sich so und so, dann denkst du das ist narsch!

00:25:38: Oder irgendwas... Ich hatte das schon oft.

00:25:42: Fast im selben Moment oder vielleicht kurze Zeit später dreht sich das Bild komplett weil du entweder irgendeine Zusatzinfo bekommst oder weil der Kontext anders wird.

00:25:56: Es ist super leicht in einen Kontext rein zu geraten, ohne ihn zu kennen und dann dem Stempel aufzudrücken.

00:26:05: Und ob das Free Jazz ist oder eine Person ... Das ist, glaub ich, menschlich.

00:26:10: Und das Einzige, worin man sich vielleicht üben kann, ist dieses Bewusstsein zu haben, dass man jederzeit in so einer Falle tappen kann.

00:26:22: Dann kann man sich ein bisschen zurücknehmen oder den Kontext abwarten oder wie auch immer, wenn das Sinn macht.

00:26:32: Ja, total.

00:26:36: Am Ende geht es ja auch darum wie man selber das machen will, ne?

00:26:38: Also wie möchte man selber mit der Situation umgehen?

00:26:42: Aber ich finde es doch sehr spannend.

00:26:45: also dieses Verhältnis von.

00:26:46: Ich mache es aus innerer Überzeugung und aus meinem eigenen Gefühl heraus und trotzdem mit einer Intention dass er soweit nach außen dringt dass irgendjemanden erreichen kann oder irgendwie eine Brücke entsteht ohne dass ich's mach ausschließlich dafür, um jetzt Bestätigung oder irgendwas zu kriegen von Menschen.

00:27:07: Also das ist irgendwie ... Das ist echt ein Balanceakt!

00:27:12: Dann ist auch die Frage spielt in dieser Anbiederung oder in diese Intention geht es nur um die Musik?

00:27:18: Oder ist es auch eine wirtschaftliche oder eine karieristische Überlegung dahinter?

00:27:27: wenn ich den jetzt kriege dann ist das der nächste Schritt für mich was was an sich ja mit Musik nichts zu tun hat, sondern wenn du das rein musikalisch machst dann ist dir der Ausgang dein wirtschaftlicher Ausgang oder deinen Karriereausgang in dem Moment egal.

00:27:47: Das heißt nicht dass er immer egal ist.

00:27:49: aber das kann es auch beeinflussen, wenn jemand das nur macht um irgendwas zu bekommen wirtschaftlich oder im Ansehen, was auch immer auf eine andere Stufe stellt.

00:28:07: Dann ist das schlecht?

00:28:10: Dann ist es etwas anderes!

00:28:13: Schlecht nicht unbedingt.

00:28:15: Vielleicht benutze ich das Medium-Musik um meine Familie zu ernähren und da geht's mir gar nicht so sehr darum wie ich mich künstlerisch entfalte sondern dass ich an den richtigen Knöpfen drehe um das und das zu erreichen.

00:28:31: völlig legitim, warum nicht?

00:28:33: Aber die Frage ist ja sowieso inwiefern man überhaupt mit Musik wirtschaftlich noch irgendwas erreichen kann.

00:28:38: Also eigentlich ist es heutzutage... Das ist wiederum ein Andungsthema vielleicht.

00:28:41: Es ist ja eigentlich unmöglich

00:28:43: und mein Impuls ist sofort zu denken das ist unglaubwürdig.

00:28:47: Ein Künstler darf nicht Geld verdienen wollen.

00:28:51: Das ist meine Erste.

00:28:52: also innerlich sagt das mit einer Stimme laut die sagt Ja das geht aber nicht!

00:28:57: Das ist verboten.

00:28:58: kein Künstl macht es wegen des Geldes.

00:29:02: Wenn man Künstler ist und nur das hat oder macht, dann muss man ja auch gucken wo man bleibt.

00:29:07: Finde ich auch immer!

00:29:08: Ich finde diese Stimme... Die ist viel zu laut, auch gerade in künstlerischen Bereichen.

00:29:14: Und ich hab das Gefühl vor allem in Deutschland.

00:29:17: Ich habe das in anderen Ländern nicht so erlebte es nicht so... Alter Charlie Parker, John Coltrane, Miles Davis hätten nie überlebt, hätten sie sich nicht versucht ihre Musik auch an den Mann zu bringen oder hätten sie nicht geschaut, dass sie ihre Musik auf einen Mann bringen?

00:29:30: Weil die haben von ihrer Musik gelebt und das heißt, die waren darauf angewiesen, dass Leute das hören, dass ein Plattenlabel das vertreibt usw.

00:29:39: Also ich bin zu hundert Prozent dafür überzeugt, dass die auch da Kompromisse gemacht haben oder geschaut haben.

00:29:46: Wie geht das?

00:29:47: Also sicherlich nicht in den entscheidenden Momenten aber da wurden Gespräche geführt und da musste man sich auseinandersetzen und vielleicht ist deswegen Cold Train einfach ein Blue Note weg weil es zu viele Kompromissen gewesen wären und ist halt dann noch anders hingegangen und hat sehr funktioniert.

00:29:59: Die Cold Train hat ja so lebt, sie hatten viel mehr Geld verdient.

00:30:02: Das weiß man, der war einer sehr erfolgreicher Musiker als Mais.

00:30:06: Mais hat erst später Geld verdient, als Kulturen längst tot war.

00:30:09: Also in den nachtziger Jahren da ...

00:30:13: Stahl

00:30:13: und Tour.

00:30:14: Genau, wo dann auch Michael Jackson Songs Human Nature gespielt hat und so.

00:30:19: Und das war natürlich ein anderer Schlag.

00:30:21: aber früher war es nicht einfach.

00:30:23: Sie mussten gucken, wo sie bleiben.

00:30:25: Die haben hundertprozentig ... In Amerika ist das Entertainment

00:30:30: normal!

00:30:31: dass jeder

00:30:32: Typ in der Lage ist, irgendwie zu strahlen und Appearance spielt eine

00:30:36: Rolle.

00:30:36: Das ist auch Teil dieses Zauber für

00:30:38: die Musik

00:30:39: entstanden ist.

00:30:40: Ja natürlich!

00:30:40: Und dann kann man aber nicht hingehen und sagen das lassen wir weg hier in Deutschland, den Entertainment Faktor, das ist böse.

00:30:46: Entertainment is Böse.

00:30:47: Machen wir dich?

00:30:48: Wieso denn

00:30:48: nicht?!

00:30:49: Gott, des Willen...

00:30:50: Ich weiß jetzt nicht ob ich geschichtlich korrekt bin, aber das ist so mein Gefühl weil natürlich diese Musikliebe und zum Beispiel diese Standards, die aus dem Broadway kommen.

00:31:04: Und wenn ich dann jemanden wie Nat King Cole zum Beispiel höre, der mit seinen Streichern da sitzt... Da sehe ich gerade zu diesem Glitzer, der damit da drin ist im Publikum und so seine fast schon schmierige wunderschöne Stimme Teil oder so empfinde ich.

00:31:25: Das ist ein Teil dieser Kultur, das gehört zusammen und welche Probleme sich daraus ergeben haben.

00:31:34: Und ... So, das ist eine andere Sache, rein musikalisch!

00:31:39: Wenn du Stardust hörst von Nat King Cole mit den Streichern, dann ist dieser Glitter, dann sehe ich geradezu beim Herrn diesen Entertainment-Glitter irgendwie und das Publikum usw.

00:31:55: hat wieder so eine gewisse Kraft, finde ich.

00:31:59: Die diese Musik ausmacht.

00:32:01: Find' ich auch Danke dass du das sagst, danke dass du sagst!

00:32:03: Ich find' es so sehr, dass ich der Meinung bin... ...dass man das auch nicht rausrechnen kann aus dem Lernen von Jazz.

00:32:10: Ich finde Entertainment ist immer ein Faktor beim Lernen und Performance von Jazz, weil wenn du verstehst.. ..ich mach das jetzt damit's cool ist, damit das irgendwie auch lustig ist, dass es auch angenehm zu hören is'.

00:32:22: Dann spielst du anders?

00:32:24: Dann denkst du dir, jetzt wär doch mal ne Plus-Phase ganz geil.

00:32:27: Oder irgendwie ründen wir das ab und machen den Sack zu oder so?

00:32:31: Das ist zumindest

00:32:32: eine Herangehensweise.

00:32:34: Und ich fühl das so.

00:32:35: ja!

00:32:36: Ich seh das so und deswegen fand es auch wichtig als wir letzte Woche gespielt haben da im Jazzcafé, unsere Gym-Session da... ...und wir haben ja Teilnehmer der von Kool Jazz-Teils einsteigen lassen.

00:32:45: Deswegen fand ich's wichtig, dass nachher mit denen zu besprechen, dass es wichtig ist, dass man dann nicht fünf Minuten rumwurschtet mit deinem Notenständer sondern dass wir halt das irgendwie schaffen für die paar Leute, die da sind in dieser Bar sitzen und das jetzt auch entertaint werden.

00:32:59: Dass es irgendwie ein smoother Übergang ist, dass man eine schöne Ansage macht, dass sich das irgendwie rund anfühlt und dass es da keine komischen peinlichen Momente gibt.

00:33:07: Das ist das Gefühl, das soll so nicht... Ja!

00:33:11: Also Entertainment als Teil von Jazz, da bin ich absolut der Meinung, dass das dazugehört und dass es den Zauber ausmacht.

00:33:18: Da bin ich super bei dir, freut mich total, was du sagst!

00:33:21: Und das allerdings manchmal leider vermisse ich bei Free Jazz.

00:33:25: Weil ich meine selbst über Free Jazz

00:33:27: erlebe ich

00:33:28: diesen Entertainment-Faktor, selbst bei Arnett Coleman oder bei Eric Dolphy.

00:33:31: Erlebe ich das trotzdem auch manchmal.

00:33:33: Oder dann gibt's doch diese... Dieses Berlin-Konzert von Oliver Nelson mit Eric Dolphy, wo sie auch irgendwie total krasses Zeug spielen.

00:33:43: Aber es ist trotzdem unterhaltsam!

00:33:46: Also das ist kein Widerspruch?

00:33:48: Nein, das muss kein Widespruch

00:33:50: sein... Aber vielleicht ist es tatsächlich, wie du gesagt hast, dass Deutschland nicht so eine Entertainment-Nation ist.

00:33:55: Deutschland das

00:33:56: Land der Comedy!

00:33:58: Ja

00:34:00: und

00:34:00: der Jazz kommt halt immer aus Amerika und wir fassen es natürlich anders auf genau wie Skandinavien den Jazz anders auffassen.

00:34:06: oder da hat jeder dann...

00:34:07: Das heißt Skandinawisk?

00:34:10: Dann macht schon jeder jetzt ein bisschen was anderes draus und man kann sich natürlich immer wieder rückbesinnen und gucken auf den Ursprung.

00:34:17: möchte ich dann noch mehr von haben oder möchte das genau nicht und möchte es genau anders auslegen.

00:34:25: Gibt's überhaupt so etwas wie deutschen Jazz?

00:34:27: Auf

00:34:28: jeden

00:34:28: Fall, würde ich sagen ist da ein großer

00:34:29: Unterschied.

00:34:32: Der nicht zu lustige Jazz, der ist ein deutscher Jazz!

00:34:35: Aber ich würd mich in dieser Diskussion zurückhalten.

00:34:39: Vielleicht seht ihr das so... Oder vielleicht sieht man das so weil man Teil davon isst Wenn man sagt, ah der deutsche Jazz.

00:34:49: Ihr seid auch Deutsch?

00:34:51: Du bist Österreicher gut!

00:34:52: Aber man ist ja ein Teil davon.

00:34:54: in Amerika kennt man ja irgendwie dass die da nicht irgendwie sich nicht geliebt gefühlt haben und dann in Japan die Crowd hatten zum Beispiel oder dann nach Europa gekommen sind und Dexter Girls danach Paris gezogen und hatte Daseining und dann ist er nach Kopenhagen und was weiß ich.

00:35:10: also es ist immer vielleicht eine Sichtweise.

00:35:13: da sind wir wieder beim Thema Beurteilt man, und wo steht man?

00:35:18: Da drin was man beurteilen oder steht man außen.

00:35:21: Und beurteilten das von außen?

00:35:24: Es hat mit Sicherheit beide seine Wahrheiten.

00:35:28: Aber den deutschen Jazz jetzt also in Frage zu stellen ob es den gibt ist absurd weil natürlich gibt es den.

00:35:36: es gibt so viele deutsche Musiker so viele fantastische deutsche musiker und es gibt auch ob man es will oder nicht.

00:35:46: Es gibt diese Art von Spielen, wenn man z.B.

00:35:50: nach Berlin guckt oder nach Köln guckt ... Oder auch nach Hamburg guckt!

00:35:54: Es gibt einfach diese Stimmen irgendwie, die natürlich deutsch sind.

00:36:00: Ich fühl's lustig, dass du München nicht erwähnt hast, weil die Münchner würden sich jetzt sehr wichtig finden, das sie ja auch erwähnen werden?

00:36:06: Das liegt nur

00:36:06: daran, weil ich die Mönchener Szene am wenigsten kenne von diesen... von diesen Städten?

00:36:16: Ich finde es ganz lustig, mir fällt gerade dazu ein.

00:36:19: Wenn Leute bei mir anfangen Klavier, dann wollen die, also Jazz lernen und Klavier... Dann wollen sie oft nicht immer aber oft lieb Eugen, die mit diesem ganz alten Standards.

00:36:29: Und ich glaube, die meinen auch genau dieses Glitzern und genau was du auch meintest Freiheit vorhin und so.

00:36:35: Das sind ja Begriffe, die so bisschen bei vielen im Kopf sind.

00:36:38: das findet aber zum Beispiel jetzt.

00:36:43: Also ich finde so wenn man Also zumindest bei mir hat sich das Gefühl beim Studieren, es hat nicht so viel damit zu tun gehabt.

00:36:50: Nicht mit diesem... Auch bei mir früher.

00:36:51: Ich hab ja früher Gershwin geil gefunden.

00:36:54: Wir haben viel Klassik gehört zu Hause

00:36:55: und

00:36:56: irgendwann kamen Gershmun dazu und ich so wow was ist das denn?

00:36:59: Was sind denn das für Sound?

00:37:00: irgendwie ne?

00:37:00: Du bist so neugierig und dann kommen so ein paar andere Sachen dazu und

00:37:06: wenn

00:37:06: man da wirklich einsteigt, geht's doch auch in eine andere Richtung.

00:37:10: empfindet ihr das eben?

00:37:11: Du meinst in eine Richtung, die nicht glitzert und nicht schön ist.

00:37:14: Sondern eher so schroff und schwierig.

00:37:20: avant-garde.

00:37:21: Ja sicher auch klar aber nicht nur avant-gard überhaupt das ganze Thema.

00:37:25: also

00:37:26: wenn man drin

00:37:27: ist im thema ist es gar nicht so glitzerig finde ich.

00:37:29: also ich empfinde das ein bisschen

00:37:31: so.

00:37:31: Ich weiß nicht ob dass die antwort auf die frage ist Aber du hast jetzt zum beispiel Gershwin erwähnt und dass du vorher klassisch gehört hast.

00:37:40: Das ist ja nicht so ein Übergang, sondern das ist ein fließender Übergangs.

00:37:43: Und Gershwin war ursprünglich wirklich das amerikanische klassische Musik.

00:37:50: und dann kam diese Form von dieser spezieller Jazzharmonik wo die Jazzmusiker diese Stücke aufgegriffen haben und sowas und das gehört auch für mich zu dieser Kraft.

00:38:04: Und dann ist Maler auch nach New York und hat es darüber geschwappt.

00:38:08: Dann gab's da irgendwie Ives, dann gab's diese Rodgers und die ganzen so genannten Standard-Komponisten.

00:38:18: Wenn man die Originale hört das ist

00:38:20: höchst

00:38:20: klassische Musik, Symphonieorchester usw.

00:38:25: Da merkst du total die Verbindung zu den Europäischen Meistern.

00:38:30: Maler und Stravinsky und Wagner und was weiß ich... Und daraus entwickelt sich dann so eine Musik.

00:38:37: Das ist einfach für mich ja unglaublich, wie so eine Schatzkiste die man dann aufmacht sowohl auf Hör-Ebene als auch wenn man selber Jazzmusiker ist und sich beschäftigt mit diesen... Ja das sind dreißigtausend Vehikel in dieser Kiste liegen und du kannst eine rausholen Drei anderen Leuten, die du noch nicht zuvor gesehen hast.

00:39:05: Die aber auch diese Kiste Zuhause haben und dann guckt ihr was welcher in Münzen habt.

00:39:10: Habt ihr beide?

00:39:11: Und dann kann man spielen.

00:39:13: Was dabei rumkommt ist... Ich möchte das auch nicht verklären.

00:39:16: Das ist eine andere Sache.

00:39:17: Aber da werden wir nochmal beim Privileg.

00:39:21: Was für ein Privilegg ist es, diese Kisten zu haben Diese Musik auf einem was auch immer mehr will zu verstehen.

00:39:29: Diese Harmonik die so raffiniert ist, die aber auch natürlich aus der Klassik kommt.

00:39:35: Das ist klassische Funktions-Harmony im Zuge des Unterrichtens.

00:39:39: das werdet ihr sicherlich auch erfahren

00:39:42: haben

00:39:43: wie man Stücke lernen kann indem man einfach diese paar Legosteine dies in dieser Harmonie gibt, zwei nur eins Verbindungen, Turnarounds was auch immer.

00:39:53: ich finde es faszinierend.

00:39:55: jeder Schüler der das gerne irgendwie lernen will merkt dann irgendwann über ihm stehe und selber immer noch begeistert bin.

00:40:04: Wie zehn Stücke in S sind, neun davon gehen dahin und eins davon geht aber nach da.

00:40:13: Und irgendwo trifft man sich dann wieder usw.

00:40:16: Das ist wirklich wie so ein Lego Bausteins-Set wo man immer diese kleinen Vierer hat und daraus kann man den Schloss bauen oder man kann daraus einen Feuerwehrauto bauen oder sowas.

00:40:28: Wie vieles anders glaubst du kannst wir auswendig?

00:40:31: Ich hoffe zwischen hundert, fünfzig und zweihundert.

00:40:37: Ich hoffe es

00:40:38: kann's nicht einschätzen.

00:40:39: Ich versuch gerade das Repertoire bei uns ein bisschen zu beschränken weil ich das Gefühl habe im Verständlich neue Lieder lernen obwohl die ja so ähnlich sind und da stimme ich dazu ist eigentlich immer ein Lego-Bauser.

00:40:48: also man sieht immer wieder Sachen dass ihr genau wie wir da oder das ist genau wie da und so der Unterschied zwischen they will never be another you and it could happen to you Ist auch nicht so groß irgendwo schon aber irgendwo auch nicht.

00:40:58: also da gibt es ja schon viele

00:41:00: Parallelen.

00:41:02: Und deswegen versuche ich eben das Reparaturals gerade ein bisschen zu begrenzen und zu sagen, lass uns ein bisschen mehr in die Tiefe gehen.

00:41:06: Und mal so schauen wie wir es jetzt wirklich lernen, die mir lieber diesen einen Legostein verstehen weil der kommt eh woanders auch genauso wieder vorhin einem ganz anderen Lied vielleicht auch den anderen Ton hat.

00:41:16: aber grundsätzlich wenn du in einer Tonart verstanden hast glaube ich diesen Lego Stein und darüber was machen kannst und Verstanden hast wie das funktioniert und was so das spezielle an diesem Lego Stein ist wie eben da die Guidelines sich bewegen und wie die Töne sich auseinander auflösen dann kannst du es in allen anderen Situationen, in allen Standards eigentlich auch können.

00:41:35: Und dann ist das eben nicht mehr so schwer, zu standardzukönnen, weil am Ende ist es nur eine andere Anordnung von Neogestöern.

00:41:41: Das Interessante wird jetzt ein bisschen pädagogisch abgedriftet... Aber das macht

00:41:46: nix!

00:41:46: ...das Interessant, das Raffinierte finde ich an diesem System ist wenn du zehn Stücke hast die von der Tonika nach vier oder acht Takten zum Mollparallel gehen und ein Stück wo das ganz anders ist, dann kannst du dir diese Ausnahme viel besser merken und vergiss sie nie wieder.

00:42:07: Du weißt dann oder wenn in neun von zehn Stücken A, ABA, A ist in einer Tonart B ist in der anderen Tonart Und dann gibt es irgendein Stück wo's nicht

00:42:18: mit

00:42:19: dem B-Teil oder irgendwo zwei Tonarten gibt Dann kriegst du das nie wieder aus deinem Kopf weil du weißt eigentlich was normal ist und bei diesem Stück ist es halt so.

00:42:31: Ja, aber dafür musst du erst mal in die Lage

00:42:32: versetzt werden

00:42:33: um das zu verstehen.

00:42:35: Natürlich!

00:42:36: Das ist ja jetzt mehr und besser.

00:42:38: Deswegen

00:42:38: braucht es ganz wichtig angewandte Musiktöne, um das lernen zu können.

00:42:44: Aber nochmal zurück dieser ganze geschichtliche Prozess

00:42:48: usw.,

00:42:49: das macht die Stärke von dieser Musik aus weil man das alles irgendwie zurückführen kann auch.

00:42:56: auf was man will.

00:42:59: Man kann zurückgehen, wie man meint, dann kann auch bis Bach zurückgehen und hat man ... Oder noch

00:43:03: weiter?

00:43:04: Weil sie haben ja unser Sohn macht alte Musik hier und da wird ganz viel improvisiert, witzigerweise.

00:43:10: Ja krass!

00:43:11: Das

00:43:12: ist ja wie Akkordsymbol.

00:43:14: Genau, und er kann

00:43:15: das mittlerweile.

00:43:16: Er kann Generalbars lesen und frei nach Generalbars Spiele.

00:43:19: Ich denke mir, dass es wie in Standard-Sheet nur anders geschrieben ist.

00:43:23: Aber der sagt auch, ja, das ist eine andere Art von Akkordsymbol.

00:43:26: Aber ich habe gerade gedacht, ich finde diese moderne Komposition, du schreibst sehr super neue Kompostionen und schreibest auch sehr gute tolle Akkorde und so.

00:43:35: Es ist eine Komposition für dich immer total beeindruckend muss ich sagen.

00:43:38: Dafür bist du auch bekannt geworden in der Jazz-Zene.

00:43:40: Das ist eigentlich mal für deine, ja wirklich finde ich schon... Für deine Kompositionsart und die steht ja auch total im Kontext mit A. Jazzharmonik, die dich natürlich fasziniert hat, Stichwort Gershwinn und B. Klassik.

00:43:53: Nämlich was davor kam.

00:43:55: Und deswegen funktioniert das so gut Deswegen ist es so eindrücklich.

00:43:57: Deswegen ist sie so gut weil die eben in dem Kontext steht und deswegen ist es eben auch sehr auch irgendwie eine europäische Musik Also Jazz eben sagen wir mal so Weltmusik, der Brian Ford-Massade alles hat.

00:44:09: Letztes Mal in einem Interview gesagt, dass er findet das ist eine weltmusspannende Global Phänomen und es ist eben kein rein amerikanisches Phänomene.

00:44:18: Ich merke meine Stichwort Skandinavisk und so.

00:44:21: trotzdem finde ich aber da gebe ich dir recht, dass das amerikanische und dieser Zauber dieses Glitzer dieses Goldene dass das eine besondere Kraft hat, weil ich meine, da ist es auch hergekommen.

00:44:32: Die haben das halt entwickelt, weil da war zuerst der Schmelztikel und diese Diversität der vielen verschiedene Einflüsse.

00:44:39: Und natürlich auch das zwanzigste Jahrhundert mit seinen ganzen Entwicklungen also nach dem Zweiten Weltkrieg und dieser Aufschwung und dieses Jahr jetzt wird alles gut.

00:44:46: Das ist schon auch sehr schön finde ich wenn man sich darauf bezieht und das beinhaltet natürlich immer die Rhythmik und die fehlt mir leider manchmal in Skandinavisk Jazz oder auch im deutschen Jazz, dass man das Gefühl hat wie wär's mal wieder mit ein bisschen Swing?

00:45:01: Ich erinnere mich auf alle New York.

00:45:02: Da habe ich studiert an der New School und da hat einer gesagt es war eine Kompo die hat Joe Chambers geleitet, der Schlagzeuger der auch mit Wine Shorter gespielt hat bei Adams Apple zum Beispiel.

00:45:13: Und da hat einem gesagt ja er ist so'n russischer Student, weil er gesagt lets play an ECM Groove.

00:45:20: Ah, George Hammer so E.C.M ist ein Label, not a groove!

00:45:24: Was war das?

00:45:25: Es heißt just

00:45:27: floating.

00:45:29: Ich spiele einfach im Fluss.

00:45:31: Das hat sich richtig aufgeregt darüber, was ich mir echt geärgert.

00:45:34: Das war lustig.

00:45:36: Ich glaube warum man alles vielleicht sagt, dass es global ist, weil wirklich auch in dieser Musikform wirklich alles möglich ist.

00:45:46: Theoretisch glaube ich, es ist in allen Musikrichtungen alles möglich.

00:45:49: aber Ich hab das Gefühl, vielleicht liegt es auch daran.

00:45:52: Weil ich das praktiziere in keiner anderen Musikform kann man so leicht und mit so wenig Stolperstein eine neue Idee reinbringen.

00:46:03: Man kann jetzt doof gesagt All Things In Seven spielen, man kann langsam spielen, schnell spielen oder irgendwas dazunehmen.

00:46:11: Und es wird nicht per se irgendwie ... Man denkt nicht, ah, das geht nicht!

00:46:17: Es ist irgendwie habe ich das Gefühl Alles möglich.

00:46:20: Ich kann eine Zwölftonreihe nehmen und darunter harmonischen Akkorde packen, daraus ein Stück machen.

00:46:28: Und ist das Jazz?

00:46:29: Ja auf jeden Fall!

00:46:30: Wenn man der gengigen Bezeichnung folgt dann ist es Jazz.

00:46:33: Dann hast du einen Major-Akkord, dann hast du ein Kreuz-Fünf.

00:46:36: Aber die Melodie... ...ist ne zwölftone Reihe.

00:46:39: Genau oder ich kann Demikal am mäßigem Pop-Song schreiben und denen ein bisschen Jazz sich auffassen, aber das ist eigentlich auch Jazz.

00:46:46: Wie gesagt, der Geschmack.

00:46:48: Ob das Gesundheit, ob das jemand mag oder nicht ist völlig irrelevant beziehungsweise steht auf dem anderen Blatt Papier.

00:46:57: Du hast ja vorhin Schmelztiegel gesagt, vielleicht ist Chase einfach immer noch dieser Schmelz-Tiegel, der früher war, wo diese spazamerikanischen und die... klassischen Einflüsse und alles zusammen, Musiker und sich zusammengeschweißt hat.

00:47:10: Vielleicht ist es einfach immer noch so.

00:47:11: Und vielleicht ist das auch eine Kernkompetenz des Jazz verschiedene Sachen zu addieren und was Neues entstehen zu lassen?

00:47:18: Und vielleicht sind es auch deswegen so dass heute über bestimmte Merkmale auch ein bisschen sich zurückgezogen haben aus jetzt global gesehen.

00:47:25: Das eben nicht mehr nur amerikanisch.

00:47:27: Es hat auch andere Einflüße gekriegt und es kann auch immer noch andere Ein Flüsse kriegen.

00:47:33: Zum Thema Freiheit, das ist

00:47:35: vielleicht einfach...

00:47:36: Das ist ein schönes Bild.

00:47:39: Wörter von mir haben wir jetzt abgesehen.

00:47:41: Das ist gut und dadurch kommen wir auch zur letzten Frage.

00:47:47: Die letzte Frage ist wenn du jetzt zusammenfassst unser Gespräch Was ist der eine Satz, den du möchtest, dass der Hängen bleibt von dem was wir jetzt gerade besprochen haben?

00:47:59: Du kannst einfach einen Aspekt raushören oder eine Perspektive.

00:48:03: Irgendwas was mit dir hängen geblieben ist wo du vielleicht mit Resonit hast und gesagt hast Stimmt das ist eigentlich gut, dass wir da mal drüber gesprochen hatten auch

00:48:12: wenn es von mir kommt natürlich in der Rückschau

00:48:15: unseres Gesprächs ist sehr wichtig hervorzuheben ich

00:48:18: diese Metapher von der Schatzkiste.

00:48:19: vielleicht ist vielleicht ganz gut So was hat und das aufmachen kann.

00:48:29: Und auf Sachen zugreifen kann, es gibt viele solcher Schatzkisten.

00:48:34: Bach für mich zum Beispiel ist genau so eine Schatzgiste kannst du aufmachen oder als Hörer in diesem Fall Du hast tausend Möglichkeiten, du kannst dir das rausnehmen die ist voll und die ist immer voll.

00:48:45: diese Kiste.

00:48:46: du musst nie zweimal das gleiche nehmen.

00:48:48: Du kannst jedes mal wieder etwas Neues nehmen und dich daran erfreuen.

00:48:54: Die Schatzkiste,

00:48:55: ein schönes Bild.

00:48:56: Für mich ist es die Offenheit.

00:48:57: Ich fand gerade das Cool mit der Offenheid, was wir eingangs hatten und dem Free Jazz ... Das hast du gesagt, dass man diese Bereitschaft hat, den anderen zu nehmen wie er ist und nicht so.

00:49:11: Dass man unvoreingenommen ist, sich auf Sachen einlässt.

00:49:14: Das fand ich gut, auch eine gute Perspektive.

00:49:17: Das wollte ich noch mal hervorheben, weil das wichtig ist, wenn man sich mit Musik oder Kunst auseinandersetzt, dass man eine Unvereinnommenheit behält.

00:49:26: Nur dann kann man sie verstehen!

00:49:31: Ja bin ich ganz deiner Meinung.

00:49:34: Hast du noch was?

00:49:37: Ich finde den Aspekt, dass Jazz ... Also ich hatte auf das Gefühl, es kommt nichts Neues mehr.

00:49:44: Aber es stimmt eben nicht, sondern... Jazz entwickelt sich immer noch weiter und immer noch neue Strukturen.

00:49:48: Das gehört auch dazu, das muss auch so sein.

00:49:50: Also das ist für mich der Aspekt, den ich mitnehme.

00:49:54: Cool!

00:49:55: Dann bleibt es nur noch zu sagen... Ein Leben ohne Jazz ist möglich.

00:50:01: Durchaus?

00:50:03: Aber sinnlos!

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