Wie geht man mit musikalischem Leistungsdruck um, Ole Seimetz? – Folge 17

Shownotes

Wieso entsteht ausgerechnet in einer Musikform, die für Freiheit und Ausdruck steht, so oft Leistungsdruck?

Warum vergleichen sich so viele Musiker ständig mit anderen?
Und warum fällt es uns oft schwer, einfach authentisch zu improvisieren?

In dieser Folge des Jazz Life Podcasts sprechen wir mit Schlagzeuger, Produzent und Dozent Ole Seimetz über Leistungsdruck im Jazz, die Suche nach dem eigenen Sound – und darüber, warum Groove oft gerade dann entsteht, wenn man aufhört, perfekt sein zu wollen.

Ole erzählt offen von seiner Ausbildung an renommierten niederländischen Jazzhochschulen, vom Druck, bestimmten Idealbildern entsprechen zu müssen, und von seinem Weg zu mehr musikalischer Freiheit.

Dabei sprechen wir auch über die Unterschiede zwischen „Time“ und „Groove“, über Keith Jarrett, Oscar Peterson, Cannonball Adderley, Joe Lovano und die Frage, warum manche Musiker tief berühren, obwohl – oder gerade weil – sie nicht vollkommen „perfekt“ spielen.

In unserem Gespräch geht es u.a. um:

🎷 warum Vergleich im Jazz oft Stress erzeugt
🥁 was Groove eigentlich wirklich ist
🧠 warum perfektes Timing nicht automatisch musikalisch berührt
✨ wie man lernt, den eigenen Sound anzunehmen
🎶 weshalb echte musikalische Freiheit Mut braucht
🎹 warum auch große Musiker ständig zwischen Kontrolle und Loslassen balancieren

Diese Folge ist für alle,
die Jazz nicht nur „richtig“ spielen wollen –
sondern ehrlich.

Du möchtest lernen, freier zu improvisieren und Deinen eigenen musikalischen Ausdruck zu entwickeln?
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🌀 Jazz Life – über Musik, Lernen & innere Freiheit.

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wenn Du glaubst, dass Improvisation nicht mit Perfektion beginnt –
sondern mit Persönlichkeit.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich

00:00:00: glaube, es ist auch so ein gesellschaftliches Phänomieren.

00:00:02: Dass alles immer in der Bewertung und im Ranking ...

00:00:07: Und eben messbar!

00:00:08: Wer steht im Wettbewerb zueinander?

00:00:10: Wer gewinnt?

00:00:10: die ganze Gesellschaft bis davon durchzunehmen.

00:00:12: Aber die Schülerinnen, ganz ehrlich... Ist ein Hobby.

00:00:16: Was ist dafür ein Leistungsdruckenbaum?

00:00:20: Nicht bei jedem oder jeder aber oft und häufig.

00:00:23: Das Problem ist der Vergleich mit jemandem.

00:00:25: gesagtes Macht überhaupt keinen Sinn sich zu vergleichen

00:00:28: Ja, aber macht das mal.

00:00:30: Wenn ihr da steht mit Leuten die eben dasselbe tun gerade jeder spielt einmal ein Chorus über das Stück und so.

00:00:36: Und sobald es jemand nicht tut in unserer Gesellschaft Sobald sich jemand nicht vergleicht Gucken wir den ganzen neidisch an.

00:00:41: Denken

00:00:42: Gott ist der Freie.

00:00:43: Genau Willkommen zum Jazz Live Podcast.

00:00:49: Ich bin Anja Moab Hier

00:00:50: Nistin Und ich bin Florence Harvisoner Sachsenfest.

00:00:53: Wir unterstützen Erwachsenenmusik-Bereist Also der freien erfolgreichen Menschen

00:01:00: Und in diesem Podcast lassen wir dich teilhaben an wertvollen Erkenntnissen

00:01:04: und Erlebnisse.

00:01:05: Denn ein Leben ohne Jazz ist

00:01:15: unmöglich, aber

00:01:18: sinnlos!

00:01:18: Ich freue mich hier zu sein.

00:01:19: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:21: Wahnsinn jetzt haben wir schon den zweiten Dozenten direkt hintereinander vom Cool Jazz Dice Workshop und von der Cool Jazz dice Band.

00:01:30: Aber das ist ja nur eine Sache.

00:01:33: Was, wie würdest du selbst im Beschreiben was du machst?

00:01:41: Also gelernt habe ich Schlagzeug spielen.

00:01:43: Das habe ich studiert und das habe ich lange Jahre gemacht sowohl beim Polizeiorchester Hamburg als auch frei beruflich mit vielen tollen Bands.

00:01:53: Und dann sind in den letzten Jahren viele interessante oder einige interessante Tätigkeiten dazu gekommen also so wie zum Beispiel eine Tontechnik-Ausbildung.

00:02:05: Und genau, dadurch beschäftige ich mich jetzt in meinem eigenen Studio mit Aufnehmen und Mischen von Musik.

00:02:11: Das ist ein weiteres Betätigungsfeld, was ich hab.

00:02:14: Du produzierst auch?

00:02:15: Also du machst auch selber Stücke!

00:02:17: Wir haben zuletzt mit der Jamie ein Song

00:02:20: gemacht,

00:02:21: ne?

00:02:21: Ja, genau.

00:02:22: Ich fühl'

00:02:22: dich sogar mit zu Brandsack.

00:02:24: Wunderschön, wunderschöne Solo.

00:02:26: Der Song heißt Lifted Through

00:02:27: the Night.

00:02:28: Und ja,

00:02:28: genau, ich mach meine eigenen Songs.

00:02:32: Der Dinge nicht genug, habe ich eine Ausbildung begonnen zum systemischen Berater.

00:02:37: Das ist ein ganz anderes Betätigungsfeld jetzt und das kriegt mich aber ganz doll.

00:02:41: Insofern ist da immer viel Bewegung drin und neue Dinge reizen mich.

00:02:47: Total cool!

00:02:49: Ich finde es super spannend.

00:02:50: auch die Kombination aus Beratertätigkeit ... Dieses Hinter-der-Kamera sag ich jetzt mal, also mit der Musikproduktion.

00:03:00: Das sind die Leute, mit denen wir als Musiker zusammenarbeiten und das eigentliche Musiker da sein sozusagen vor der Kamera.

00:03:09: Also der Schauspieler quasi beim Filmen, der halt selber spielt.

00:03:11: Ja genau!

00:03:12: Das finde ich, das ist so eine super... Das sind drei Ebenen, die du abdeckst mit dem was dich interessiert und was doch tatsächlich ernsthaft betreibst.

00:03:19: Das find ich irgendwie cool.

00:03:20: Das hat mich immer schon sehr ... fand ich immer schon sehr spannend bei dir.

00:03:24: Wie sehr du das ernsthaft betreibst sozusagen, dass du sagst okay das könnte vielleicht auch mal irgendwann für mich beruflich oder so sein?

00:03:32: Das finde ich irgendwie geil.

00:03:33: Da

00:03:33: hatte ich noch eine Frage, fällt mir jetzt direkt dazu ein bevor wir zur zweiten Frage kommen und zwar wie kann man es überhaupt zu sagen oder wie würdest du beschreiben bei einem Fluss diese Ausbildung die du machst dein Musik machen selber Musiker sein in irgendeiner

00:03:51: Form.

00:03:52: Interessante Frage, meinst du jetzt die systemische Beratungsausbildung?

00:03:56: Das ist in der Tat nach der letzten Zeit ganz spannend geworden.

00:03:59: Ein wesentlicher Bestandteil der systemischen Betrachtungsweise ist ja Ressourcen orientiert auf Menschen und Aufabläufe zu gucken.

00:04:07: Also Dinge ... Dinge, die viele Menschen im Alltag gewöhnlicher weils vielleicht als negativ betrachten.

00:04:17: dass man da schaut, was davon ist positiv.

00:04:20: Was von Dingen, die ich häufig schon als negativ und störend betrachtet habe in meinem Leben oder an mir ... Ist vielleicht eine Stärke?

00:04:32: Das war am Anfang der Ausbildung, kam das immer wieder ressourcenorientiert.

00:04:37: Ich bin da immer wieder drüber gestolpert, dass ich dann gedacht hab, Mensch, das und das sehe ich so häufig als Schwäche Und wenn ich ganz genau drauf gucke, wenn ich das größere Bild sehe ist es vielleicht einfach eine Stärke von mir.

00:04:55: So habe ich das bei Musik machen jetzt eigentlich auch für mich wahrgenommen.

00:04:59: Dass ich also ganz häufig gedacht hab, ach, vielleicht lehne ich mich jetzt einfach mal zurück und Doktor an diesem Feld oder an diesem Thema nicht mehr so viel rum sondern probiere das mal als Stärke zu sehen.

00:05:11: Vielleicht doch als Möglichkeit mich abzugrenzen und zu sagen nee, das muss sich jetzt auch nicht mehr können.

00:05:15: vielleicht Dafür kann ich das andere viel besser und da konzentriere mich drauf.

00:05:23: So was wie der verdeckte Gewinn, dass man ein Wirklichkeit, das was nicht läuft eigentlich etwas Gutes ist.

00:05:29: Es sind super Beispiele bei ... Ich sage mal once is error twice is jazz.

00:05:33: Also der ist

00:05:35: so ein

00:05:35: bekannter Spruch.

00:05:36: Ist nicht von mir.

00:05:37: aber die Fehler, die man macht, die sind ja auch beim Improvisieren etwas, woraus in Wirklichheit die Krasseste im ... Inspiration entschädigt.

00:05:47: Ich weiß noch, Studiert mal Jens Thomas gesagt ... Es gibt ja keine Fehler, es ist eigentlich eher so dass man eine Idee daraus generieren kann.

00:05:54: Das wäre super wenn ein Fehler passiert oder ich glaube was Frank Ratkowski das mir gesagt hat, weil sie nicht mehr aber irgendwelche Leute sind und die haben uns ja inspirierten indem Sie gesagt haben hier macht er nix.

00:06:03: also man nimmt sich natürlich etwas vor bei mit improvisieren und dann ist doch anders und dann muss man das alles.

00:06:09: die Kunst

00:06:09: liegt darin sozusagen aus dem was dann kommt das Beste draus zu machen sozusagen oder?

00:06:15: Ja Einerseits der Umgang mit Fehlern natürlich, aber ich finde auch ein bisschen die Persönlichkeit wie sie einfach sich ausdrückt im Musikmachen.

00:06:24: Also das kann man ja gar nicht vermeiden dass es passiert.

00:06:26: Mit seiner Geschichte kommt er mit einer ganz eigenen Prägung da rein und lernt ein Instrument, lernt Jazz, drückt sich selbst aus und dann gibt's dann welche, die können vielleicht ähnlich das im Blut total schnell Töne zu spielen oder andere haben super fetten Sound.

00:06:40: Oder andere haben total kreative Ideen, was Linien angeht und eine Supertime.

00:06:46: Da haben

00:06:47: auch ihre Schwächen bei den einzelnen Bereichen.

00:06:49: Das bin ich spannend zu sagen.

00:06:51: Guck mal, was ist die Stärke von jedem?

00:06:54: Ja genau!

00:06:55: Ich fand das jetzt ganz spannend wo ihr gesagt habt wenn ein Fehler passiert daraus lassen sich eigentlich da neue Ideen generieren.

00:07:03: und dann denke ich ja dass es ganz sicherlich so dass was mich in meinem Musiker schaffen, ja schon länger begleitet ist.

00:07:13: Dass ich vielleicht lange gedacht hab, ich muss so und so klingen.

00:07:18: Also ein größeres Bild als jetzt.

00:07:21: Ich mach einen Fehler.

00:07:22: wie geh' ich mit einem Fehler um?

00:07:23: Das ist das eine Bild, das andere Bild ist... ...ich wollte immer so-und-so klingen!

00:07:28: Wie ein bekannter Schlagzeuger.

00:07:31: Werde zum Beispiel?

00:07:32: Wie

00:07:32: z.B.,

00:07:33: sagen wir mal, Bill Stewart oder Jeff Tainwoods.

00:07:37: So Schlagzeuggrößen, die natürlich weltbekannt sind für ihren Sound, den sie kreiert haben und vielleicht ab einem bestimmten Moment festzustellen ok gelingt mir nicht.

00:07:47: so um ehrlich zu sein ist bisher nicht so so geglückt.

00:07:51: jetzt könnte ich natürlich enttäuscht sein und sagen okay habe ich nicht geschafft.

00:07:56: und der andere moment und da wird es dann halt spannend ist zu sagen okay wer bin ich?

00:08:02: Was macht mich aus, wenn ich zum Beispiel merke.

00:08:05: Das und das hat bisher nicht so geklappt irgendwie.

00:08:09: Kann ich wieder in den Überraum gehen?

00:08:11: Das habe ich lange gemacht und dem hinterher geübt.

00:08:14: Und dann irgendwann festzustellen ... Okay, vielleicht bin ich auch einfach nicht auf dieses hohe Level gekommen.

00:08:22: Ich wollte immer ein sehr hohes Level.

00:08:25: Vielleicht doch Bekanntheit erreichen.

00:08:28: Das hat nicht sogeklappt.

00:08:31: Aber was ... kriege ich jetzt als Gewinn daraus.

00:08:33: Und als Gewinne kann ich inzwischen mehr und mehr schöpfen, authentisch Musik zu machen.

00:08:40: also wirklich... Ich gehe auf die Bühne und das und dass und das klappt alles nicht.

00:08:45: aber ich guck gar nicht mehr da raus sondern ich gucke auf das.

00:08:49: was ist denn da?

00:08:50: Was is dann da?

00:08:50: Dann denke ich um ehrlich so sein Das hab' ich früher noch gar nicht gesehen.

00:08:54: Da ist ganz schön viel da.

00:08:55: Mir gefällt wie das klingt mir gefällt Wie das klingt Mir gefellt wie das klinkt.

00:08:59: Ah das mach ich jetzt so.

00:09:02: Früher hätte ich gedacht, das müsste.

00:09:03: Aber eigentlich so klingt darum ist es nicht gut und jetzt kann mich vielleicht sehen... Nein!

00:09:08: Das klingt genauso wie es jetzt klingt und das ist gut.

00:09:10: Und das gefällt mir total gut und so möchte ich klingen und das möchte ich nach vorne bringen.

00:09:15: Das ist ein sehr interessanter Prozess.

00:09:17: Absolut.

00:09:18: Ist eigentlich

00:09:19: so ein Miles Davis Moment oder?

00:09:22: Vielleicht.

00:09:23: Also ich meine, Miles hat ja auch mit Charlie Parker und Dizzy gespielt und der klingt

00:09:28: ja auch

00:09:29: nicht wie Dizzy.

00:09:30: Ja genau.

00:09:30: Konnt er auch nicht Sein Ding gemacht.

00:09:32: Das ist eine superkrasse Stelle, halt schon mit etwas früheren Jahren als wir vielleicht jetzt

00:09:38: ...

00:09:40: Ich glaube er hat nicht mitgespielt, sondern quasi.

00:09:41: stattdessen ist es ein Fußstaff von den Betrieben in der Band und ich glaube er wollte auch wie Roy Eldridge.

00:09:46: Aber er

00:09:48: war schon sein Vorbild, ne?

00:09:50: Also dann seine Autobiographie schreibt ja schon so

00:09:52: ein.

00:09:52: Ja klar, das ist auch klar!

00:09:55: Er spielt ja auch so überkrass.

00:09:56: Aber wie krass er sich löst von diesem Vorbild, selbstbewusst?

00:10:01: Ich finde das ein super Thema, was du hier anschnallest bevor wir noch zur zweiten Frage kommen, ganz lustig und ich find es auch vor allem deswegen super weil ich weiß genau dass unsere Hörer und zu wir Hallo übrigens schön hast Du eingeschaltet hast Dass die Genau das umtreibt Wie klinge ich eigentlich?

00:10:21: Und natürlich versuchen wollen wie Charlie Parker Michael Brecker Schlag mich tot

00:10:25: zu klingen.

00:10:26: Abbey Hancock, Oscar Peter sind auch gerne genommen?

00:10:29: Ja ist es so?

00:10:30: ja und dann geht's nicht Mist.

00:10:32: Diana Crawl klingt auch nicht wie aus Kapitelsten.

00:10:34: dabei war ihre Lehrer.

00:10:37: aber Diana Crawling klingt ziemlich gut nach Diana Crawle also in der Klavier spielt.

00:10:40: Absolut absolut.

00:10:41: Und die klickt eben nach Diana crawl.

00:10:43: und ich hatte diese Erfahrung mit Adam Holzmann.

00:10:46: Ich weiß auch genau, Café-Museum Passau.

00:10:48: Haben zwei Geeks in einer gespielt an zwei Tagen

00:10:50: und

00:10:51: am Abend des ersten Geeks oder vor dem zweiten Gequagginen.

00:10:54: Sagen wir mal wie dieses ein Stück ... Wie stellst du das vor?

00:10:56: Soll ich da eher so Dave Sanborn mäßig oder eher wie Kenny Garrett?

00:10:59: Das ist um Gottes Willen bitte denkt nicht so!

00:11:02: Ich will mit dir spielen.

00:11:03: Ja

00:11:03: ja, das ist schön, ne?

00:11:05: Spiel wie du

00:11:06: und nicht so... Aber wie is' das?

00:11:09: Ist es eher wie Kenny Garrett oder eher David Sanborn?

00:11:12: Auf einmal habe ich so ein leeres Feld gesehen, wo ich dachte aber da weiß ich gar nicht genau und das war eine krasse Erfahrung.

00:11:20: Und dann auch auf die Bühne zu gehen und zu sagen okay ich spiele jetzt Tutu mit dem Typen der... Es ging um das Schwirktutu, also wo er dabei war.

00:11:27: auch Ich spiel jetzt mit den Typen Der

00:11:29: hatte das auch auf der Platte mitgespielt?

00:11:30: Ja ja,

00:11:30: der spielt voll Tutul mit was er nächstes Album mit meist.

00:11:33: Ich meine Marc Tüller spielte auch mit.

00:11:36: Also sagt zu von den Aufspielen auch.

00:11:41: Wie Spiel ist denn eigentlich?

00:11:43: Und das war krass.

00:11:44: Ich meine, ich habe ja auch pure Desmond und immer wie Desmond gespielt und dann versucht was anderes zu machen oder wie Gerrit gespielt oder wie sonst wäre halt.

00:11:53: Wo ist man aber selbst?

00:11:54: Und natürlich glaube ich, Bill Stewart spielt ja auch nicht wie Jeff Tane Watts!

00:12:00: Und wer weiß, wie Bill Stewart gern gespielt hätte?

00:12:04: Wahrscheinlich

00:12:04: auch.

00:12:05: Das ist eine gute Frage.

00:12:06: Man kann nur wie Bill Stuart spielen oder wie Jeff Tain Watson, der man irgendwann sagt ... Scheiß drauf!

00:12:12: Ich spiel, wie ich spiele.

00:12:14: Ja genau.

00:12:15: und also für mich glaube ich hätte mir gewünscht dass ich mich das in meiner Laufbahn früher getraut hätte.

00:12:23: Das kann nicht sagen.

00:12:24: Also ich glaub diese Schubladen für mich lange an waren weil ich lange um ehrlich zu sein vielleicht gedacht habe, aber ich bin nicht gut genug.

00:12:34: Ich darf das noch gar nicht.

00:12:36: Und ich glaube dass das genau der Punkt ist wo viele mit hadern und jetzt könnte man ja auch ehrlich sagen okay guck an welche erfolge du vor gezeigt hast oder du bisher erreicht hast.

00:12:50: bist du denn gut genug um das zu entscheiden?

00:12:52: Ich glaube immer noch viele Menschen so denken.

00:12:56: Eine spannende Frage ist, dass jetzt in meinem Kopf oder denken viele Menschen so.

00:12:59: Ich glaube, dass das vielen studierten Musikern geht und man sich vielleicht noch nicht traut.

00:13:05: Darum ... Jetzt ist der Punkt, wo ich gedacht hab, okay, vielleicht habe ich das lang genug probiert und vielleicht reicht es einfach irgendwie.

00:13:13: Und wie gut fühlt es sich an, authentisch zu sein?

00:13:17: Und sagen, jetzt hab ich endlich Mut zur Lücke!

00:13:20: Und zu sagen, okay... ich mach einfach jetzt das was ich kann Und es fühlt sich verdammt gut an und das mache ich so gut, dass ich es kann.

00:13:29: Das fühlt sie viel besser an!

00:13:30: Ja man spielt den besten wenn man so spielt wie es eh automatisch kommt.

00:13:34: Aber wenn man jetzt Jazz lernt... Es ist natürlich immer die Frage also wo fängt das an?

00:13:41: Ich erinnere mich auch an eine Workshop von Richie Bayrach an der Musikhochschule Hannover.

00:13:45: Da war so ein Typ der immer noch in Hannover Straßenmusik machten und so ein Lebenskünstler irgendwie ist.

00:13:51: Malten, Jazz-Glück Hannover hatte früher mal die Leute gemalt Und der ist immer zu diesem Workshop gegangen, jedes Jahr als er wieder gekommen hat.

00:13:58: Zeitlang hatte Richie Bach jährlich diese Workshops gegeben und hat immer gleichgespielt sein Ding halt, seinen Stiefel gemacht.

00:14:03: Und dann hat irgendwann Richie gesagt komm wieder wenn du wirklich noch was gelernt hast oder wenn du das mal auch beherztigst was ich dir sage.

00:14:08: und so weil du machst da gar nichts.

00:14:09: Du beschäftigst dich quasi nicht bzw.

00:14:13: die ist es ja quasi egal was wir sagen.

00:14:15: Du machst nur quasi dein Ding.

00:14:16: Das hat dem im Sorten irgendwie... kritisiert und da habe ich dann immer gedacht, dass das irgendwie zweisteidiges Schwert war.

00:14:21: Einerseits andererseits ist es halt sein Stil und lass ihn doch.

00:14:25: Und andererseits kann man sagen ja gut aber die Frage ist immer wo entwickelt sich eben nicht?

00:14:34: Will man sich entwickeln oder entwickelt sich... Nur dann zu einem eigenen Ding, wenn man an seinem eigenen.

00:14:40: Das finde ich auch beim Unterrichten oder wenn wir mit Schülern arbeiten und den Teil nehmen um so ein Programm in cool-justice bei der Jazz Piano Academy ist immer die Frage, wo an welcher Stelle sagt man ja das ist doch genau, dass deine Persönlichkeit super?

00:14:53: Ja.

00:14:54: Und anderseits aber ein bisschen so richtige Wäusigen oder den richtigsten, also was heißt richtig?

00:15:02: Man muss wissen, was man tut.

00:15:04: Sobald man weiß, was er tut, kann man die Regeln brechen.

00:15:07: oder Regeln in Anführungsstrichen.

00:15:09: Jess hat den Ruf frei zu sein.

00:15:12: Interessant!

00:15:13: Und wenn man Jess studiert, weiß man, der gibt's auch schon.

00:15:17: Oder so?

00:15:17: Ja gut, genau genommen.

00:15:20: Die großen Künste und Names haben natürlich Regeln gebrochen und waren dadurch ebenso cool und prägend.

00:15:27: Und wie viele Regeln kann man, oder wann darf man eine Regel brechen?

00:15:30: Ich finde immer, wenn man so ein bisschen weiß, was man tut.

00:15:32: Das ist für mich das Enteinende.

00:15:34: also dann ist es Kunst.

00:15:36: Sonst ist es halt ein bisschen beliebig sonst.

00:15:40: Die Absicht...

00:15:40: Wie ein zweijähriges Kind, da ist halt ein Stift in die Hand mit einem geiles Bild malt aber es könnte nicht reproduzieren oder sagen ich geh noch mal in die

00:15:47: Energie und mach's

00:15:48: nochmal weil mehr oder weniger zu frei war.

00:15:51: Es war toll, das war ein Zufallsmoment Aber es war nicht quasi mit einer Absicht belegt.

00:15:57: Ich lege

00:15:58: bewusst

00:15:59: diesen Ausdruck rein, damit das dann

00:16:02: ungefähr rauskommt.

00:16:03: Ja.

00:16:04: Also ich tue mich ein bisschen schwer ... Wir suchen immer nach einer allgemeingültigen Antwort.

00:16:12: Wann darf man?

00:16:13: Oder wann sollte man?

00:16:14: Und ich glaube, dass es einfach nicht existiert.

00:16:18: Das ist ja mit jedem Schüler wie auch bei uns... Jeder Musiker, das ganz individuell entscheidet.

00:16:28: Aber als Lehrer bei jedem Schüler ist es so unterschiedlich, weil die Energie, die der oder die Schülerin mitbringt, ganz klar zeigt entweder ... Ist da noch Headroom?

00:16:40: Ist da auch Speicher frei?

00:16:43: Hätte ich das Gefühl, dass da eine bestimmte Übung ein bestimmtes Voicing, ein bestimmter Rhythmus irgendwie übt doch mal mit Metronom, achtet hier drauf.

00:16:52: geht das noch rein?

00:16:54: oder ist da vielleicht jetzt im Moment alles erreicht, was erreicht ist?

00:16:58: Ist da vielleicht Stress, dass ich denke okay wir müssen uns erst um den Stress kümmern.

00:17:02: Das heißt du darfst jetzt genau so spielen wie du spielen möchtest und dich damit wohlfühlen.

00:17:07: Ist jemand total cool und hat aber noch Luft an seinem Phrasing und woran auch immer zu anderem Sound und worann auch immerzu arbeiten dann arbeiten wir dran und gucken das besser zu kriegen also sozusagen eine neue Regel vom Jazz Liebevoll einzubetten.

00:17:26: Das liebt so an dir, diese gemessenen Daran

00:17:30: wie.

00:17:30: du

00:17:30: hast in deiner Leben viel weniger unterrichtet als wir beide jetzt mal weil er eigentlich immer Jobs hat.

00:17:35: das als Musiker trotz dem drichtest du so gut.

00:17:38: es habe ich ja auch immer bei den Workshops schon früher also ich habe mich zum ersten Mal gefragt haben gesehen wie einfühlsam zu Sachen erklären kannst.

00:17:45: Das liebe ich echt an dir.

00:17:46: das kannst du auch extrem gut.

00:17:47: dass ist eine echte Stärke und das finde ich wirklich cool.

00:17:50: und da hab ich auch echt muss ich sagen es hat mich auch inspiriert.

00:17:53: Das würde ich auch gerne so können.

00:17:54: Da hast du eine Fähigkeit, das finde ich richtig geil!

00:17:57: Deswegen bist du ja immer in einem coolen

00:18:01: Stil.

00:18:01: Ja und es macht mir immer mehr und mehr Freude.

00:18:04: Das geht dann in der Tat zusammen mit dieser systemischen Beratung.

00:18:08: Ich weiß dass mich früher unterrichten einer Musikschule, was ich da gemacht habe ein paar Jahre sehr gestresst hat.

00:18:21: Da reden wir dann auch von jüngeren Schülern, da reden wir vom Teenagern.

00:18:27: Teilweise noch Jünger.

00:18:29: Da mussten wir viel an Motivation arbeiten oder da war häufig Kinder.

00:18:34: Ich hab nicht geübt, ich war beim Fußball.

00:18:36: Ich war Eisessen irgendwie.

00:18:38: Ich habe die Schwierigkeiten damit zu arbeiten weil ich selber das in dem Alter nie hatte.

00:18:47: Und es gab nichts anderes.

00:18:49: Das war nie mein Problem, Motivation.

00:18:51: Hast du angefangen?

00:18:52: Ja, ich glaub mit dreizehn erst.

00:18:55: Mit dreizehnt schon, Alter ...

00:18:57: Oder mit dreizehn schon!

00:18:58: Das ist so früh für Schlagzeuger.

00:19:03: Wie auch immer auf jeden Fall mit dreizehnten angefangen und da für mich gab's nix anderes.

00:19:08: Wenn jemand in dem Alte zu mir kommt und sagt ja, ich find das super, aber ich hab jetzt ne Woche nicht geübt irgendwie dann weiß ich... spüre ich so in mir drin eine kleine Verweigerungshaltung.

00:19:21: Und wenn nicht mit Erwachsenen oder Jugendlichen oder Erwachsene dieses Thema nicht haben, sondern die zum Workshop kommen und sagen, ich will das auf jeden Fall lernen irgendwie dann habe ich diesen Thema nicht und ich kann sofort in die Arbeit mit dem Instrument und der Musik gehen.

00:19:35: Was ich da aber jetzt... Das war nicht der Punkt auf den ich hinaus wollte.

00:19:39: was ich da jetzt spüre ist dass mich die Musik interessiert, ja das ist richtig.

00:19:44: Aber eben beim Unterrichten die Person eigentlich mehr.

00:19:48: Das hatte ich früher nicht sondern ich dachte immer das muss doch jetzt klappen.

00:19:52: Ja aber das ist auch nichts zu trennen.

00:19:56: Man lernt nur wenn man seine Hörn überwindet.

00:19:58: Genau und mit der Persönlichkeit der Menschen da merke ich halt irgendwie okay das ist jetzt interessant.

00:20:06: irgendwie wo bist du grad?

00:20:07: Und was brauchst Du?

00:20:09: Damit du mit der Musikfreude hast, ist natürlich eine andere Fragestellung.

00:20:12: Was brauchst du?

00:20:14: Um toll zu spielen oder vielleicht zusammen noch das gleiche?

00:20:17: Das ist die

00:20:18: Frage.

00:20:18: Vielleicht ist am Ende auch das Gleiche?

00:20:19: Absolut,

00:20:20: ich glaube auch.

00:20:21: Ich glaube auch dass es gleich ist.

00:20:22: auf der anderen Seite sind wir natürlich... Also ich bin kein systemischer Berater so ein einfach nur Saxophonist und Hobbypsychologe.

00:20:29: Und du komm aus einem Psychologe..

00:20:31: Ein guter Hobbypsychiologe?

00:20:33: Weiß ich nicht!

00:20:33: Das denkt man ja immer selber, dass man genau weiß was bei anderen Leuten ist.

00:20:37: Kann man sich gerne täuschen.

00:20:38: aber meine Stiefenmutter Auch systemisch, ich arbeite zum Familienaufstellungen.

00:20:42: Und meine Schwester ist Kehner Psychotherapeutin und so.

00:20:47: Also ich hab schon mit damit zu tun immer gehabt auch.

00:20:50: Und das bin ich mit aufgewachsen selber im Psychotherapie seit ich klein war mit Familienzachen aber meistens natürlich ausprobiert selber quasi mit meiner Stiefmutter zusammen und dass er auch alles möglich hatte kennen gelernt.

00:21:01: dadurch habe ich davon immer schon so gedacht.

00:21:03: also bin so mit auf gewachsen halt.

00:21:05: Was früher auch ein bisschen komischer war, da war das noch nicht so en vogue wie heute.

00:21:10: Es redet ja für den Psycho-Scheiß ist es doch gar nicht und heutzutage eher mehr Standard würde ich sagen.

00:21:16: oder dass man ... Das ist mittlerweile angekommen in der Gesellschaft?

00:21:20: Mehr und mehr, gefühlt für mich.

00:21:22: Vielleicht hängt's auch von einer Blase ab, in der man sich gerade

00:21:25: zum Beispiel ... Was könnte

00:21:27: sein

00:21:27: jetzt?

00:21:27: Ich darf mit unserer Blase schon

00:21:29: aber vielleicht nicht bei jedem.

00:21:31: Das stimmt.

00:21:32: Das ist für die Gesellschaft generell sehr spannend.

00:21:35: Ich wollte noch eine Sache sagen.

00:21:37: Du hast ja gesagt, dass das früher für dich viel mehr auch mit Druck

00:21:42: war

00:21:43: oder im Jazz, viel mehr darum ging wie viel man richtig und so.

00:21:46: Und du hast ja in Holland studiert.

00:21:48: Das finde ich ist auch echt noch ein Faktor weil Holland ist ja auch sehr... Also die holländischen Musiker schon haben einen sehr guten Ruf im Inner-Jazz-Zene und gelten sowas in Europa als das Maß aller Dinge.

00:22:01: In Europa?

00:22:02: Finde

00:22:02: ich schon, technisch gesehen in Europa.

00:22:06: In Amerika gibt es nicht noch Berkeley und so.

00:22:09: Aber

00:22:10: äquivalent geht's quasi eigentlich ... Ich bin Hollander dieser Schule.

00:22:15: Dann haben die Schmieden irgendwie.

00:22:18: Da hast du ja studiert und dich dem ausgesetzt, diesen leistungsdruck wo auch eine ganz klare

00:22:25: ...

00:22:26: Antwort auf die Frage gibt, wie ist richtig?

00:22:28: Ja.

00:22:31: Genau.

00:22:33: Da kommt das unter anderem auch her.

00:22:37: Wie wird das jetzt richtig gespielt?

00:22:39: Da reden wir natürlich von Stylistiken.

00:22:41: Da hat man die Schubladen irgendwie zu Big Ben Jazz und Mainstream und Hardbop, Bebop ... Wie hat das zu klingen?

00:22:50: Wie habe ich als Schlagzeuger zu spielen?

00:22:53: Es ist sehr interessant.

00:22:56: Ja, vielleicht hab ich damit auch immer ein bisschen gestruggelt.

00:22:59: Dass ich das immer so gerne gewollt habe, dass du ein bisschen Part erreicht haben und vielleicht aber gab's dann paar Prozent die zu dem Bild was ich mir gezeichnet hatte wie ich klingen wollte Die hab' ich vielleicht nicht ganz erreicht.

00:23:16: ja das ist halt eine spannende Prozess sich davon zu lösen und zu sagen okay Ich mach es jetzt einfach anders.

00:23:21: also ich erfülle nicht mit dieses Bild Was da erwartet wurde.

00:23:26: Ich hatte mich sehr damit identifiziert, aber das ist ein schöner Prozess.

00:23:34: Spätestens jetzt davon zu lösen?

00:23:36: Absolut!

00:23:36: Du bist viel lockerer jetzt und

00:23:39: es ist cool.

00:23:39: Das ist so faszinierend auch bei manchen Thülern das zu sehen.

00:23:43: Aber als auch von dir oder bei mir oder auch bei dir... Wie zusammenhängt die persönliche Entwicklung und die musikalische Entwicklung?

00:23:51: Das ist

00:23:51: super spannend.

00:23:54: Als Berufsmusiker ist es ja.

00:23:55: in der Tat ist das ja ganz lange ein Ding.

00:23:59: Vielleicht ist es auch immer ein Ding, aber für mich hat mir irgendwann erlaubt, dass Musik nicht mehr ausschließlich mein Leben ist und dass es ein Teil meines Lebens ist.

00:24:13: Wenn ich heute im Konzert spiele und damit nicht zufrieden bin, dann kriege ich mich das nicht mehr so lange.

00:24:20: So was hat mich früher teilweise ... Also mehrere Tage, vielleicht eine Woche verfolgt.

00:24:25: Und ich musste das im Überraum wieder gerade rücken.

00:24:29: Krass!

00:24:30: Das ist nicht mehr so.

00:24:31: Es ist wirklich nicht mehr... Was immer schlecht heißt?

00:24:36: Auch noch sehr interessant, weil manche waren es trotzdem gute Auftritte.

00:24:39: Aber gemessen an meinen Idealbildern war das vielleicht kein guter Auftritt.

00:24:44: Nein, spätestens am nächsten Morgen gibt's einen Kaffee drauf und dann ... ist das wieder weg.

00:24:51: Das finde ich mega befreiend und es ist total schön, es ist halt ein Teil von meinem Leben.

00:24:56: da kann ich zielgerichtet überlegen was kann ich da besser machen oder was nicht?

00:25:01: Was kann ich verbessern?

00:25:03: Und dann kann ich das tun.

00:25:05: Super!

00:25:06: Es ist gut.

00:25:07: also ich finde jetzt könnten wir mal die zweite Frage stellen

00:25:11: Ja.

00:25:12: Wisst du?

00:25:14: Welche

00:25:14: drei Worte fallen dir ein?

00:25:15: als erstes spontan wenn Du das Wort der hörst.

00:25:18: Jetzt haben

00:25:20: wir mich schon viel geredet darüber.

00:25:25: Macht ja nichts!

00:25:28: Ja, ist ganz lustig weil das erste Wort was mir persönlich in Sinn kommt... ...ist Leistung.

00:25:37: Krass!

00:25:38: Echt?

00:25:39: Ja und das ist natürlich so.

00:25:42: und dann und das zweite was mir im Sinn kommt es Freiheit

00:25:47: Wahnsinn.

00:25:48: Da kann man vielleicht sehen, was es mit mir macht irgendwie.

00:25:51: Denn ich würde sagen das die Musik-Jazz ... Die Musik Jazz hat so viel und ist so wunderschön!

00:25:57: Aber ich in meinem persönlichen Leben ... Ich habe mich einem Leistungsdruck unterzogen und musste das gut machen.

00:26:07: Das hab' ich mit dieser Musik.

00:26:09: gemacht irgendwie.

00:26:11: Aber wo ich es loslassen kann und wir haben gespielt am Samstag, hatten wir einen wunderschönen Auftritt im Birdland und ich muss gar nicht sagen da war Freiheit.

00:26:18: Vielleicht nicht immer vielleicht die ganze Zeit aber da waren für mich freie Momente und da habe ich für mich gedacht schon cool wie die Musik dann auch wieder zu mir kommt.

00:26:27: Schön!

00:26:28: Cool mit Freiheit.

00:26:29: ja

00:26:31: Ein Wort hast du noch frei?

00:26:32: Ein Wort

00:26:34: Leistung und Freiheit.

00:26:43: Sound

00:26:44: Ja okay gut Wie krass unter sich das ist.

00:26:50: Georgi hat ja auch mitgespielt, der im letzten Podcast war und gesagt Medizin.

00:26:55: Ja, das habe ich gesehen.

00:26:58: Das

00:26:59: ist so anders aus.

00:27:01: Ich meine, das ist halt gar nicht Leistung überhaupt nicht.

00:27:04: Also Georgi spielt super!

00:27:06: Und er ist ja auch super virtuos.

00:27:07: aber der würde nie drüber nachdenken dass es irgendwie anstrengend oder so

00:27:12: ist

00:27:12: wie krass manche Leute einfach aus sicher raus kommt auf mich auf die Idee

00:27:17: anstrengend.

00:27:19: Und trotzdem spielt er super virtuos und andere Leute denken sich, ich muss das berühmte!

00:27:24: Ich hab ja für dieses Konzert, dass du gerade erwähnt hast auch zwei Wochen geübt weil ich echt mal wissen wollte auch selber ob ich das technisch auf dem Honig und wo spielen kann wie ich das gerne von mir jetzt auch mal hätte und bin plötzlich auch in so ein Leistungsding reingerutscht.

00:27:37: Das war für mich auch unerwartet.

00:27:39: Da musste ich an Paul Desmer denken der gesagt hat I tried practicing for a few weeks and ended up playing too fast.

00:27:47: Den kann die noch nicht.

00:27:47: Der ist gut, ne?

00:27:48: Ich hab gesagt,

00:27:49: ich versuchte ein paar Wochen und bin zu schnell.

00:27:53: Also, ich meine... Ja,

00:27:54: der ist cool.

00:27:56: Ja!

00:27:56: Gut, ich will mich jetzt nicht wiederholen.

00:27:59: Ich habe das Gefühl, ich würde dann wiederholend was ich vorhin gesagt hab.

00:28:03: Da hab' ich genug dazu erzählt.

00:28:05: Ich liebe Georgie und ich bewundere seine Freiheit beim Spielen.

00:28:09: Ich bewunderoe das und kann auch sagen dass ich davon lerne.

00:28:14: Dass ich davon definitiv lerne ja

00:28:16: Absolut,

00:28:18: ich auch.

00:28:19: Ich mag aus der Energie.

00:28:20: Es kommt so von innen.

00:28:23: Direkt ungefiltert geht

00:28:25: es rein.

00:28:25: Das ist total authentisch.

00:28:28: Zum Beispiel im Konzert und anderen Momenten in der Vergangenheit durfte ich das für mich erfahren.

00:28:34: wenn plötzlich dieser Leistungsschalter weggeht und es einfach fließt was dann passiert?

00:28:47: Irgendwie Voodoo, irgendwie ist es

00:28:49: Voodo.

00:28:50: Aber ich finde das so bemerkenswert weil wir reden über die gleiche Musik.

00:28:53: Wir reden in dem Fall sogar von der gleichen Band, die am selben

00:28:55: Abend gespielt haben.

00:28:57: und wie unterschiedlich... Also ich würde sagen, ich glaube, ich gehe wieder ganz anders ran und der Pianistin da gespielt hat Steve auch wie unterschiedliche jeder diese gleiche Situation sich ihr nähert.

00:29:11: also Jeder geht die Situation komplett anders an, weil dann natürlich aus einer anderen Herkunftsgeschichte und so.

00:29:17: Dass wir wieder bei der Persönlichkeit entwickeln

00:29:20: und so...

00:29:21: Aber eben auch was Musik bedeutet oder wie

00:29:23: man überhaupt

00:29:24: Musik für sich versteht.

00:29:25: wenn einer sagt Leistungen, der andere sagt Medizin und der dritte wieder etwas anderes Und das Schöne

00:29:30: ist ja

00:29:31: im Idealfall mischt ich das zusammen und wird uns zu einem Ganzen was eben besser als immer eine Einzelteile und Man lernt eben dadurch viel voneinander.

00:29:41: Ich spüre das auch irgendwie, dieses Leistungsding.

00:29:44: Und ich habe aber sicherlich auch deswegen zwei Wochen geübterlich wollte, dass es für Ole reicht

00:29:49: und

00:29:50: verstehe es so.

00:29:51: Gleichzeitig spüre ich diesen Medizingedanken über mich mit Georgie-Spielen.

00:29:55: Das pulsiert durch mich durch und auch Georgiette durch das Leistungsdienst und gleichzeitig haben wir von ihm das Medizineding

00:30:00: usw.,

00:30:00: uns lief bringt's eins und jeder und du bringst eins rein wenn wir zusammenspielen oder zusammen unterrichten, wie auch bei den Mare Sessions und so...

00:30:10: Na ja, und die Sache ist natürlich die.

00:30:13: Wenn du sagst drei Worte für Jazz ... Und ich hab an Leistungen gedacht... Da ging sofort die Stimme dahinter an.

00:30:22: Nee das darfst du jetzt nicht sagen!

00:30:25: Weil alle wollen hören wie toll Jazz es ist.

00:30:29: Ja?

00:30:29: So, ne?

00:30:30: Das ist interessant.

00:30:33: Erst habe ich das erklärt und das Leistungserklärte immer noch gedacht, dass darf ich aber nicht sagen.

00:30:38: Der nächste Gedanke, der dann eigentlich ist ... doch.

00:30:42: Doch!

00:30:43: Wir sind Berufsmusiker

00:30:45: und natürlich

00:30:46: ist da ein Leistungsdruck.

00:30:47: Aber natürlich ist er da.

00:30:49: Natürlich dürfen wir das ansprechen.

00:30:52: Und dass zu sagen, dass das nicht so ist, ist natürlich nicht richtig.

00:30:56: Es ist halt so, dass Menschen damit unterschiedlich umgehen.

00:30:59: Für manche ist es kein Thema.

00:31:01: Wenn du einfach frei in der Musik bewegst, kommt das als ... Abfallprodukt?

00:31:08: Ja, genau.

00:31:09: Von deiner Einstellung!

00:31:11: So und das war

00:31:12: übrigens...

00:31:14: Das komme ich jetzt drauf.

00:31:15: War der Standard-Satz meines leider verstorbenen zweiten Schlagzeuglehrers Herr Zulauf aus Kiel, der gesagt hat Leistung ist ein Abfall-Produkte-Einstellung.

00:31:26: Okay

00:31:27: Jetzt komm' ich da drauf.

00:31:29: Es ging also nur immer um die Musik Und die Musik zu durchleben Und nur für die Musikzuleben Und dass die Leistung daraus entsteht.

00:31:38: Offensichtlich

00:31:40: hat Leistungsdruck was mit mir gemacht, dass ich den nicht so gut loslassen konnte eine Weile.

00:31:46: aber zum Beispiel wenn wir z.B über unseren Kollegen Georgi sprechen dann sehen wir das er die Leistung sehr wohl bringt weil er ganz frei sage ich jetzt mal so oder zumindest freier als ich

00:32:01: zumindest kommt es zuvor?

00:32:03: Kommt

00:32:03: es so vor?

00:32:04: Wir sagen das jetzt mal irgendwie durch die Musik und Empfindung durchgeht.

00:32:09: Und dann kommt Leistung bei raus, ne?

00:32:12: Aber dass man es sagen darf und das ist natürlich ein Teil des Berufsmusikerlebens ist...

00:32:19: Ja, ist interessant!

00:32:20: Also ich habe ja vorhin beim Vorgespräch schon erzählt, dass ich mich eigentlich versuche nie als Profi zu sehen sondern als Amateur.

00:32:29: Natürlich bin nicht sozusagen Profi aber ich will einfach Spaß haben.

00:32:34: wenn ich da hier rausgehe und spiele Dann denk ich nicht daran, dass ich ... Ich glaub genau deswegen, weil mich das wahnsinnig machen will.

00:32:42: Und wenn immer das ein bisschen reinkommt und es tatsächlich kommt, ist das eine klasse Herausforderung?

00:32:48: Die Leistung meinst du!

00:32:49: Ja der Leistungsgedanke... Also ich hab das immer verweigert, mir war klar, das kann ich gar nicht und will auch nicht.

00:32:56: Ich spiel zum Spaß verdammte Scheiße.

00:32:59: Ja

00:32:59: also immer,

00:33:00: was soll das?

00:33:01: Wenn man nichts im Spaß

00:33:03: spielt dann ...

00:33:04: Es ist eine Rheemeverfehlung, weil es soll ja Spaß machen.

00:33:06: Auch den Zuhörer.

00:33:07: Das kann nicht Spaß machen, wenn's nicht aus Spaß geboren ist!

00:33:10: Und das ist auch da rundherum?

00:33:11: Ich gesagt hab ich mach'n nicht mit bei dem Konzert.

00:33:13: Was ich gemerkt habe setzt mich erst total unter Leistungsdruck in drei Wochen irgendwie acht Stücke zu lernen die

00:33:20: vonehmend

00:33:20: die meisten... ich das quirb da brauche ich erstmal nachher.

00:33:23: bis hier am mindestens hätte ich jetzt gern, weil ich hab noch andere Sachen zu

00:33:27: tun in meinem Leben

00:33:29: und zweitens eigentlich auf ne andere Musikbook hab die mir Spaß macht und meine eigene Sachen machen will.

00:33:35: Wenn ich ständig solche Sachen mache, wo ich merke nee das mach' ich so halb gar irgendwie nebenbei bin dann hinterher total unzufrieden nach dem Konzert weil es nicht so war wie's echt gerne hätte.

00:33:45: Denkt

00:33:45: ja nicht hab die Leistung mich gebracht.

00:33:47: Dann spiele ich doch lieber, da nutze ich doch die Zeit und mach mal mein eigenes Ding draus.

00:33:51: also das finde ich irgendwie ist für mich gerade ein ganz ganz großer... Entwicklungsschritt, sowohl persönlich als auch

00:33:57: mentalisch.

00:33:58: Das ist nicht meine

00:33:59: Stärke von wegen Stärken.

00:34:02: Ich habe andere Stärkungen, die sind sehr stark.

00:34:06: Aber die werde ich jetzt mal anfangen.

00:34:07: zu

00:34:07: featuren

00:34:08: oder wiederfeaturen.

00:34:12: Genau so ist es auch, wenn man selber Jazz lernt, dass man schaut was kann ich gut?

00:34:19: und das zu featuring.

00:34:21: Zu mir kommen halt viele Leute,

00:34:23: vom Blatt spielen oder halt irgendwie Noten, damit fangen die meisten hier an.

00:34:27: Dann sagen sie jetzt möchte ich gerne freispielen und dann ist es lustig wie sehr oft unterschätzt wird was das bedeutet nicht nach Noten zu spielen.

00:34:37: Ich hatte zum Beispiel letztens mit einer Schülerin diese Woche erst dass wir ein Lick durch alle sechs Tunarten erstmal nicht durch alle zwölf, sondern durch die Hälfte im ganzen Schritten geübt haben und sie hat's aufgeschrieben uns jetzt analysiert und Sie hat alles das gemacht was der Kopf kann.

00:34:52: Und dann haben wir gesagt, spielen wir mal so quasi aus dem Kopf.

00:34:55: Auswendig also ohne auf den Noten zu gucken und nur nach Gehör sozusagen.

00:35:00: und natürlich denkt man eben nach okay das ist die Quint, dass es die Terz und so weiter und sofort.

00:35:04: Das hat ja schon auch was im Kopf zu tun aber es ist eben eine andere Musikierart.

00:35:07: Es ist nicht die Musikierarte ich gucke auf die Noten und dann schaue euch das die Finger das abspielen sondern ich muss wirklich nachdenken und mir klar machen welcher Ton ist es sowohl intuitiv als auch Von der Logik her?

00:35:23: und

00:35:23: daraus dann sozusagen die Handlungsanweisung.

00:35:25: Ich muss diese Klappe drücken, ich musste das Intenturen spielen, ich muss die in den Rekord-Denken

00:35:30: ableiten.".

00:35:31: Und das ist so schwergefallen hat sie gesagt, dass es eine sehr hochintelligente Frau, die auch einen schwierigen Beruf hat und die hat dann gesagt, das bringt mich in meine Grenzen!

00:35:43: Das war krass, ich war selbst überrascht Boah, ist das schwer.

00:35:47: Das habe ich nicht gedacht.

00:35:49: Wir waren bei der vierten, fünften Tonart und sie wollte sechs durchbringen.

00:35:53: Dann kriegst du dich im Kreis, da kann man das immer so spielen.

00:35:56: Das haben wir noch geschafft!

00:35:57: Und es war eine Wasensleistung.

00:35:58: Ich weiß jetzt, Sie wird den Drops lutschen... ...und sie wird das aparten.

00:36:03: Es wird cool, ihr Spiel nachhaltig verändern.

00:36:07: Man muss halt einmal über diese Hürde drüber und auch eben über die Hürder, dass man sich etwas aussetzt.

00:36:13: Leider.

00:36:14: neu ist.

00:36:15: Ich habe jetzt einen neuen Computer, ich hab jetzt gewechselt von Windows auf Apple und ich hab mich tierisch lang dagegen gewährt, bin da der letzte Mojicaner, den er mit Windows gearbeitet hat.

00:36:24: Und weil ich wollte auch nicht diesen Scheiß lernen, dass das X denn links ist statt rechts und was weiß ich?

00:36:29: Diese ganzen neuen Programme und so... Und ich merke auch jetzt wie schwer mir das fällt zu sagen, ich lerne etwas Neues!

00:36:36: Das ist vielleicht auch ein bisschen die Schwierigkeit, die unsere Schüler oder Teilnehmer haben.

00:36:41: oder Teilnehmenden, In mittleren Alten sage ich jetzt mal, ich will nicht hohes Alter sagen.

00:36:49: Wenn man schon älter ist und eben nicht mehr Teenager und so wie die bei dir in der Musikschule waren oder auch unsere Kinder, die in der Schule sind ... Das war das Schwertut damit, die Bereitschaft zum Lernen überhaupt aufzubringen zu sagen Ich setze mich dem aus und lerne etwas komplett Neues was ich nicht

00:37:06: kann.

00:37:07: Ja

00:37:08: Und?

00:37:08: Ich frag den...das Beispiel, das kenne ich total gut was seine Schülerin jetzt hatte, auch aus meiner Klasse.

00:37:17: Wir lernen ja bestimmt Voisings wirklich auswendig in allen Tonarten.

00:37:21: damit das Hildes, dass man einen Schnittschied vor der Nase hat, was man noch nicht kennt und es einigermaßen abspielen kann.

00:37:29: Ein paar Weißen die richtigen Rezepte haben, die richtige Handwerkszeuge zu sagen ich spiele das jetzt mal.

00:37:35: Und das machen wir alle super.

00:37:36: also die üben ist wirklich toll.

00:37:37: aber bei manchen merkt man... Dieser Schritt von, ich übe diese Voicings und ... Ich bring sie dann aber in die Anwendung.

00:37:45: Das ist genau dieser Punkt!

00:37:46: Ich hab's nach Noten geübt quasi bei euch, ihr macht das nach Notem, wir machen es nach Ziffern mit den voicings Aber dann zu sagen jetzt packe ich das in ein Stück rein und geh' in die anwendung und gehe damit frei um Also das bricht plötzlich alles weg dieses ganze ich üb jetzt im Quintenzellkuchen hier und da.

00:38:01: Jetzt muss ichs frei anwenden

00:38:03: mit eigen

00:38:03: Verantwortung,

00:38:04: dass is einfach.

00:38:06: Das ist so weit außerhalb der Komfortzone.

00:38:09: Ich will alle hören, mehr Mutigen, traut euch!

00:38:11: Macht es und macht es und das wird immer leichter.

00:38:15: hier öfters man's macht.

00:38:18: Man muss sich trauen zu fliegen ein bisschen.

00:38:20: Und das muss man üben.

00:38:21: Man

00:38:23: müsst üben

00:38:25: dieses Konstrukt loslassen und trotzdem einen Rest an Kontrolle oder ... Man muss weiterhin am Steuer sitzen.

00:38:33: Man kann nicht nach Gefühl nichts machen, das ist ein Balanceakt zu sagen.

00:38:39: Mindestmaß an Kontrolle!

00:38:41: Ich hab das Steuern in der

00:38:42: Hand und gleichzeitig fliege ich und lass mich tragen von dem was ich schon geübt habe.

00:38:52: Und wenn ich das höre, kommt noch mal das Wort Leistung?

00:38:57: Dass ich so denke ja... Aber wie schnell kann man sich davon stressen lassen?

00:39:02: Ja

00:39:03: Wie schnell kann man sich davon stressen lassen?

00:39:04: und wo setze ich meine individuellen Grenzen, dass ich sage okay überfordert mich jetzt.

00:39:11: Ich muss das in meinem Tempo machen.

00:39:13: ja ich sehe das andere das besser können zum Beispiel einen Kurs mit mehreren und ich bin vielleicht eher langsam.

00:39:20: wie gehe ich damit um?

00:39:22: kann nicht mich.

00:39:23: trotzdem kann ich mich trotzdem frei fühlen.

00:39:25: kann ich was vorspielen vor anderen?

00:39:29: Kann ich was vorspielen für anderen, obwohl der oder die andere das gerade besser vorgespielt hat?

00:39:34: Wie mir

00:39:34: das zumindest

00:39:36: vorkommt.

00:39:37: Manchmal aber auch messbar wenn es einfach eine klar definierte Sache ist.

00:39:42: Eine klar definierte Aufgabe.

00:39:44: Die ist jetzt grad zu bewältigen gilt.

00:39:47: Wieke ich damit um und dann ...

00:39:49: Ja ja,

00:39:50: klar!

00:39:52: Und

00:39:52: ja, die Patentantwort gibt's nicht da drauf Das Thema ist wirklich da.

00:39:59: Ja, das ist

00:40:00: interessant!

00:40:00: Ich glaube es ist auch so ein gesellschaftliches Phänomien, dass alles immer in der Bewertung und im Ranking...

00:40:07: Und eben Messer?

00:40:08: Wer steht im Bettbewerb zueinander, wer gewinnt?

00:40:11: die ganze Gesellschaft ist davon durch zu tun.

00:40:13: Das fragt mich sowieso

00:40:14: auch gar nicht.

00:40:14: Kapitalismus meinst

00:40:16: du?

00:40:16: Nicht nur Kapitalismus kannst du auch durchaus noch ausdehnen wegen

00:40:19: dem Griff auf allem.

00:40:20: Meistensgesellschaft halt auch.

00:40:22: Genau, die Individuen sind alle in Werbbewerb zueinander und so weiter.

00:40:27: Das muss vielleicht gar nicht sein...

00:40:30: Nein überhaupt nicht!

00:40:30: Aber ist das nicht erstaunlich?

00:40:32: Dass wenn wir die Workshops geben, dass da dann vier Dozenten und wie viel haben wir?

00:40:38: Dann acht Schülerinnen und neun oder zwölf oder zwöch.

00:40:45: Und dann ist es ein Hobby.

00:40:46: Alle wollen's als Hobby machen Weil wir sind ja die Berufsmusiker, da würde man vielleicht sagen okay ich kann verstehen dass wenn du dein Geld damit verdienen musst da ein Leistungsdruck entsteht.

00:40:55: Wie gehst du damit um?

00:40:57: Aber die Schülerinnen ey ganz ehrlich ist ein Hobby.

00:41:01: und was ist dafür ein Leistungstrockenraum?

00:41:03: Was ist dafür einen Leistungsdrockenraum?

00:41:05: nicht bei jedem oder bei jeder aber oft und häufig jetzt mal nur um das wahrzunehmen.

00:41:12: Spannend.

00:41:13: Das Problem ist der Vergleich, das macht keinen Sinn sich zu vergleichen und höre auf dich zu vergleichen.

00:41:20: Ja

00:41:21: aber mach das mal!

00:41:22: Wenn du da stehst

00:41:23: mit Leuten die eben dasselbe tun gerade jeder spielt einmal einen Chorus über den Schlökel so.

00:41:28: Und soweit es jemand nicht tut in unserer Gesellschaft soweits ich jemand nicht vergleicht gucken wir ihn ganz neidisch an.

00:41:35: Gott ist der frei.

00:41:36: Und

00:41:37: so will er doch erst eignen, indem man nämlich Bill Stuart isst.

00:41:41: Nur deswegen Bill Stuart ist wieder nicht die ganze Zeit zu sucht wie Jeff Tane Watts zu spielen.

00:41:45: Da haben wir den Kreis.

00:41:46: genau so ist das.

00:41:48: Ich muss sagen ich mache bei mir immer so kleine Nettig-Vorspiele und Komponistenclub Nummer mal viermal im Jahr dass wir uns gegenseitig die Stücke vorspielen in der Masterclass Und ich mach es immer bewusst mit dem Fokus, dass ich sage, wir stehen nicht im Wettbewerb.

00:42:01: Es gibt nicht drum, wer am besten spielt und wir losen mittlerweile auch die Reihenfolge aus.

00:42:04: Jetzt hat man's ja oft bei den Schülervorspielen, dass sie noch nicht ganz so weit sind anfangen und am Ende dann die besseren

00:42:10: kommen damit, die

00:42:10: sich am Anfang trauen.

00:42:12: Mittlerweile lösen

00:42:13: wir das jetzt aus.

00:42:13: Ist total spannend!

00:42:15: Das ist so schön weil ich merke wie so eine Wertschätzung kommt von den anderen Teilen, wenn man auch wenn das Feedback kommt, das ist unheimlich aufbauend.

00:42:24: Also es entsteht wirklich so ein kleiner Rahmen, wo man dann plötzlich individuell ins Hauen schon hört.

00:42:29: Die klingt nach Urike, der klingt Nach Walter, Martin klingt sowieso nach Martin und das ist total schön.

00:42:37: Ich bin echt dankbar, dass ich so einen Raum überhaupt schaffen konnte, dass das funktioniert, dass die Leute mitmachen.

00:42:43: Genau Es ist sehr gut gelungen.

00:42:46: Am Anfang erinnere ich mich, es war ein Schüchtern.

00:42:50: Mittlerweile ist das aber so ein bestärkender Raum, wo man sich gegenseitig unterstützt und sagt supercool.

00:42:55: So war's bei uns beim Workshop am letzten noch, wo die Sanna gesagt hat, ich kann das ja nicht.

00:43:00: Dann haben wir alle gesagt doch du kannst das!

00:43:05: Das ist gut so!

00:43:07: Ich habe nachher

00:43:07: sogar noch einen Zettifikat

00:43:08: geschrieben.

00:43:10: Jetzt hast du es mit Brief und Sieg.

00:43:15: Das war ganz lustig, so unter der Hand das zu ihr gekommen.

00:43:19: Aber ich habe noch mal eine Frage oder zwei Fragen um genauer zu sein.

00:43:24: Du hast ja jetzt angefangen auch vermehrt also nicht nur bei uns im Kultus als Workshop sondern auch selber auf anderen Workshops.

00:43:33: Gruf oder Timing und Rhythmus.

00:43:36: nochmal für Nichtschlagzeuge zur Unterrichtung.

00:43:40: wirst du es vielleicht auch in Zukunft noch ein bisschen intensiver betreiben, je nachdem wie sich das wahrscheinlich entwickelt.

00:43:45: Keine Ahnung was die Zukunft bringt ist ja immer offen aber das könnte ich mir bei dir sehr gut vorstellen wenn du das sehr gut machst auch bei uns.

00:43:52: Ich freue mich sehr dass du diesen Part übernimmst weil er so wichtig ist und leider gerne unterschätzt wird.

00:43:58: Ohja!

00:43:59: Ja, weil du hast ihn erst in der ersten Linie.

00:44:01: Kann

00:44:01: ich mir gar nicht vorstellen, dass ihr immer etwas unterschätzelt?

00:44:03: Na sowas!

00:44:05: Naja mit allen immer weißtet ihr lieber Korn oder Melodie und so und wenn's dich gerufen dann ist alles nichts wert.

00:44:10: Ich habe zwei Fragen an dich.

00:44:12: Erstens, was ist der Unterschied zwischen Time und Groove?

00:44:18: Wie bedingen Sie sich gegenseitig?

00:44:19: Und zweitens, wie lernt man das?

00:44:24: Oha!

00:44:26: Das sind die Fragen, die sich jeder stellt und jeder gerne sofort beantwortet hätte.

00:44:32: Ich glaube, Time- und Groov ... Ein Stück weit hat, glaub ich... Jeder so seine eigene Definition.

00:44:40: Ja, es geht jetzt um die eine oder

00:44:41: andere.

00:44:41: Und meine ja... Genau das kann ich jetzt glaube ich nur für mich definieren.

00:44:47: Ich verwende die Worte glaube ich gleichberechtigt.

00:44:52: Ich glaube sie bedeuten für mich mehr oder weniger das Gleiche.

00:44:59: Time bedeutet vielleicht etwas mehr.

00:45:04: Das was sich Also so als Musiker, als professioneller Schlagzeuger ist es ein bisschen das Wort für ... Wackelt mein Timing.

00:45:23: Ist mein Timings stabil?

00:45:26: Würde man vielleicht sagen.

00:45:27: Für mich ist das das Wort ...

00:45:30: Tempo!

00:45:32: Tempo ja also Ja.

00:45:35: Oder Metrum?

00:45:35: Mikro-Timing

00:45:36: wahrscheinlich.

00:45:38: Es ist lustig, dass du sagst... Also weil es gibt diese Ebenen wo man sagt wie fühlt sich das an?

00:45:46: Ist das Groove das?

00:45:48: Beim Wort grove um.

00:45:49: das vielleicht kann man so besser erklären.

00:45:51: ich würde sagen boah das hat aber geil gegroovt!

00:45:56: Das hat mich bewegt, das war geil!

00:46:00: Positive Time, das war geil.

00:46:04: Das hat mich gepackt.

00:46:06: Dann benutze ich das Wort Groove für ein bisschen dieses

00:46:11: Voodoo

00:46:12: was groov sein kann.

00:46:13: Was man dann irgendwann nicht mehr erklären kann, was plötzlich auch da ist wenn jemand nicht korrekt gespielt wird.

00:46:19: Da wird es spannend.

00:46:20: Wo es nicht, wo es schneller geworden ist, wo's langsamer geworden ist und berühmte Platten gibt die etwas schneller werden.

00:46:28: Tony Williams September von Earthwind and Fire, merkt man gar nicht.

00:46:33: Wird schneller!

00:46:34: Haben Sie nicht mit Mitronomen eingespielt?

00:46:37: Milestones... Von Miles Davis Die neuere Variante die auf der Platte Milestones Das wird spürbar, das wird langsamer, messbar.

00:46:47: langsame Fühlt man nicht.

00:46:49: Groove einfach die ganze Zeit.

00:46:50: toll Ist einfach geil.

00:46:51: Und Tony Williams gerne mal schneller geworden mit Miles Davis.

00:46:55: Was für eine Energie was für ein groove.

00:46:58: Aber um das Wort Timing beschreibt für mich die Messbarkeit, andere benutzen das anders.

00:47:06: So würde ich ... Das verwenden und ich würd sagen... Wie lernt man das?

00:47:13: Fragst du hundert Leute Christo, hundert verschiedene Antworten?

00:47:16: Fragt du bekannte oder gute Drama- oder eben gute Musiker, die dann auch toll groven?

00:47:23: Das ist ja nicht auf Schlagzeugbegrenz.

00:47:25: Gott sei Dank!

00:47:26: Christu, verschiedene Antworte.

00:47:28: Und das geht von You can practice that, was ich mir ein bisschen zu erhaben finde.

00:47:34: Bisschen zu ganz klaren Handlungsanweisungen und ich bin gerne jemand der Handlungs Anweisung gibt weil es das einfach dann aufdröselt und jemandem ins Boot holt.

00:47:44: Na klar!

00:47:44: Und einen Gefühl dafür gibt, was man machen kann.

00:47:47: Ja, wer gut unterrichtet gibt Handlungsanweisungen?

00:47:50: Anders geht's ja nicht ne?

00:47:52: Ich hatte definitiv auch Unterrichter war.

00:47:55: Keine Ahnung, wie ich das mache.

00:47:56: Ich mach das mal vor und damit geht man nach

00:47:59: Hause.

00:47:59: Ich konnte sich immer schon

00:48:00: ... So hab' ich auch Unterricht manchmal bekommen.

00:48:05: Also sehr häufig Gott sei Dank nicht.

00:48:06: aber manchmal war's genau so, weiß ich nicht, mach ich halt so.

00:48:12: Und natürlich habe ich mit Metronomen geübt.

00:48:15: Natürlich ist Metronom das erste Tool der Wahl.

00:48:18: wenn du anfängst und du bist unsicher dann machst Du das Metronoma!

00:48:23: Du spielst ein Tempo und siehst, ich werde immer langsamer.

00:48:26: Ich werde schneller.

00:48:28: Okay, ich brauche jetzt erst mal um, sagen wir mal, Tempo hundertzwanzig geswungene Achtel zu spielen.

00:48:36: Das dauert bis sich ein Bebopthema oder irgendwas ... Sag mal mein Bebopthema.

00:48:41: Tempo Hundertzwundzig geswungener Achtle, bis ich das in Time spielen kann.

00:48:47: D.h.,

00:48:47: dass das nicht langsam und nicht schneller wird?

00:48:50: Aber da sind wir dann noch nicht beim Thema Groove.

00:48:52: Da geht es natürlich ... Dann gehen wir den nächsten Schritt, die Subdivisions und Unterteilungen geben.

00:48:58: Die Achtel oder Triolen oder die Sechzünkel.

00:49:02: Welche Gewichtung gebe ich denen?

00:49:04: Dass man hier auch fühlt, wenn man sie nicht spielt.

00:49:06: Das

00:49:07: ist vielleicht einer der wichtigsten Parts.

00:49:10: Gebe ich den Pausen die gleiche Aufmerksamkeit wie den Noten, Die Spiele.

00:49:17: So läuft der Grufter in der gleichen Intensität in mir durch, wie kann ich das üben?

00:49:23: Ist ja das Schwerste!

00:49:24: Wie kann ich es dann

00:49:25: üben?!

00:49:25: Da gibt's dann Übungen für und so weiter... Und dass der innere Motor... Das sind für mich diese Subdivisions im sechzehntelbereich Ja, man.

00:49:34: Da wäre ich gleich

00:49:42: schon wie durch Rackzugspiel.

00:49:46: Auch wenn ich nur einzelne Noten davon spiele ... Das kann man natürlich trainieren.

00:49:54: Cool!

00:49:55: Das ist für mich dann Groove.

00:49:57: Da wird

00:49:57: es interessant.

00:50:00: Ich dann eben Musiker höre, die unglaublich groven und sich das Recht rausnehmen.

00:50:05: Das nicht perfekt zu machen sondern dass da vielleicht mal geeiert wird Dass meine zwei und vier ein bisschen früher bis in hinten ist Denke Boah ist da eine Lockerheit drinne und dadurch kommt der GroVon halt nicht durch den Leistungsdruck.

00:50:21: Ja, bin

00:50:22: ich wunderts!

00:50:22: Naja

00:50:23: bei Keith Jarrett zum Beispiel.

00:50:24: Und die zwei gerade immer gesagt Keith Jarret hat ne Gummitime.

00:50:27: Weil er wird am Anfang einer Phrase immer schneller, dann meint er wieder langsamer so das zieht sich so grommiungiung... Aber das macht ja nix.

00:50:33: und ich mein Leistungsrück hatte er ja mit diesen Improvisationen.

00:50:35: Ich muss unbedingt jetzt ganz was neues gebären und so... Das geschreite ja immer so rein beim Spielen oder?

00:50:44: Trotzdem geruft, du wurdest ja eigentlich total ... Ich hab mal gesagt, der geset- swingt nicht, die Amis.

00:50:50: Also, Keith Jarrett doesn't swing so

00:50:52: irgendwie.

00:50:53: Hast du gehört?

00:50:54: Wurde das so gesagt?

00:50:54: Absolut!

00:50:55: Ja.

00:50:56: Echt hart, ne?

00:50:58: Ja gut aber ... also spannend auch dieses Trio irgendwie.

00:51:02: Dieses Trio ist ja nicht bekannt dafür Hardcore zu springen.

00:51:07: Dafür würde man dann vielleicht eher zu Oscar Peterson oder ähnlichen Musikern aus der Generation gehen.

00:51:14: Aber wie viel Soul ist in der Musik und aber auch Groove.

00:51:19: Und geile Linien, wahnsinnig viel Improbligation?

00:51:23: Die Intensität ist so doll!

00:51:24: Ja, total!

00:51:25: Es ist in-der-Tat... Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass das... Also wenn ich Oscar Peterson höre, da hast du mehr dieses harten Swing, den haben sie die eben aufgebrochen.

00:51:35: Aber dadurch entsteht eine Art von Intensitet und Groove, was ganz anderes ist, aber das Wort Groove ...und wie entsteht Groove ist da ganz interessant und kriegt eine ganz andere Bedeutung.

00:51:46: Ja,

00:51:49: aus Kapitel ist ein guter

00:51:50: Punkt.

00:51:51: Ein Phänomen irgendwie einmal angemacht hört das nicht mehr auf.

00:51:57: Der

00:51:57: achtet alles weg!

00:51:58: Finde ich schon wirklich ... Ich hab in der letzten Zeit gar nicht so viel Jazz gehört eher andere Musik.

00:52:06: Sobald ich das ansobalt ich aus Kapitels höre erst mal erkennt man ihn sofort.

00:52:12: Das ist ja wirklich ein Phänomänen Genau.

00:52:14: Jetzt hast du nach anderen Pianisten gefragt, Pianistinnen.

00:52:17: da bin ich jetzt ein kleiner Wunderpunkt wie viel ich da jetzt kenne aber da gehe ich mal dann lieber gleich zur Saxophonisten.

00:52:24: das ist ja mein... Hör die

00:52:26: Henker-Groove auch würde ich sagen oder?

00:52:28: Ja,

00:52:28: weil er doch eher so ein bisschen

00:52:34: lustig ist alles her.

00:52:35: Aber es gibt natürlich viele Halle Ja, aber spannend natürlich, weil der Groove oder die Time eine ganz andere ist Eine ganz andere Konzept.

00:52:43: Aber die Intensität und auch der Groove ist, würde ich sagen, ähnlich stark.

00:52:48: Wenn jemand mit dir spricht schnell oder langsam, da ist immer ein Groove drinne.

00:52:54: Ich vergleiche Groove und Musik generell eigentlich immer so gern mit der Sprache.

00:52:59: Höre ich jemanden gerne beim Sprechen zu?

00:53:01: Dann würde ich den wahrscheinlich auch gerne beim Musikmachen zuhören.

00:53:04: Und dann könnte man mal gucken, welche Faktoren das sind, die die Spannung generieren.

00:53:10: Sagst du Phonisten!

00:53:12: Lass mich weiter.

00:53:14: Was ist mit McCoy?

00:53:15: McCoy-Tiner

00:53:16: oder Kenny

00:53:16: Kirkland?

00:53:18: Mega, die fanden sie mal nicht eingefangen.

00:53:20: Ja, mega!

00:53:21: Und dann gibt's auch Gonzalo Rubalcaba und Brad Mildor.

00:53:25: Wobei Brad Mildeau

00:53:26: Groove ... Der hat schon eine sehr eigene

00:53:32: Time.

00:53:32: Da find

00:53:33: ich das Wort Groove so geil.

00:53:34: Weil ich würde gehen eher auf Intensität und denke...

00:53:38: Es

00:53:38: kriegt mich genauso.

00:53:40: Aber nicht wegen des Grooves?

00:53:42: Ja,

00:53:43: oder das Timing.

00:53:45: Für dich vielleicht ... Ich kenne Brad Mildow nicht so gut wie Oscar Peterson zum Beispiel.

00:53:51: Ich hab nicht viel von ihm gehört.

00:53:55: Das ist jemand, der einen ganz anderen Schwerpunkt hat in der Musik.

00:54:02: Wenn du den mal groven lässt, würde ich mal noch... Ach, kann man das so sagen?

00:54:08: Ich mein mit Joshua Redman.

00:54:10: Wenn der spielt und dann packt Brad Milder aus... Da hast du schon ganz schön geruft!

00:54:16: Ja, war heimlos.

00:54:17: Mega,

00:54:18: ne?!

00:54:18: Nee, es ist einfach ein ganz anderer Taste irgendwie.

00:54:21: Das geht dann vielleicht, wenn mich Daniel nicht auf falsches Terrain begibt, aber vielleicht geht das mehr in die Fläche als immer in dieses metrische Timing.

00:54:33: Ja, als Kapitalistin finde ich halt ... Der ist ja sehr genau oder sehr präzise.

00:54:40: Man erkennt ihn so gut wie anderen erkennt man auch.

00:54:43: Das ist nicht sein Spezialing!

00:54:45: Aber er spielt ja wirklich aber auch sehr viel Licks im Vergleich zu den anderen Pienzen die wir jetzt alle genannt haben.

00:54:54: und Licks

00:54:57: zu automatisieren

00:54:58: ist natürlich eine andere

00:55:00: Geschichte

00:55:01: als zu sagen, ich spiel eben komplett ohne Licks wie jetzt Keith Jarrett.

00:55:05: Der verweigert es komplett, spielt nur so und natürlich hat er dann einen ganz anderen ... eine andere Energien, ein anderer Approach.

00:55:14: kann das weniger kurz aus der Husentasche rauspfeffern?

00:55:17: weißt du was ich mein?

00:55:17: Ja absolut!

00:55:18: Und da sich entsteht halt etwas

00:55:20: Neues, etwas anderes.

00:55:21: Man kann sich sozusagen auch mehr auf den Rhythmus konzentrieren wenn man mehr Lickbasierter spielt, wenn man sie mehr auf das Wie... konzentrieren können wir was, weil sie eh das wie sich immer spielt quasi.

00:55:32: Also ist ja sehr salopp dahin gesagt.

00:55:34: Aber es stimmt schon noch ein bisschen und wenn ich eben nicht das was ich immer spiel spielen sondern jetzt mal gucken muss was ich spiele dann kann das rhythmisch auch nichts so sitzen.

00:55:43: Ja was heißt sitzen?

00:55:46: Also ist eine Theorie!

00:55:50: Ich

00:55:53: finde sitzen ist ein bisschen wertend irgendwie.

00:55:55: Also, ich würde das nicht werken wollen.

00:55:57: So ein Rasten vielleicht?

00:55:58: Kann schon rhythmisch mit einer anderen vehemenz vorgetragen werden.

00:56:00: wenn ich spiele was ich geübt habe als wenn... Ich

00:56:04: finde die vehemence ist genauso da bei den andern.

00:56:07: Ist es

00:56:09: nur... Es ist zu viel Wertung im

00:56:10: Griff.

00:56:13: Finde ich, er ist eher fast ein Schlagzeuger.

00:56:15: Ich spiele

00:56:17: nicht so

00:56:17: einfach so ... Ich spiel Zwing und reite das Pferd.

00:56:21: Spannend!

00:56:21: Wenn

00:56:22: ihr

00:56:23: jetzt einen Schlag zurücknimmst wie Jack de Genet im Keith Jarrett Trio, der spielt dann wieder unter Pastis ja?

00:56:28: Der spielt eher ein Timing, wie es zu dem Keith Jarret passt.

00:56:33: Sowohl in der Begleitung als auch im Solo.

00:56:35: So, der spielt eben nicht.

00:56:38: Der spielt sehr wohl so, dass sich ab und zu denkt wo bist du denn grad?

00:56:41: In deinem Vierteltag.

00:56:42: Also in dem Raster wo bist Du denn da?

00:56:44: das ist aber spannend

00:56:48: Aber es auch cool finde ich wie dann die Band eben macht was Neues entsteht.

00:56:52: also Es ist faszinierend wie ein neuer oder eine ganze neues Groove Universum entstehen kann aus bestimmten Konstellationen von Musikern.

00:57:00: Genau was wir auch am Anfang hatten wo ich auch von richtig und falsch gesprochen hab.

00:57:06: Oder von Leistung oder von Schubladen irgendwie, ne?

00:57:09: Und dass genau sich so was plötzlich ändert wenn man alte Sachen loslässt.

00:57:15: Ich muss so... Also jetzt mal wieder quasi von den Vorbildern zurück zu unserem Musikieren.

00:57:24: Dass das was da möglich ist.

00:57:26: Und ich finde den Punkt so gut, dass du sagst es macht bei mir noch einmal so klick, dürfte ich mir noch mehr zu eigen machen.

00:57:37: Wenn ich mich kritisch beleuchte, bin ich immer noch so von wegen ... Richtig wäre jetzt so!

00:57:44: Das können wir jetzt so machen ist aber eigentlich falsch.

00:57:48: Die Lampe ist ab und zu an irgendwie.

00:57:50: Dass mich das kritisch beleuchtet, denke ich so okay.

00:57:53: Dann nochmal reingehen irgendwie was und sich dem noch mal ... Mach

00:57:57: ich das wahrscheinlich live?

00:57:58: Du hast ein lebenslanges Thema, hat man da einfach

00:58:02: oder?

00:58:03: Das denke ich und es ist ja auch immer verhandelbar.

00:58:05: Dass man sagt okay wenn wir jetzt einen Stück covern vielleicht doch in der Popmusik irgendwie dass man schon sagt ne das muss jetzt schon irgendwie so sein irgendwie.

00:58:13: und dann ist halt immer dieses Verhandeln muss es das muss es wirklich Gerade im Berufsmusikerleben, da hat man sich vielleicht gerade so ein bisschen da gesettelt und sagt okay ich öffne mich jetzt irgendwie.

00:58:28: Dann kommt aber andere Kollegen um die Ecke sehr sauber und sagt nee das muss aber so.

00:58:30: Ja

00:58:31: wie krass

00:58:32: ey!

00:58:32: Na klar

00:58:33: wenn man solche Entscheidungen zu einer Entwicklung durchmacht dann muss man sie verteidigen.

00:58:38: Das ist doch guck mal was ich finde wo die Kunst beginnt.

00:58:42: Wenn du sagst ich weiß dass

00:58:43: sind die Regeln

00:58:44: Aber ich setze mich bewusst darüber hinweg.

00:58:46: Das is doch der Moment wo es dann oder?

00:58:50: Also weißt du, das berichtigt er noch dazu.

00:58:54: Ich kann nur sagen ... Es ist halt der spannende Ding, dass im Berufs-, furchtbares Wort, ich mag es nicht, aber es ist ja so, Berufsmusikertum irgendwie.

00:59:04: Dass dann einfach wenn ich in einem Orchester spiele, das tue ich regelmäßig und da wird Musik gecovered und da ist ein ganz klares Vorbild.

00:59:13: Ja klar!

00:59:16: Da ist natürlich eine spannende Frage wie sehr kann ich mich jetzt?

00:59:19: kann ich mich dem jetzt entledigen.

00:59:21: Wenn wir von Keith Jarrett sprechen, dann ist man natürlich bei der Creme de la Crème, dass man bei Persönlichkeit die diese Musik neu definieren weltweit.

00:59:32: wie kann ich diese Energie mit in meinen Alltag nehmen?

00:59:40: In einem Berufsorchester

00:59:42: was

00:59:43: Unterhaltungsmusik spielt ein Bert Kempferd medley Zum Beispiel.

00:59:50: Ja.

00:59:52: Spannend, also mental würde ich sagen ja aber die Ausführung da gibt es einfach Grenzen?

01:00:02: Ja das glaube ich auch

01:00:04: sicherlich.

01:00:06: Aber könnte man die Grenzen nicht theoretisch erweitern?

01:00:09: Man muss ja nicht komplett zerlegen.

01:00:11: Du könntest das... Alle gemeinsam nur.

01:00:14: Die anderen Musiker sagen, du musst es verteidigen.

01:00:16: Wenn

01:00:17: die anderen kommen und sagen, das muss aber so ... Dann steht man natürlich hin zu einem Konflikt und den muss man aushalten und vielleicht auch einen Kompromiss

01:00:26: machen.

01:00:26: Natürlich genau!

01:00:28: Aber ich glaube grundsätzlich wenn alle bereit wären zu sagen wir wagen

01:00:32: es mal Ja, aber es wird ...

01:00:36: Andererseits ist das auch ein Job.

01:00:38: Es soll unterhaltsam sein für Leute, die nicht Bock haben sich so krass auf die neue Kunst einzulassen, sondern eigentlich auf dem Volksfest oder worüber?

01:00:46: ich weiß nicht, ihr spielt auf einem Ball?

01:00:50: Dann wartet man, dass das jetzt tanzbar ist, weil ich bin hier zum Tanzen gekommen.

01:00:54: Da muss man

01:00:56: die Balance halt

01:00:58: umgehalten.

01:00:58: Kann er ja auch!

01:01:00: Ja gut, aber man hat ... Es ist der Anspruch, dass das dann so klingen soll wie das Original.

01:01:07: Okay.

01:01:07: Ja gut wenn der Anspruch da ist.

01:01:09: Und es vielleicht einfach für die Zuhörerinnen auch interessant, dass ... Auch wofür Überleistungsdruck sprachen?

01:01:19: Also ich komm daher!

01:01:21: Ich weiß nicht.

01:01:22: Das hab' ich halt oder was heißt ich kommt daher aber das ist ein großer Teil meines Gelderwerbs und meiner beruflichen Realität dass eben der Anspruch ist, das soll wirklich am Original dran sein.

01:01:37: Und da dann seine persönliche Freiheit einzubringen und zu verteidigen irgendwie sehr spannend.

01:01:46: Also habe ich jetzt auch keine Generalantwort.

01:01:49: Das wird dann immer wieder in dem Moment verhandelt.

01:01:55: Ich probiere es mal anders zu spielen.

01:01:57: Dann gibt's aber jemand, der vor dem Orchester steht Gott sei Dank am Ende auch

01:02:02: die

01:02:03: letzte Verantwortung hat und sagt, nee das möchte ich aber anders haben.

01:02:07: Dann funktioniert sowas auch nur wenn man dann sagt

01:02:09: okay

01:02:10: sag mir was du hören willst und ich probiere das jetzt umzusetzen.

01:02:13: Das funktioniert nicht anders.

01:02:14: Aber ich finde diese Spannungsfeld gehört dir da vielleicht mit rein weil dass natürlich für Berufsmusiker ein Teil der Lebensrealität ist.

01:02:23: Ich find auch ehrlich gesagt bewundernswert bei dir wie du das so kannst.

01:02:28: Also ich bin ja überhaupt nicht so.

01:02:30: Ich hab nicht alle tausend verschiedene Sachen komplett ausgecheckt und kann kurz die Schublade und die, ne?

01:02:35: Ich bin ganz anders.

01:02:37: Da muss man auch der Typ dafür sein!

01:02:38: Ja, man

01:02:39: muss der Typ

01:02:39: davor sein... Ich habe mal vorgespielt, auch bei euch für das Spielzaug,

01:02:42: dass

01:02:43: du mir ausgespürt hast, dass ich nicht der

01:02:45: Typ dafür

01:02:45: bin, glaube ich, weil ich bin dann genau nicht genau geworden.

01:02:48: Und ich glaube es stimmt auch, ist es gut so.

01:02:50: Weil ich bin, glaub' ich, auch nicht der

01:02:52: typisch.

01:02:52: Aber trotzdem bewundere ich das also deine Fähigkeit, weil Wenn ich künstlerisch mit so einem Orchester leider nicht einverstanden wäre,

01:03:00: hätte ich echt Schwierigkeiten.

01:03:02: So richtig

01:03:03: Schwierigkeit das innerlich zu tragen.

01:03:05: Ich wäre da nicht beurteilt.

01:03:09: Ist das schon mega spannend dass es hier jetzt zur Sprache kommt?

01:03:14: Weil in der Tat das ist halt ein Spannungsfeld was man dann irgendwie für sich klar machen muss.

01:03:18: Muss man für sich klarmachen irgendwie dieser Laden oder dieses Dieses Produkt, das wir jetzt anbieten kann nur so funktionieren.

01:03:25: Es kann anders nicht funktionieren und meistens... Also es ist ja auch eher so dass wir meistens schon die gleiche Sprache sprechen wenn wir Shiny Stockings von Count Basies spielen.

01:03:35: Ist es klar was da gemacht

01:03:37: wird?

01:03:38: Es ist klar!

01:03:39: Es gibt dann nur noch die feinen Abstimmungen.

01:03:41: haben wir jetzt wirklich den gleichen Groove?

01:03:43: Wie

01:03:43: klingt das nochmal?

01:03:58: Das ist völlig klar, was dabei da und da kommen muss.

01:04:02: Und wie es klingen muss wo wir dann wieder bei dem Leistungsdruck sind das nicht zu tun sondern dass trotzdem durch sich durch fließen zu lassen und die Musik die sie dann ist wirklich komplett so spüren kann nämlich auch Andersrum, total geil.

01:04:18: Wenn alle an einem Strangen spielen und auch dann kann ein Bett kämpfert.

01:04:23: Das klingt jetzt eben so sehr kitschig, dass man kann immer so lustig-lustig ... Aber wenn das gut gespielt ist, kann das ja wohl Spaß machen.

01:04:33: Und dann ist es auch geile Musik, Bettkämpfert.

01:04:37: Da will ich hier nicht ein negatives Wort drüber verlieren.

01:04:40: Es ist dann auch geil in die Zeit rein aber es ist geil.

01:04:45: Der Erfolg kippt ihm ja recht.

01:04:47: Warum lieben die Leute das berührt?

01:04:50: Absolut, absolut!

01:04:51: Das muss sogar

01:04:51: zu Helene Fischer sagen.

01:04:55: Absolut richtig und darum finde ich spannend dass wir das sagen weil wir gerade von Keith Jarrett kommen und Brett Mehl dau und dieses Spannungsfeld finde ich mega spannend.

01:05:05: Total!

01:05:07: Magst du noch... Sagst du, von dem du sagst, Sie groove'n?

01:05:11: Das sind wir jetzt noch nicht... Ja, Tausende.

01:05:13: Das ist natürlich Campbell Adderley.

01:05:16: Aha!

01:05:17: Geil, aber ich habe es jetzt nicht draufgekommen.

01:05:18: Aber ja.

01:05:19: Nicht?

01:05:20: Natürlich, stimmt.

01:05:21: Als Erster haben wir ihn jetzt nicht eingefangen.

01:05:22: Na ja, finde ich ... Der hat halt so eine Energie, die ich vielleicht mit einem Oscarpitzen vergleichen würde.

01:05:31: Also

01:05:32: voll

01:05:33: on the money wie man sagt irgendwie.

01:05:35: Voll drauf.

01:05:38: Nur drauf.

01:05:39: So, da gibt's so... Einmal anschmeißen und los!

01:05:45: One, two, boom!

01:05:46: Und dann voll rein.

01:05:50: Dann vielleicht auf der anderen Seite des Spektrums könnte ein Girolovano stehen?

01:05:55: Aha, war echt okay krass.

01:05:57: Wo ich sagen würde Groove

01:06:00: unfassbar.

01:06:01: Aber ganz anders.

01:06:03: Eben nimmt sich alle Freiheiten in diesem ... Timing-Spektrum, wo die Achtel, Triolen, Sechzettel, wo das Raster liegt und lotet das

01:06:17: voll aus.

01:06:18: Das finde ich so spannend wegen dem Sound auch weil der Handels spielt ja auch so ein sound der nicht so richtig anspringt.

01:06:24: Wo ist es genau der Attack eigentlich?

01:06:26: Dadurch kannst du gar nichts so ausnehmen, wo der Ton genau beginnt.

01:06:31: Und bei Cannonball Du weißt genau, da fängt der Ton

01:06:35: an.

01:06:36: Dadurch rastet das mehr ein wie aus Kapitas im Vergleich.

01:06:42: und trotzdem finde ich nämlich auch, dass Joe Luvano gruft.

01:06:46: Das ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln, wie er das macht.

01:06:49: Weil Paul Desmond, der ja einen fluffigen Sound hat, hat trotzdem vorhin einen ganz klaren Attack.

01:06:53: Und Luvando aber nicht.

01:06:55: Genau!

01:06:56: Und trotzdem gruft's?

01:06:58: Das würde ich gern mal entschlüsseln.

01:07:01: Oder was hatte ich neulich?

01:07:03: Die Platte Tenor Madness, oder heißt die?

01:07:09: Ich glaub ja!

01:07:10: Auf jeden Fall die Platte Wo TenorMadness drauf ist mit Sonny Rowlands und John Coltrane.

01:07:14: Unglaubliche unterschiedlich sind... Und John Coltrain hätte ich jetzt auch als jemand erst mal eingestuft der das Timing durchaus auslotet aber in seiner früheren Phase mit diesen sehr swingenden Rhythmusgruppen.

01:07:28: Nicht dass die anderen nicht gewohnt hätten, aber auch wieder die sehr Mainstream traditionell gespielt haben.

01:07:36: Auch gespungen ohne Ende!

01:07:37: Wo es ja auch die Platte gibt, Can Ball & Coltrane, auch die beiden irgendwie... Aber auch Coltrain so in seiner Art wie nur er klingt kann, sehr drauf.

01:07:48: und dann Sonny Rollins, der sich auch wieder anders die Freiheiten genommen hat.

01:07:56: Unglaublich Groove, da drin.

01:07:58: Interessant!

01:07:59: Das finde ich immer krass bei dem St Thomas.

01:08:06: Das ist fast eine Parkaschen zu hören und irgendwie isst auch Bass und Klavier aber das ist nicht so wichtig sondern man hört irgendwie die Parkaschanen und Saxophon und wie das miteinander nur rhythmisch sich verzahnt, das ist umfassbar krass.

01:08:21: Okay lustig dass es die alten ... die alten Leute hervorholen.

01:08:25: Du sagst gar nicht Kenny Garrett, Michael Bracker, Kirk Whelum oder irgendwelche aktuellen Chris Potter?

01:08:32: Nein du sagst, du gehst ganz wieder in eine Geschichte zurück!

01:08:35: Das ist lustig wie du eine ganz andere Perspektive auf die Musik hast und

01:08:38: werdet ihr...

01:08:39: dir fällt Oscar Peterson gleich ein und so.

01:08:41: Lustig also schon ne ganz andere Rangehensweise mit Georgin über Matthias Schubert geredet und so,

01:08:47: ne?!

01:08:49: Jetzt auch hier zeigt sich Es gibt so viele Perspektiven auf diese tolle Musik.

01:08:55: Das ist echt bemerkenswert.

01:08:57: Zum Schluss haben wir noch eine Frage, die wir immer haben als letzte Frage.

01:09:02: Wenn du jetzt unser Gespräch Revue passieren lässt, ihr auch spontan?

01:09:09: Was findest du, weil es das größte Learning oder der Größte ... was findest Du interessant für unsere

01:09:18: Hörer?

01:09:19: Was ist vielleicht für dich das Wichtigste was man jetzt mitnehmen kann.

01:09:26: Und auch für dich selbst und für

01:09:27: uns.".

01:09:30: Also das wichtigste Learning, das Wichtigste Learning heißt für mich ja etwas Neues, denn genau das Wichteste Neue war glaube ich nochmal... Das was Anja gesagt hatte dass wir zusammen noch mal den Groove formen und wenn wir uns zusammen also wenn wir wirklich einlassen auf die Energie des anderen was dann passieren kann.

01:09:53: Da war bei mir noch mal ... Ah ja, da könnte ich noch mal richtig reingehen.

01:10:03: Sich mitnehmen lassen vom anderen?

01:10:06: Ja, weil ich als Schlagzeuger häufig so grade ich.

01:10:11: Ich, wie meine Rolle definiere, grad sowas Vorgebenes habe.

01:10:16: Führen!

01:10:18: Gerade wenn wir von eben ähm ... Musik nachspielen, covern sprechen.

01:10:28: Das muskling wie?

01:10:31: Dann bin ich auch in meinem Studium so sozialisiert du bist der Schlachtzeuger und darf sich nicht zurücklegen.

01:10:37: das heißt Ich zähle das an oder das hat es in drei Minuten auch noch zu sein.

01:10:41: also bin ich ja trainiert Und da und dass probiere ich hier eigentlich.

01:10:46: Ja sowohl zu trainieren und wachzuhalten als auch loszulassen und neu zu definieren So was kann das sein mit euch auf der Bühne.

01:10:56: Und das ist natürlich was, wo ich glaube einfach... Da darf ich noch.

01:11:02: Cool!

01:11:02: Ich bin gespannt wenn wir das nächste mal spielen.

01:11:05: Ja genau.

01:11:05: Sehr geil.

01:11:08: Ist lustig weil ich sage meinen Schülern immer Ihr müsst Verantwortung nehmen.

01:11:12: Ihr dürft euch nicht an den Schlagzeuger drinnen

01:11:16: hängen, ihr musst selber in euch und dann kann das zusammen ... Absolut!

01:11:20: Aber dass du das umgekehrt so krass spürst diese Verantwortung

01:11:24: als Schlagzeuge?

01:11:25: Ist aber eigentlich logisch.

01:11:26: Ja, aber es war mir

01:11:27: nicht ... Eigentlich

01:11:28: schon.

01:11:28: Aber dass das wirklich so ist, spürst du auch.

01:11:32: Ich weiß, ich glaub, fragst du jetzt zehn Schlagzeuger?

01:11:35: Du kriegst vielleicht eine ähnliche Definition natürlich, aber vielleicht ein unterschiedlicher Ausprägung.

01:11:41: Je nachdem welches Stilistik die Schlagzeuge denen gewohnt sind... Das kann

01:11:47: man sicherlich auch verschiedener herangehen.

01:11:49: Und es

01:11:49: fühlt sich einfach.

01:11:50: also vor allem wie sie's anfühlt wenn ich drüber nachdenke.

01:11:55: Wenn du das sagst und ich fang an drüber nachzudenken, ist so was von ... Oh ja.

01:11:59: Das ist eine ganz andere Tür die da aufgeht.

01:12:02: Darum möchte ich noch mal durchgehen.

01:12:04: Da ist was für mich zu holen.

01:12:05: Ich spür, dass da was zuholen

01:12:06: ist.

01:12:08: Mehr als ... Ich muss meine Time noch ... Das muss noch geiler werden?

01:12:14: Mhm.

01:12:15: Auf jeden Fall würde es zustimmen.

01:12:17: ein Leben ohne Jazz ist möglich.

01:12:21: Aber ...

01:12:21: Sind los!

01:12:23: Das war's.

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