Was, wenn Deine Schwäche Deine Stärke ist, Nikolaus Gelpke? – Folge 20

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir mit Nikolaus Gelpke, dem Gründer des mareverlags und natürlich der Zeitschrift mare. Was viele nicht wissen: Seit einigen Jahren ist er auch leidenschaftlicher Jazzmusiker und Komponist.

Nikolaus hat erst mit 55 Jahren angefangen, Saxophon zu spielen. Und nun, nur wenige Jahre später, ist sein erstes eigenes Album „Ålesund 63“ erschienen. Wir sprechen über den ungewöhnlichen Weg dorthin: über die ersten Schritte, das Komponieren, Arrangieren und Aufnehmen – und darüber, was passiert, wenn jemand ohne klassischen Jazz-Hintergrund plötzlich mitten in einen professionellen musikalischen Prozess eintaucht.

Dabei geht es um Limitierungen, Mut, Üben, Improvisation und die eigene musikalische Stimme. Und um eine vielleicht überraschende Erkenntnis: Gerade das, was wir nicht können, kann Teil unseres ganz eigenen Ausdrucks werden.

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Der Jazz Life Podcast: Ein Leben ohne Jazz ist möglich – aber sinnlos... 😉

Transkript anzeigen

00:00:00: Der

00:00:00: Mut ist ja eben nicht die Abwesenheit von Angst, sondern es trotzdem zu machen und dadurch

00:00:04: zu gehen.

00:00:05: Diese banale Erkenntnis ... Man muss das halt üben!

00:00:09: Und dieses Ring mit dieser Limitierung?

00:00:13: Das ist doch eine Art von Ausdruck, die

00:00:17: berührt.

00:00:17: Weil sie kennt jeder Mensch, da kann sich jeder mitschwingen, es mitempfinden und das ist eigentlich das

00:00:23: was berührt.

00:00:23: am Ende Und wir haben einen neuen Gast heute da, nämlich Nikolaus Gelbke.

00:00:59: Herzlich willkommen!

00:01:01: Schön, dass ich da sein darf.

00:01:02: Schön, als du da

00:01:03: bist!

00:01:04: Absolut.

00:01:04: Normalerweise sagen wir die erste Frage ist immer wer bist du?

00:01:08: Woher kommst Du?

00:01:09: Was machst Du?

00:01:10: Aber ich ändere das jetzt mal ein bisschen ab.

00:01:12: okay weil... Was machst du?

00:01:14: Du würdest sonst die ganze Zeit dauern und wieder Podcast dauern.

00:01:17: Und das wäre ja auch schade drum, weil ich habe dich kennengelernt.

00:01:20: auf jeden Fall ist ein absoluter Macher!

00:01:22: Du hast die mare Zeitschrift gemacht und alles was in dem mare Universum noch dabei ist den mare Verlag.

00:01:28: es gibt das mare Künstlerhaus wo wir ja auch mal sein durften und die mare Sessions aufgenommen haben, die du produziert hast unser Album und es gibt des Forschungsschiff.

00:01:40: du hattest mal ne Werft.

00:01:41: Du hast sehr viele Charity-Projekte überall und du hast ganz viel gemacht.

00:01:47: Ich hab dich als Macher kennengelernt, aber dies ist der Jazz Live Podcast Und in dem geht es nicht um alles das andere sondern Es gibt um die Frage Wie bist du dazu gekommen ein Jazz live zu führen?

00:02:01: Wann hast du damit angefangen?

00:02:03: was hatte ich dazu bewogen?

00:02:05: wie Ist es dir dabei ergangen?

00:02:09: und so weiter.

00:02:09: solche Dinge

00:02:12: Freue ich mich drauf.

00:02:13: Ist das schon die Frage?

00:02:14: Das

00:02:14: ist die Frage!

00:02:16: Wie das angefangen hat, das war tatsächlich ein Abend gewesen.

00:02:21: Mein jüngerer Sohn hat im Schulorchester gespielt per Saune.

00:02:25: Big Band.

00:02:26: Ich habe mir das natürlich angehört und auf dem Rückweg durch den Nacht im Auto habe ich darüber nachgedacht dass es eventuell ganz gut wäre wenn man im Alter nochmal ein Instrument lernt.

00:02:40: weil man vielleicht der Demenz etwas früher begegnet und zweitens, vielleicht mit siebzig noch soziale Kontakte pflegt über das Instrument.

00:02:50: Das war das Gespräch im Auto.

00:02:52: Und Saxophon fand ich immer ein tolles Instrument, es finden ja viele einfach toll.

00:02:57: Es ist irgendwie so... Ja!

00:03:01: Weil mein Sohn Posaune ... spielt, dann war das irgendwie so Blasenstrument.

00:03:05: Ich fand es nach diesem Konzert, glaube ich, gab der Saxophon-Solo oder seine Mitschüler die Saxophone gespielt und bin dann abends als ich nach Hause kam noch an den Computer und habe gleich online ein Saxophom gekauft und am nächsten Tag einen Onlinekurs gebucht ohne zu wissen ob das jetzt wirklich mein Ding ist.

00:03:25: Ich hatte mich mit Jazz auch nicht so auseinandergesetzt.

00:03:28: Ich hab früher mal sehr schlecht Schlagzeug gespielt.

00:03:31: in ein paar Jahre Da habe ich mich ein bisschen mit Jazzrock, Fusion Jazz.

00:03:36: Also so diese Art von Jazz, Billy Cobham, Weather Report... Weil das waren für mich eigentlich die Musikstile, die mir am meisten geboten haben beim Schlagzeug.

00:03:47: Ich finde es immer noch sehr toll am Schlagzeuge dieser Art von jazz.

00:03:52: Aber hab' ich mit dem klassischen Jazz, also Bebop oder so cool Jazz, eigentlich nie beschäftigt?

00:03:58: Man hört mal kein auf Blue- oder man hört mal Köln Concert und die beiden ... bekanntesten Alben zu nennen, aber ich habe mich tatsächlich nie beschäftigt mit Jazz.

00:04:07: Und ich wusste auch nichts von der Musiklehre dahinter oder sowas.

00:04:12: Ich hab einfach mal angefangen und dann kam eigentlich erst die Erkenntnis dass das Spaß macht.

00:04:18: Das heißt, dass Jan Jazz Live Dauerts halt eben so fünfundfünfzig warst?

00:04:24: Und das ist eigentlich... Das führt sehr gut zur zweiten Frage, wirst du die zweite Frage stellen?

00:04:31: Ich würde interessieren, welche drei Worte dir als erstes einfallen werden, wenn du an Jazz denkst.

00:04:37: Drei Worte?

00:04:38: Also drei Begriffe?

00:04:39: Drei Begriffen!

00:04:44: Also ich glaube der wichtigste Begriff wäre vielleicht Ausdruck... sich ausdrücken.

00:04:55: Das zweite ist vielleicht Arrangement und das dritte Glück.

00:04:58: Züge!

00:04:58: Die hatten wir noch nie die Dreie,

00:04:59: oder?!

00:04:59: Nein, die hatten wir noch nie.

00:05:06: Glück

00:05:13: finde ich

00:05:13: cool!

00:05:14: Ja, aber so ist es auch geil.

00:05:15: Glück kommt nach dem... der Ausdruck mal funktioniert oder so?

00:05:18: Also das... Ich finde das schon als Glück wenn er alleine in der Tonwahl... Oder wenn man glaubt, dass der Ton stimmt und man darf ihn ja nicht aufnehmen.

00:05:26: Aber wenn man selber das Gefühl hat, der Ton stimmt dann kann das allein schon Glück auslösen.

00:05:31: Okay also du meinst Glück nicht im Sinne von Glück gehabt sondern im Sinne vom... Das macht mich glücklich sozusagen.

00:05:37: Also Glücklichkeit sozusagen.

00:05:39: Glück alles Gluckigkeit Ja, lustig.

00:05:42: Weil ich hab automatisch auch an Glück gedacht im Sinne von Glück gehabt, weil beim Improvisieren gehört auch Glück, das finde ich immer.

00:05:51: Dass man ein glückliches Händchen mit seinen Phrasen hat oder dass es dann irgendwie aufgeht, das fühlt sich manchmal so an und das hätte man ... würde man auch an Quentchen Glück brauchen?

00:06:01: Das ist unbedingt.

00:06:03: Aber wenn die Phrase gelingt, ist es eben sehr begrüttend!

00:06:06: Also dann hat man dieses ...

00:06:07: ja...

00:06:08: Das ist schön.

00:06:09: Glück

00:06:10: gefällt mir!

00:06:10: Und wie so Arrangement?

00:06:12: Weil ich das toll finde, dass der Jazz im Grunde genommen so offen ist inzwischen, dass er alles zulässt quasi was einem... Was in der Musik eigentlich möglich ist.

00:06:27: Also man kann ja irgendwie von Swing bis zu Free Jazz oder egal welche Richtung.

00:06:34: ob das dann noch Jazz ist, kann man immer.

00:06:36: Besprechend wurde ja auch über Jahrzehnte diskutiert, wenn es wieder eine neue Richtung gab.

00:06:41: Ist das jetzt noch Jazz?

00:06:43: Und gerade im Arrangement-Bereich steckt da für mich unfassbar viel drin.

00:06:50: Das finde ich besonders spannend weil ursprünglich die... dass alles enger gesehen wurde und immer offener wurde und das finde ich eine wahnsinnig spannende Möglichkeit über das eigene Spielen hinaus, die ich aber erst ...durch euch kennengelernt hab.

00:07:07: Durch uns?

00:07:08: Ja!

00:07:10: Also das war mir vorab überhaupt nicht bewusst, das ist mir erst durch die Arbeit mit euch eigentlich bewusst geworden wie vieles andere auch.

00:07:16: also... Magst du es mal erläutern

00:07:18: was du meinst?

00:07:21: Als wir an dem Album gearbeitet haben, das war sicherlich eine der wichtigsten Erfahrungen hätte ich mir wenn ich glüger gewesen wäre schon denken können.

00:07:29: aber da ist mir erstmal aufgegangen welche Möglichkeit das Arrangement überhaupt hat.

00:07:35: Also man weiß das ja irgendwie schon.

00:07:38: Aber wenn man dann direkt drin steckt in so einem Prozess und es gab schon Momente, wo ich mich fragend angeguckt habe, willst du's eher so oder so?

00:07:48: Oder ohne meinte wie willst du das jetzt eigentlich spielen?

00:07:52: Sollte ich da zuerst mal reinkommen oder nicht?

00:07:55: Da wurde mir erst bewusst dass das alles kein Zufall ist sondern auch gedanklich... Gedanklicher Arbeiter hinterstecken kann.

00:08:04: Und sowas finde ich sofort spannend, dass arbeiten an etwas... Also mich interessieren eigentlich immer Prozesse und das ist ja eine der Hauptprozesse.

00:08:14: wenn man so ein Album aufnimmt, ist er eigentlich der Prozess am Ahrerschmarrer oder des Ahrschmarrers-Prozesses?

00:08:21: Ja und es ist ja auch ganz viel Interaktion beim Ahrenschmarr.

00:08:24: Das ist ja nicht nur eine Denkarbeit sondern auch ne... Man muss irgendwie miteinander umgehen in der Stelle und reagieren aufeinander gucken, wie ich dann einen Shoot rauswille.

00:08:33: Der kann halt eher so aussehen oder eher so und wenn einer ein bisschen was anders macht wir gehen die anderen sofort und es wird ein ganz anderes Stück möglicherweise.

00:08:41: Und

00:08:41: sie bringen sich auch mit ein.

00:08:42: also ich finde das ist toll dass man mit Menschen zusammen das erarbeiten kann, die dann auch ihre Persönlichkeit mit einbringen.

00:08:50: Das war für mich auch eine tolle Erfahrung zu sehen wie sich Persönlichkeiten auch äußern.

00:08:55: von den Mitmusikerinnen

00:08:57: Das haben wir auch in der Hochschule immer gelernt, dass Duke Elenken einer der größten Komponisten und Arrangeure aller Zeiten vielleicht war.

00:09:07: dass der immer für seine Musiker geschrieben hat.

00:09:09: Dass er sich überlegt hat, Johnny Hodges spielt ja da und dann mache ich das so damit er seinen Ding machen kann.

00:09:16: Und das ist ein bisschen auch das Geheimnis, dass man am Ende einen Arrangement nicht an den beteiligten Musikern vorbeimacht sondern im Gegenteil super individuell zuschneiden muss auf die beteiligen Personen.

00:09:28: Wenn andere Leute gefragt werden oder andere Leute spielen, dann muss man das tatsächlich anders machen.

00:09:34: Das passen muss wie einen Schuh oder wie ein Maasanzug.

00:09:39: Wie Gil Evans

00:09:40: für

00:09:41: Miles Davis, also das war quasi... Funktionierte wie so ein Schlüssel zueinander?

00:09:47: Oder auch Miles Davis der ja umgekehrt mit den Besetzungen die er zusammengestellt hat.

00:09:53: Gezieht dass sie sich so zusammengestellt hat, dass er gezielt neue Musik erschaffen kann.

00:09:57: Ganz anders ist als als

00:09:58: vorhin.

00:09:58: Es quintett neu erfunden in den Sechziger Jahren und so.

00:10:01: Aber lassen Sie Hörer und Zuseher noch mitnehmen in die Geschichte mit dem Album.

00:10:07: Das ging mir jetzt ein bisschen zu schnell, weil sie wissen ja noch gar nichts davon.

00:10:10: Obwohl es hier hinter uns steht zwischen uns beiden das sehr schöne Album Orlesund drei um sechszig.

00:10:18: Dass entstanden ist vielleicht kann ich ganz kurz zusammenfassen, um das abzukürzen?

00:10:24: Weil auch diese Geschichte wahrscheinlich schon hinreichend erzählt ist in verschiedenen Interviews.

00:10:28: Wir treffen uns heute am achtundzwanzigsten September Ende September und das Album ist am elften erschienen.

00:10:35: Das ist sehr erfreulich, jetzt können es auch alle hören oft.

00:10:38: Es ist nicht nur beim Streaming erhältlich sondern auch als Vinyl und auf CD.

00:10:43: aber die Idee ist dir gekommen weil du einen hast du mir zumindest erzählt.

00:10:48: also ich war dabei wie du die Idee gegenüber zum ersten Mal formuliert hast ein Artikel gelesen hast oder der ist erschienen bei euch in der Mare Zeitschrift über den Trompeter Nils Pettamollewehr, der ein Album gemacht oder aufgenommen hat.

00:11:03: Weiß nicht, ob es ein Albon wurde?

00:11:04: Im Ocean Sound Studio.

00:11:06: und gesagt da will ich ihn, da will auch eine Aufnahme machen.

00:11:10: Ist das der Anfang der Idee gewesen?

00:11:11: ja?

00:11:12: Ja,

00:11:13: weil wir haben dieses Porträt von Nils Petermolbe an Auftrag gegeben.

00:11:18: Der ist auf einer Insel geboren und groß geworden in der Nähe von Orlesundt und hat dementsprechend auf der weiteren Nachbarinsel auf Gießke einige Alpen aufgenommen.

00:11:28: und auf Giske befindet sich eben dieses Ocean Sound Recording Studio.

00:11:31: Wir hatten auch Fotos machen lassen, das ist eine Foto-Reportage, Text und Foto kombiniert wie sehr oft bei Mare.

00:11:38: Und ich habe die Bilder gesehen von einem Studium und dachte ja... Das ist nicht zu fassen!

00:11:42: Es hat so viele Fenster und das ist direkt also fünf Meter vom Meer entfernt.

00:11:47: und dann dieses nordische Meer.

00:11:49: Ich war so sprachlos über die Lage dieses Studios nach dem das Interieur.

00:11:54: Das hat mich sofort erwischt und ich dachte, dass da Musik zu machen, das muss doch großartig sein.

00:12:01: Na klar!

00:12:08: Ich habe das recherchiert dann gleich im Internet und da stand es in einer so einer besten Liste die zehn besten Tonstudios der Welt.

00:12:15: also zwar nur auf Platz zehn aber in die Topten musst du erst mal kommen mit Abby Road und was weiß ich weil er noch so dabei war?

00:12:22: Also die großen Studios dieser Welt.

00:12:25: und da reitet sich ein und das auch mit Recht muss ich sagen.

00:12:29: Und durfte es sehen und das ist wirklich ein toller Ort gewesen.

00:12:33: Man kriegt ja nicht so einen Studio, schmeißt sich an wie gezahlt die Geschichte.

00:12:37: Ich würde dir noch interessieren ob sich deine Erwartung diesbezüglich bestätigt hat also dieses Gefühl da Musik zu machen?

00:12:44: Wie war das für dich?

00:12:47: Ja und nein!

00:12:49: Während des Spielens dachte ich muss mich noch mehr inspirieren lassen.

00:12:53: Ich bin noch zu wenig inspiriert Und beim Anhören dessen, was ich gespielt habe oder wir gespielt haben.

00:13:00: Habe ich gemerkt doch das hat funktioniert.

00:13:03: Aber ich hab immer das Gefühl beim Spielen Ich bin zu wenig in dem Moment.

00:13:11: Das Fühlen des Moments Das findet bei mir nicht so statt wie ich romantisch mir vorgestellt habe dass es ist Weil ich dann so konzentriert bin auf die verschiedenen Sachen.

00:13:25: Es ist über dem Schwimmen, dass man nicht untergeht.

00:13:27: Auf die Arme und auf den Beinschlag oder auf der Atmung.

00:13:29: Und das finde ich beim Aufnehmen auch.

00:13:33: Das auf den Sound, auf den Rhythmus... ...und auf die Einsätze.

00:13:38: Also alles was ich eben auch nicht kann.

00:13:40: Dann habe ich es gefühlt.

00:13:41: Ich bekomme zu wenig mit von euch also von der Band im Vergleich zu dem was immer kolpotiert wird wie toll das wäre die Interaktion zwischen den Musikerinnen.

00:13:51: Und ich denke ich hab' das zu wenig.

00:13:52: Wenn ich das aber anhöre dann merke Es hat doch irgendwie Subkutan stattgefunden.

00:13:58: Und das war aber auch bei der Umgebung des Studios so, dass natürlich dann eine Rolle gespielt hat.

00:14:05: Nicht nur beim Spielen sondern wir haben ja wahnsinnig viel Spaziergänge gemacht und waren nachts draußen im Meer.

00:14:12: Ich glaube es hat was mit uns auch gemacht, der ganze Ort weil wir da ne Woche zusammen gewohnt haben.

00:14:16: Aber das war sicherlich... So hat's schon geprägt, da glaub ich schon.

00:14:21: Ja, glaub ich

00:14:22: auch!

00:14:23: Ja, natürlich.

00:14:24: Es muss nicht in dem Moment, wo man mit sich beschäftigt, das glaube ich auch.

00:14:28: Aber dazwischen diese ganzen Pausen und wenn du schaubst raus einfach nur... Das macht ja was mit einem.

00:14:35: Jeder Ort macht etwas mit dir.

00:14:36: Und dann gehst du auch anders wieder rein.

00:14:38: Natürlich bist du in dem moment fokussiert konzentriert und machst es.

00:14:41: aber ich glaube auch, dass natürlich kann man eine Platte überall machen, aber im Ocean Sound Studio wird's schon sehr marisch!

00:14:51: Insofern war das eine sehr gute Wahl, finde ich.

00:14:53: Aber mich interessiert noch ein bisschen die Geschichte also wie es entstanden ist und vielleicht können wir auch ein bisschen auf die einzelnen Titel eingehen weil die ja auch sehr unterschiedlich sind und auch unterschiedlich entstanden sind.

00:15:05: Möchtest du erzählen wie es dazu gekommen ist dass es dann wirklich ein ganzes Album wurde oder überhaupt so wie die Band sozusagen dann dazugekommen ist?

00:15:15: Und also wie du das auch erlebt hast?

00:15:18: Also war Verstand, wie gesagt der Ort.

00:15:20: Was ja ein bisschen absurd ist.

00:15:21: Meistens in Alpenstehnen entstehen halt nicht über die Lusten im Studio zu spielen.

00:15:25: Irgendwie dachte ich mir man muss halt irgendwie Methodiefetzen komponieren und dann wird er halt irgendwie weiterentwickelt und dann... ...wird da halt irgendwie ein Lied draus.

00:15:36: Das kriegt man irgendwie hin.

00:15:37: Da fahr so eine Idee dahinter.

00:15:41: Und du hast mich auch mal motiviert allein schon weil du vor ein paar Jahren mal in so einem Nebensatz gesagt hast Du könntest ja auch mal ein Album aufnehmen.

00:15:49: Das war aber so'n Lorenzscher-Nebensatz, der bei so einem Schülern natürlich hingbleibt und sagt was meinte er damit eigentlich?

00:15:57: Ich hab dann ihn nachgefragt.

00:15:58: Aber ich glaube das war auch irgendwo implantiert.

00:16:00: Und dann klar kommt die Frage der Mitmusikerin und da kannte ich weder Ole noch Georgi weiß gar nicht ob ich Anja schon persönlich kannte.

00:16:12: Ich glaube nein.

00:16:13: Ich glaub auch nicht.

00:16:14: Vielleicht von einer

00:16:15: Konzerte... Videoaufnahmen von euren Workshops.

00:16:20: Und da dachte ich, Mensch die sind echt nett!

00:16:24: Das sind also Menschen, die eventuell mir nicht weh tun und mich nicht runterziehen wenn ich da alles wieder falsch mache oder sowas.

00:16:32: Also das spielt eine Rolle abgesehen davon natürlich dass sich gemerkt hat es sind gute Musiker aber das kann ich gar nicht so richtig einschätzen.

00:16:37: bei euch Profis wer ist jetzt besser als der andere?

00:16:40: Wo liegt die Güte drin?

00:16:41: Ich glaube nicht adäquat einschätzen Die Menschlichkeit, da hab ich schon gefunden.

00:16:49: Das kann ich gut einschätzen.

00:16:50: und dann dachte ich, warum jetzt weiter suchen wenn ich hier Leute habe die das eventuell könnten?

00:16:55: Und dann hab' ich euch ja gefragt ob ich mal einen Workshop alleine mit euch machen könnte nicht mit anderen Schülerinnen zusammen und um zu gucken ob das in irgendeiner Form passt oder ob es euch auch passt also ob wir zusammen passen und ob alle Lust haben.

00:17:12: Da haben wir zuerst einmal... Ich glaube, einfach mal ein Stück gespielt.

00:17:18: Denieren ist auf you zuerst und dann anschließend einem meiner Medidien.

00:17:23: aber davor bevor wir uns getroffen haben gab es ja noch einen sehr wichtigen Prozess.

00:17:29: also ich muss jetzt erst einmal als Aufschreiben die Noten Und da habe ich schon gemerkt wie schwierig das ist Die noten aufzuschreiben ist nicht schwierig Aber den Takt richtig hinzukriegen in Rhythmus und da hast du mir sehr geholfen Ich werde das nie vergessen oder immer wieder gesagt dass er wo ist die eins?

00:17:47: Also das zuerst mal, dass zu lernen wo ist eigentlich wie ist der Rhythmus?

00:17:51: denn ich mir ausgedacht habe.

00:17:53: Ich hab mir alle Medidien im Grunde genommen bei Spazier gegen morgens mit dem Hund ausgedrückt

00:17:58: und den Zändigesungen

00:18:00: aber dann dieses also

00:18:01: bei der rhythmischen Notation.

00:18:03: ich erinnere mich auch an ein Prozess das Haupt die Hauptschwierigkeit lange an der Entscheidung Weil es nämlich sowohl so als auch so ging.

00:18:11: Ich erinnere mich auch, dass wir manchmal eine Version so geschrieben haben und das nächste Mal ein Video andersrum.

00:18:15: Wenn ich sage, das ist irgendwie doch nicht!

00:18:17: Und das Problem an Notationen oder wenn man sich festlegt überhaupt dem Aufschreiben oder dadurch auch dem Schreiben eines Stücks finde ich jetzt immer... Es muss konkret werden und oft sind Ideen nicht konkret sondern so halb diffus und dann in dem Moment wo man sie konkretisiert findet man sie fast banal

00:18:33: oder zu

00:18:34: zu konkret, dann hat man Schwierigkeiten mit der Konkretisierung.

00:18:37: Und das ist ein Prozess, den man auch lerne muss dass man das aushält.

00:18:40: okay so ist es jetzt und das hat ein bisschen gedauert das weiß ich noch aber dann als wir das da einfach festgelegt haben oder du dich festgelegst hast okay so is es.

00:18:48: jetzt konnten wir eben auch weitergehen in den nächsten Schritt und das dann arrangieren.

00:18:52: eben wie genau...

00:18:52: Da gab's doch einen Schritt dazwischen.

00:18:55: Ich hab dann Anja gefragt, ob sie die Akkorde schreiben könnte.

00:18:57: D.h.,

00:18:58: du hast an Anja empfohlen?

00:18:59: Ich frag

00:19:00: sie auch immer!

00:19:01: Ganz viele meiner Kompositionen stecken fünfzig Prozent Anjas-Akkorde drin.

00:19:05: Du hast mehrfach gesagt, das kann sie so viel besser als ich und das ist ein bemerkenswerter Satz.

00:19:10: Ja, nee, das ist ja so.

00:19:12: Und du hast dich relativ schnell hingesetzt und das gemacht, weil es dir beeindruckt... Also, wie leicht geht das viel?

00:19:18: Aber das war natürlich der entscheidende Punkt, weil auch da im Lernen Ich erst gelernt habe, dass ein Akkord natürlich auch maßgeblich ist für die gesamte Harmonie und den gesamten Ausdruck von einem Stück.

00:19:31: Das war mir noch nicht so bewusst, dass man eigentlich Melodie- und Akkorde zusammenbringen muss.

00:19:37: Klar über den Jazz denkt man natürlich über Akkorder nach und weiß wie wichtig sie sind.

00:19:42: aber... Mir war doch nicht bewusst das die Klangfarbe oder das Klangbild Ja, die kleinen Farbe des Stückes ist dann stark geprägt von eben den Akkorden.

00:19:56: Und die Atmosphäre auch?

00:19:57: Genau

00:19:57: das mache ich damit.

00:19:58: Das Wortpapier

00:19:59: sucht mit

00:19:59: einem.

00:20:01: Wir haben auch dann kapiert wie komplex.

00:20:03: du hast ja nicht irgendwelche Zweifeln-Vereinzubindungen aufgeschrieben oder irgendwelchen einfachen Akkorde.

00:20:08: Das sind sehr komplexe Akkorder.

00:20:11: Ich glaube dass es ein großes Geheimnis wenn das gut klingt sind deine Akkorte.

00:20:15: also das habe ich dann auch gelernt hat mich auch geärgert, dass ich das nicht kann.

00:20:20: Ich muss ärgere mich bis heute und vor allem weil ich jetzt erfahren habe, ich werde es nie können!

00:20:24: Und das ist natürlich irgendwie blöde, weil dann würde ich schon gerne auch können, weil da wäre ich auch unabhängig.

00:20:30: aber so muss sich dann immer brauchbar dann jemanden und das ist so ein bisschen unbefriedigt finde ich.

00:20:36: Ich muß

00:20:36: aber eine Lanze brechen für die Melodie, weil in meiner Erfahrung nach... sind ganz viele Jazz-Kompositionen, weil eben auch Jazz Studenten zum Beispiel ganz oft merken.

00:20:44: Aha!

00:20:45: Die Akkorde machen es eigentlich.

00:20:46: Eigentlich sind die Akkorde mehr das Stück als die Melodie schreiben dann irgendwelche Akkorte hintereinander, die auch oft so mehr recht als schlecht passen und dann wird irgendwie in die nächsten Akkort hinein gespielt und das ist dann ein Stück.

00:20:59: Und wenn nur die Akkurte sind kein Stück?

00:21:01: Ja.

00:21:02: Wenn aber beides zusammen kommt also eine gute Melodie, eine tragfähige Melodie die für sich schon was isst und dann Akkorde, die das richtig schön verpacken.

00:21:11: Und ihr

00:21:11: des Featuren?

00:21:12: Genau!

00:21:12: Deswegen habe ich ja Nikolas auch gefragt was möchtest du da haben

00:21:15: von der Stimmung?

00:21:15: Die Stimmung

00:21:16: dann umsetzen ist super.

00:21:18: man kann natürlich beim Komponieren auch von den Akkorden ausgehen wenn man in der Lage ist dann eine gute Menödie zu schaffen.

00:21:23: also wie ich hab zum Beispiel mit einem Gitaristin von Dior Desmond Stücke geschrieben wo er Akkord mir gezeigt hat.

00:21:28: hier findet was Und dann habe ich eine Melodie dazu gebastelt.

00:21:32: Bei uns ist aber die Stimmung sehr von dem Arrangement abhängig, wir haben eben sehr viel mit dem Arangement diese Stimmung dann erzeugt.

00:21:37: bei Pure Desmond jetzt.

00:21:39: was ich aber an deinen Sachen total mag ist dass eben die Melodien stark sind.

00:21:42: also zum Beispiel mein Favorit ist der Hope und Quote.

00:21:44: das war dieses erste Stück was wir gemacht haben und ich finde die Melodie tierisch.

00:21:48: Also es ist echt geil wie sie sich die aufbaut und das ist ne geile

00:21:51: Komposition, echt absolut!

00:22:14: Er hat gemerkt, wie die Minoti aufgebaut ist.

00:22:22: Ich hab mir einfach ausgedacht aber ich habe ihn tatsächlich nie so analytisch angehört.

00:22:31: Das ist komplett unbewusst!

00:22:34: Also ich habe erst gemerkt dass er eigentlich ganz okay ist auch von der Idee her als du das kommentiert hast.

00:22:44: Ich habe da überhaupt nicht darüber nachgedacht wie die aufgebaut ist.

00:22:48: Ich habe sie mir einfach ausgedacht und dann gespielt, auch angehört – es kam aber nie der bewusste Prozess zustande, dass ich das analytisch gehört habe und dachte, ach, das ist eigentlich gar nicht so blöd!

00:23:01: Das ist ja ein bisschen ungedreht und da wird noch mal was zitiert.

00:23:06: Komplett... Zufall unbewusst, wie auch immer man das nennen will.

00:23:10: Intuitiv

00:23:11: halt, ne?

00:23:11: Intuitive,

00:23:11: aber es war keine Absicht.

00:23:13: Aber die Sachen sind ja nicht erfunden worden so von from scratch.

00:23:16: also da sind ja auch keiner irgendwie Kochrezepte, die sich einer ausgelachter hat und zufällig hat's funktioniert sondern ist wahrscheinlich auch überm Kochen so... Man hat's gemacht und schmeckt gut und dann als Konzert aufgeschrieben.

00:23:26: Also das ist ja was was intuitiv logischerweise funktioniert.

00:23:29: Ja und wenn man halt also macht sich eben auch bemerkbar merk ich was man für Musik gehört hat oder wie man sich mit Musik beschäftigt hat.

00:23:37: Und allein die Auseinandersetzung damit und die Qualität der Musik, die man gehört hat, prägt er natürlich ganz

00:23:41: unbewusst.

00:23:42: Auch ganz schnell!

00:23:43: Also bei Spring bei dem Stück hatte ich kurz vorher Rhapsody in Blu gehört... ...und das Intro, das ist ein bisschen Schuld an Spring Das hört man vielleicht gar nicht Aber das war schon... Ich habe das irgendwie versucht innerlich nachzusehen Das Klamenten-Intro und aber ohne Absicht jetzt was draus zu machen.

00:24:24: Und das blieb irgendwie hängen, das Gleiche war mit French Morning.

00:24:29: da habe ich abends sehr viel Satz als die Satz Z A Z gehört.

00:24:34: Das saß es oder?

00:24:37: Ich weiß nicht die Französin.

00:24:39: Das bliebe irgendwie morgens noch hängen beim Spassieren gehen.

00:24:41: Dann war es das, und dann ist French Morning gestanden.

00:24:44: Und das ist auch ein bisschen französisch.

00:24:46: Absolut!

00:24:47: Also der direkte Einfluss

00:24:49: findet schon schief.

00:25:17: Ich finde

00:25:53: die sehr stimmungsvoll.

00:25:57: Die Stöcke sind allerkohl.

00:25:59: Am

00:25:59: erstauntensten war ich allerdings zu Fjord I dass das auf die Platte geschafft hat.

00:26:05: Teilweise haben wir gesagt, dass unsere Haar-Moll-Messe weil ja im Wesentlichen von wegen Arrangement, der gar keinen ... wir feiern einfach nur Haar-Moll ab.

00:26:14: Weil in dem Wesentliche ist es ja nur aus einer Übung eigentlich heraus entstanden und dann gesagt wird, wir üben mal hier Moll auszuspielen und die Akkorde dazu gehören

00:26:22: usw.,

00:26:22: da müssen wir jetzt nicht näher erläutern

00:26:24: aber...

00:26:25: Dann hast du gesagt das macht total Spaß!

00:26:27: Aber kann man da was daraus machen?

00:26:29: Wir können einfach nur das

00:26:30: spielen?!

00:26:30: Also die Idee ist so gekommen dass ich das über deinen Kurs halt diese zwei fünf Einsverbindungen geübt habe.

00:26:38: Ich mochte die Klangfarbe von diesem Akkord so gern.

00:26:43: Und habe dann begonnen, immer beim Üben als Abschluss das zu spielen.

00:26:48: Also kurz zu improvisieren über ... Das.

00:26:51: und dann kriegte ich vom meiner Frau oder auf eine Umgebung Rückmeldung am Schluss, dass war schön.

00:26:58: Dann hab' ich auch gemerkt, dass mich das interessiert weil wenn's draußen schlechtes Wetter war oder schönes Wetta war dann habe ich das anders gespielt.

00:27:06: Merkte, dass mich das beeinflusst und das fand ich bemerkenswert, soweit ich das sonst kannte nicht, dass ich irgendwie verspielen wusste, mich beeinflussten.

00:27:14: Und da dachte ich gut, ich könnte auch einfach da weiter drüber spielen und ihr versucht dann Teppich drüber zu legen.

00:27:21: Ich hab mir natürlich wahnsinnig gefreut, dass ihr das aufgenommen habt.

00:27:23: Ich war ja nicht sicher ob das eine blödsinnige Idee ist.

00:27:26: Also ... Ja... Ne?

00:27:27: Ich hatte keine Ahnung!

00:27:28: Weiß bis heute nicht eigentlich aber

00:27:30: irgendwie hat es funktioniert Es hat total funktioniert und ich empfinde das zum Nullprozent

00:28:17: als zweifel

00:28:17: reinzuspüften.

00:28:19: Ja, genau!

00:28:20: Das ist eben auch das mit dem Arrangement.

00:28:21: Das Arrangements hilft eigentlich auch nur ein Vehikel?

00:28:25: um Musik zu machen oder man denkt an irgendetwas dabei vielleicht, aber das muss man nicht hören können.

00:28:30: Sondern es gibt dem Ganzen einer Struktur die dann irgendwie zu etwas führt.

00:28:34: was sich einfach gut anfühlt.

00:28:36: und was ich auch toll finde ist dass das ein wirklich improvisierter Moment ist und zwar sowohl von der Band als ganzes.

00:28:42: also du was du gerade Teppich genannt hast is ja auch komplett neu gewebt.

00:28:46: Also das ist ja nicht vorher festgelegt sondern wir gucken mal alle gucken mal die Mitspielen Und du eben guckst auch mal, und das ist der voll improvisatorische Moment.

00:28:56: Ich meine es ist der Opener von dem Album jetzt geworden war die erste Single weil du so selber richtig cool fandest und ich erinnere mich noch dass du echt gezögert hast oder du Schwierigkeiten hast im Studio das aufzunehmen weil du sagst

00:29:07: oh Mann mach echt jetzt... Der erste Take.

00:29:09: also für Ort eins haben wir das erste Mal einfach gespielt und ich dachte vergiss es das ist doch ein Scheiß!

00:29:16: Und dann sehen wir zum Techniker und ich kam rein Der Tontechniker guckte mir an und sagte, you nailed it man.

00:29:22: Ja, so was!

00:29:23: Und das hätte ich nicht... Also beim Anhören dachte ich okay vielleicht gar nicht so schlecht wie ich dachte aber ich fühlte mich da, dass kann es jetzt nicht sein, dass ich da gespielt habe.

00:29:34: Wir haben das ja öfters aufgenommen, da ist auch Fjord zweithaus gestanden.

00:30:08: War da eher skeptisch?

00:30:10: Erst

00:30:10: beim wiederholten Anhören fand ich das dann auch

00:30:15: ok Ein echter Jazz-Prozess.

00:30:19: Ja, total!

00:30:20: Und mit zwei fünf eins.

00:30:21: also als Schüler jetzt von dir Lorenz ist es du sagst ja ganz oft ihr müsst guck jetzt jetzt.

00:30:30: ah jetzt kommt das ist ein Akkord den kann man hören.

00:30:34: da ist eine B neun drin oder das ist typisch Kreuz elf und wenn der Schüler steht davor und denkt hmh hör ich nicht so schön Das ist ja das, was man gerne hören würde.

00:30:46: Aber ich höre es jetzt teilweise nicht so und da höre ich natürlich immer alteriert also die fünfte stufe und dass hat mich als Schüler total gefreut beim Hören.

00:31:01: Jetzt kommt die Tonika!

00:31:02: Insofern war's für mich... wenn du sagst, für dich ist es nicht zweifel eins, für mich ist es total zweifeln eins weil ich immer dachte so ah guck jetzt ist es logisch jetzt ist historisch.

00:31:13: Und das war für mich eigentlich das erste mal dass ich bewusst diese Klangfarben der Akkorde gehört habe, wenn ich sie selber gespielt

00:31:20: habe.

00:31:21: Interessant!

00:31:22: Aber dieses Hören der Sachen gibt ganz viele Stufen der Vertiefung und man bringt immer tiefer ein, je länger man das macht... Irgendwann ist es eindeutig, wenn irgendwas der Kreuz-Elfes oder der B neun.

00:31:36: Das hört man einfach!

00:31:38: Das muss man auch nicht überlegen.

00:31:40: Im Gegenteil gerade weil die Charakteristik so stark ist... Wenn man sich mal daran gewöhnt hat jetzt erkennst du alteriert und sagt ach alteriert klar.

00:31:46: Und irgendwann erkennt ihr dann auch noch die einzelnen welche genau Alterationen ist es dann?

00:31:50: Und das ist dann der Moment wo's dann auch einfacher wird, weil man dann sagen kann ah da spielt Benau und ich spiele auch Benäu.

00:31:56: Und das dauert aber einfach ein bisschen, weil man ... Das hat was mit Gewohnheit zu tun und eben höher Erfahrung.

00:32:03: Im Praxis eben auch.

00:32:04: Ich hab auch den Eindruck also wir haben ja dich auch mitbekommen wie du

00:32:09: Fortschritte

00:32:09: gemacht hast innerhalb dieses Prozesses und so wirklich von Probe zum Probe Das waren ja Abstände von, weiß ich nicht, zwei Monaten oder so.

00:32:18: Hast du die wahnsinnig weiterentwickelt?

00:32:19: Also da ist wirklich immer was weitergegangen und es war schon schön zu sehen!

00:32:23: Ich habe auch wie ein Blöder geübt.

00:32:25: also das war übrigens eine ganz wichtigen Erfahrung weil ich hatte noch nie mit anderen Musikern zusammen gespielt zum ersten Mal also mit Lorenz vielleicht zwei drei mal und fand das auch sehr schwierig.

00:32:37: und das war echt das erste Mal der Erfahrung und da war für mich im Grunde die Hauptschwierigkeit dass ich nicht im Rhythmus war.

00:32:46: Also, ich habe eigentlich nicht auf den Punkt gespielt und musste eigentlich lernen, auf die Band zu hören und zu wissen wo ist die Einzelne?

00:32:53: Das muss ich jetzt so genau ausspielen!

00:32:54: Ich kann mir noch erinnern das Georgi irgendwann aufhörte zu spielen mich anguckte völlig fassungslos und meinte wieso kannst du das

00:33:00: nicht?!

00:33:04: Ja, das hat total gesessen weil Georgi es immer so liebt, dass der nicht böse ist.

00:33:08: Ich hab überhaupt nicht gelitten drunter sondern ich habe natürlich geantwortet Da zum ersten Mal das macht.

00:33:15: Und da hab ich... Das war natürlich ein Lernprozess, weil ich die Aufnahmen immer wieder abspielt und sicherlich jedes Lied hundertmal gespielt habe um zu hören wo die Eins ist, umzuhören wo der Akkord wechselt, umzuhören wo die Form ist.

00:33:30: Das war eine der wichtigsten Erfahrungen, dass wirklich Dutzende Male immer wieder zu spielen, immer wieder zuhören.

00:33:37: Am Anfang hab ich nur gezählt zum Beispiel.

00:33:39: Dafür nur die Stücke angehört, die wir kurz aufgenommen hatten im Handy Und einfach nur gehört und mitgezählt, ohne selber zu spielen.

00:33:46: Total

00:33:46: gut!

00:33:46: Das war schon ein richtiger Ansatz.

00:33:48: Absolut.

00:33:49: Ja aber ich fahre so last.

00:33:51: Ich fahr so last... Fast!

00:33:53: Bist

00:33:56: du auch nicht?

00:33:57: Ja, ja, das Thema ist bei ganz vielen so.

00:33:58: Erstens wenn es hart auf hart kommt und deswegen finde ich's auch so cool dass du in buchstäblich ins kalte Wasser gesprungen bist und es gleich gemacht hast Du bist eben ein Macher, wie ich eingangs meinte.

00:34:06: Und auch das hast du dann einfach als mache ich's halt und dadurch wirst du natürlich konfrontiert mit den Schwächen oder mit den Sachen auf die es wirklich ankommt.

00:34:14: Die sind nun zum Beispiel mal dass man im Touch spielt und dass man eben auch hört wo ist es wirklich?

00:34:20: Das merkt man wenn man mit Playback spielt und mit Metronomen kann man sich immer ein bisschen durchschummeln.

00:34:24: Dann macht es nicht zu viel.

00:34:26: Auf der anderen Seite hält natürlich auch eine Band Die kann einem natürlich auch helfen und die kann das auch ein bisschen einfangen.

00:34:32: Also es gibt Grenzen, aber die kann man sich anfangen und halten und mittragen.

00:34:37: Und die kann einen dann auch ein bissel beflügeln.

00:34:39: und da muss ich auch die coolen Style Span die ihr hier auch schon im Podcast war in Einzelteilen also der Ule hat sie ja uns eine Folge Mit uns gemacht, ohne natürlich auch der Georgi.

00:34:50: Den muss ich da wirklich über den grünen Klee loben.

00:34:52: Ich bin sehr froh, dass sich diese Leute gefunden haben und mit mir beim Kultur heißt die Workshops zu bestreiten, auch mit dir zusammen.

00:34:59: Weil das eine empathische Truppe ist, die Bock hat, die Leute zu unterstützen was dann so weit geht, dass man glaub ich auch über sich in auswachsen kann.

00:35:07: Bei dir sieht man das am besten!

00:35:09: Und ich bin total stolz drauf, was daraus geworden ist.

00:35:11: Ich hab mir diesen Sommer noch mal angehört... Als es fertig war im Urlaub, hab ich mich in Ruhe noch mal mit dem ganzen Album beschäftigt und mir gedacht Alter das ist so geil geworden.

00:35:20: Und es ist so eine Wahnsinnsleistung mit fifty-fünfzig angefangen.

00:35:23: jetzt heißt das alles um dreiundsechzig keine Ahnung was die drehundsechszig beteiligen

00:35:27: soll.

00:35:28: aber Tatache ist dass

00:35:32: der kurze Zeit sowas zu schaffen ist einer wahnsinnes Leistungen ist ein Wahnsinsergebnis.

00:35:37: also

00:35:37: die Kette ist dahinter ist banal wie's nur geht wogegen ich mich auch immer gewährt habe oder wäre in Leben, es ist einfach scheißviel Arbeit.

00:35:50: Also das... Ich hab so viel genau das nur noch geübt und dann fast alles andere einfach hinten anstehen lassen.

00:35:56: Ich war den Kurs quasi auch schleifen lassen ein bisschen weil ich mich da darauf konzentriert hab.

00:36:02: also diese banale Erkenntnis man muss es halt üben Und ich hatte halt diesen Druck also den ich mir selbst gemacht habe.

00:36:10: aber auch Ich wollte euch das auch beweisen, dass ich das kann.

00:36:13: Ich wollte beim nächsten Mal, wenn wir uns wieder treffen ... Und dann wollte ich nicht peinlich dastehen und sagen, nö, kann ich nicht.

00:36:24: Das habt schon motiviert.

00:36:26: Aber Angst spielt mit!

00:36:30: Aufregung?

00:36:32: Aber Angst ist doch immer da, wenn man was Neues macht.

00:36:35: Der Mut ist ja eben nicht die Abwesenheit von Angst, sondern es trotzdem zu machen und dadurch zu... Also total cool!

00:36:42: Hast du echt schön gemacht?

00:36:45: Ja wir hatten eben auch so viel Geduld.

00:36:47: ich habe mir eine Georgie ausgesucht als Taktgeber, dann hab' ich am Studium über den Blickkontakt mit Georgien gehabt Und der arme Hund wusste er dann, mir permanent die Einsätze noch mal geben.

00:36:56: also was schwierig war wäre dann selber ein Solo gespielt hat.

00:37:01: Und da diese Ruhe von euch, das hat mir natürlich auch

00:37:04: geholfen.

00:37:05: Ich meine auch, Ole ruht ja in sich.

00:37:08: Unfassbar!

00:37:09: Das hilft natürlich, dass es nicht ein nervöser Typ ist, wenn man das Gefühl habt der ist jetzt leicht generver und zum dritten Mal nicht hingekriegt.

00:37:16: Null.

00:37:17: Ole guckt einem ganz lieb an, nickt einem zu und man merkt, ah er ist noch bei mir.

00:37:56: Der Ole ist auch über sich selbst hinausgewachsen finde ich weil... Gar nicht so der Free-Chess-Spezialist wie jetzt Georgi zum Beispiel.

00:38:04: Also was heißt Free-Cheress?

00:38:05: Was ist das schon, aber die frei improvisierten Teile, die wir mit dir gemacht haben, du hast ja viel frei auch da gespielt, was ich total am Ende eben cool finde weil es eben so improvisiert ist in so ein echter Jazzmoment.

00:38:18: Die waren für ihn, das weiße ich auch eine Herausforderung.

00:38:21: und er hat mir letztens als wir ihn vor kurzem gesehen haben auch gesagt er findet dann Nikolaus hat einfach so einem wahnsinnigen Geld.

00:38:27: Das ist ein sehr klares Verständnis von dem ganzen philosophisch-künstlerischen Überbau von so einer Musik.

00:38:32: Und das stimmt!

00:38:35: Und das hat der ganze Sache dann eben auch so eine Kraft gegeben und deswegen ist es ja auch wirklich dein Album, deine Musik und deinen Ergebnis und deiner Ausdruck.

00:38:47: Ja, ich finde auch die Erkenntnisse des Arrangements haben wir schon darüber geredet haben aber das finde ich schon faszinierend wie viel mit einfließt.

00:38:56: Persönlichkeit von jemandem.

00:38:59: Ohne ich jetzt zu vergleichen, aber bei den Beatles... Da hat man das ja so ein bisschen mitgekriegt seitlich bei Almands mit.

00:39:05: Bei den Beatles haben wir sehr stark mit gekriegt bei den letzten beiden Almen weil da viel Kamera dabei war.

00:39:10: Wie viel Persönigkeit von den einzelnen Musikern damit eingeflossen ist?

00:39:15: Der George Harrison dem Mut hatte beim Letzten also bei Abby Rhodes sich mehr einzubringen und plötzlich merkst du wow schade dass er es nicht früher dem mut hatte sich mehr einzubringen.

00:39:23: das ist soviel Persönlichkeiten von ihm drin und das ist mit das Beste, was ich je gehört habe.

00:39:29: Von Beatles waren seine Stücke und seine Arroschmoreideen die er sehr weit führten.

00:39:36: Weiß ich übrigens auch von Georgi der große Beatles-Spezialistin.

00:39:41: Aber da merkst du halt wie stark die Persönlichkeit mit rein spielt und das hat man da auch gemerkt.

00:39:47: Übrigens von Lorenz also von dir natürlich sowieso weil du ja zwar nicht viel mitspielst nur auf zwei Stücken background spielst quasi, aber du hast ja andauernd Einwürfe gemacht.

00:40:00: Ich war im Regierum dabei als executive

00:40:02: producer

00:40:03: und bei dem

00:40:04: Proben.

00:40:05: Stopp, stopp, das war jetzt mal ganz gut!

00:40:07: Das war jetzt einmal toll.

00:40:08: Mach das noch mal.

00:40:09: was war das?

00:40:10: Also gerade bei Hope & Quote die drei Überlagerungen am Anfang und am Schluss haben zwar die anderen gespielt, aber Du hast sie entdeckt.

00:40:30: Das fand ich auch spannend dass du vom von außen gehört hast, was sie da spielen sagt.

00:40:35: Spielt das noch mal?

00:40:36: Ja, das ist der Vorteil wenn man draußen steht und dass man nicht im Prozess so gefangen hat sondern es viel mehr sehen kann beobachten kann.

00:40:43: Das ist ja der Grund warum so diese Position gibt als Produzent.

00:40:46: Genau!

00:40:46: Und das war tatsächlich auch eine sehr luxuriose Situation die wir hatten, dass überhaupt möglich war.

00:40:51: Dass jemand nun außen drauf schaut und nochmal ein weiteres Ohr oder Ohrenpaar So ein bisschen nach den Chancen geben kann und das sortieren kann.

00:40:58: Und einen Raum dafür setzen kann, einen Rahmen dafür setzen können.

00:41:03: Aber das ist auch toll!

00:41:03: Deswegen wollte ich bei den Mare Sessions im Mare Künstlerhaus unbedingt meinen Kumpel Johann, der Gitaristin von Pio Lesman dabei haben weil ich wusste wenn ich einen habe der mir sagt dass war nix Dann kann ich das einfach weglassen und sagen, okay dann lassen wir das.

00:41:17: Ich weiß ohne Johann hätten wir ein anderes Album entstanden.

00:41:22: Und was er aus uns beiden rausgeholt hat, obwohl er uns als Paar noch nie Musik machen hatte hören... Das war schon krass!

00:41:30: Da habe ich das auch selbst nochmal mit mehr erfahren können, was es bedeutet wenn diese Position von jemandem besetzt ist dem man traut dem man musikalische Expertise zuschraubt, also auf den man halt vertraut.

00:41:42: Wenn er sagt das ist nix dann sei okay und wenn er sagt es is was, dann sag ich auch ok.

00:41:47: Und das braucht man glaube ich.

00:41:50: Es ist eben ein Luxus.

00:41:51: viele Jazzalben die meisten Jazzalmen die ich aufgenommen habe haben wir gemeinsam produziert wie Musiker oder ich alleine bei den Golden Standards Und da hab ich ganz alleine immer alles entschieden.

00:42:00: und dann fehlt diese Position.

00:42:02: Dann steckst du wie beim Regisseur, der selber mitspielt bei sich nicht Kevin Costner aber mit dem Wolf Tanz oder so.

00:42:08: Das muss man echt können dass man selber die Hauptrolle spielt und sagt das war jetzt gut von außen also das ist eigentlich gar nicht so gut glaube ich dass es so oft so gemacht wird.

00:42:18: in Wahrheit warum gibt's Rick Rubin und diese ganzen Typen die diese großen Hit Alben produziert haben?

00:42:25: Die immer wieder herangezogen werden?

00:42:29: Aber es war natürlich auch lustig, muss ich sagen.

00:42:30: Weil ich war zum ersten Mal in der alleinigen Producer-Position sozusagen und das war für mich auch eine interessante Erfahrung.

00:42:38: Dass du das ausgehalten hast?

00:42:40: Ja,

00:42:40: da kann man das schwierig, oder?

00:42:41: Ja dann ist natürlich ein Schüler so zu sagen also du bist ja Teilnehmer von CoolJazzy als normal oder hast jetzt ganz lange mit mir schon, sagst du vorhin gelernt schon vorher bevor ich bei CoolJazz als gerühmeter Basse über mir und da kenne ich auch ein bisschen deiner Geschichte Man will immer noch weiterschrauben und das loszulassen und sagen, nein der ist jetzt Musiker.

00:43:03: Der spielt jetzt!

00:43:04: Das war für mich auf jeden Fall manchmal eine Herausforderung zu stimmen.

00:43:07: aber der Prozess als solches den so erleben aus dieser Position hat echt Spaß gemacht muss ich sagen.

00:43:15: Also der Prozesse ist wirklich toll und vielfältig also von der Melodie bis eben zum Studio.

00:43:20: Aber auch was dann passiert?

00:43:23: Das zusammenstellen dann vom Tode-Ingenieur und dann das Mischen.

00:43:28: Der Mischprozess, den habe ich auch total unterschätzt natürlich.

00:43:33: Also faszinierend!

00:43:35: Wie kleine Unterschiede sind doch so groß?

00:43:38: Das sind ja kleine Schritte und manchmal denkt man höre jetzt einen Unterschied oder höre ich jetzt nicht.

00:43:42: Und irgendwann hört man eben dann doch.

00:43:45: Und dann merkt man es macht viel aus aber es ist gar nicht so einfach das zu hören.

00:43:51: Ja.

00:43:51: Fast drei Monate habe ich da mit dem thonischen Nürn zusammengesessen.

00:43:54: Das ist eh schnell, das kann auch länger dauern.

00:43:56: Interaktiv zusammengesessen.

00:43:57: Wir haben ja in Norwegen und Deutschland.

00:44:00: Aber das war ein langer Prozess.

00:44:02: Und sogar der Nach noch vom Presswerk bis hin zum Vertrieb GEMA-Anmeldung.

00:44:08: Allein das... Ich hab fast das genickt gebrochen.

00:44:12: Ist ja blöden Gema!

00:44:13: Aber für mich gehört es jetzt auch irgendwie dazu.

00:44:18: wenn du etwas auf den Markt bringst und das öffentlich machst, du machst dich ja öffentlich.

00:44:23: Und durch das ist ja einfach ein Teil des Prozesses auch.

00:44:26: Also man blieb glaube ich nicht im Studio auf und dann war es das.

00:44:30: Kommt da noch so viel anderes hinzu?

00:44:33: Das ist zwar nicht mehr musikalisch aber es ist immer noch etwas was mit dem Prozess zu tun hat.

00:44:40: Wo man weiß dass es teilweise entscheidend ist also Taylor Swift zum Beispiel versteht ihr genau das sehr gut.

00:44:48: Das ist für Markten anschließend oder das Ganze drumherum, da sieht man ja wie wichtig es auch sein

00:44:55: kann.

00:44:55: Absolut!

00:44:56: Ich

00:44:56: bin

00:44:57: auch ehrlich gesagt beeindruckt von deinem Erfolg weil das hat ja schon jetzt sehr viele Hörer Dein Album oder auch deines Singles Wie sehr du diesen Prozess verstehst als jemand der den zum ersten Mal beschreitet, dass zeigt einfach deine Macherqualitäten.

00:45:12: Da bin ich wirklich sehr beeindruckd.

00:45:13: und noch eines wollte ich sagen sehen.

00:45:18: Also du hast ja auch einigen Leuten in einem Vorgespräch erzählt, schon einmal dein Album geschickt und dann war das Feedback sehr oberflächlich weil die Menschen sehen dass wirklich nur von einer ganz anderen Ebene also im Anderen steckt.

00:45:33: wenn man sich ganz detailiert, guck mal hier das ist Klavier Solo oder was weiß ich?

00:45:36: Und der Mixing-Prozess heißt mehr Halle oder weniger oder was weiss ich und die Leute sagen Ja chillig!

00:45:42: Das ist übrigens alles kann zufällig sein.

00:45:46: Ich habe jetzt fünfundzwanzig Jahre einen Bücher verlegt und eine Zeitschrift über noch länger.

00:45:51: Und im Prinzip, ob du Musik verlegst oder ein Buch – das ist der gleiche Prozess.

00:45:56: Insofern war es für mich nicht so eine neue Erfahrung zu wissen was Marketing ist oder was ein Herstellungsprozess ist.

00:46:03: Das sind sehr ähnliche Technische anders aber eigentlich ist etwas Gleiches.

00:46:08: Da können wir ein bisschen lernen von Nikolaas

00:46:10: Geltke.

00:46:10: Ja, absolut!

00:46:10: Also das ist tatsächlich... war ja mein Beruf jetzt in dreißig Jahre lang und dann jeden Tag.

00:46:19: Aber ich fand es spannend dass es in der Musik eine andere Variante gibt.

00:46:21: Das ist auch schon spannend da die Prinzipien bleiben natürlich dieselben.

00:46:24: Der Markt ist natürlich schwierig.

00:46:26: also der Musikmarkt ist vergleichsweise hartes Pflaster oder?

00:46:30: Ja Buchmarkt

00:46:30: ist auch nicht ohne, also inzwischen.

00:46:33: Also das sind ja alles im Prinzip Kutschbetriebe um nineteen hundert und das Auto fährt Einmal um die Ohren.

00:46:39: Aber der Musikmarkt hat es ein bisschen verpasst, da so gewisse Leitplanken einzusetzen?

00:46:49: Also das ist ja völlig ausm Ruder!

00:46:51: Ja also es entwickelt sich halt weiter.

00:46:53: Es ist immer schwer zu sagen wenn man selber im Prozess drinsteckt in Zeitgenosse... ...es ist immer schwierig das zu betrachten.

00:47:00: Ja weil ich finde... Rückblicken

00:47:01: muss man das... Ja man muss es rückblickend dann irgendwie einordnen.

00:47:05: Ich stelle immer fest je älter ich werde desto mehr Neige ich eben auch dazu zu sagen, das zu bewerten zum Beispiel und zu sagen es ist schlecht.

00:47:13: Und ich merke dass zwanzigjährige das nicht so bevchatschen.

00:47:17: Also die sehen das eher als Chance oder so.

00:47:20: Ich fühle mich fest, dass wir älteren auch eher die KI verteufeln.

00:47:23: Und die fünfundzwanzigjährige sehen fast nur die Chancen in KI.

00:47:26: Nicht unbedingt unser Sohn ist... Wie alt ist er?

00:47:30: Sechs.

00:47:30: Der ist nicht so fan von KI.

00:47:35: Oder sich sehr viel mit dem

00:47:37: Thema beschäftigt.

00:47:38: Ich hab das Gefühl, man neigt dazu.

00:47:41: Wenn man älter ist, dass er zu die Vergangenheit zu glorifizieren und ... Das kennt mir von den eigenen Eltern.

00:47:49: Ihr kennt dem Prozess vielleicht noch nicht so?

00:47:52: Na ja, ich weiß es nicht.

00:47:54: Bisschen vielleicht schon.

00:47:55: Aber auf jeden Fall eine schlaue Perspektive.

00:47:58: Was mich aber noch mehr interessiert, der Prozess, wie der jetzt weitergeht.

00:48:02: Weil das Album All Is One, dreiundsechzig gibt's jetzt!

00:48:05: Kommt alles ums Sechzig oder geht es weiter?

00:48:09: Also, was gehst du auf Welt-Tournee mit der Band.

00:48:12: Oder was ist der Plan?

00:48:15: Wie hast Du?

00:48:16: Madison Square Garden.

00:48:18: Ja genau.

00:48:18: Hab ich da

00:48:19: gewusst!

00:48:21: Nein aber was ist deine Idee für eine Weiterentwicklung oder deiner nächsten Schritte in der Beziehung im Jazz-Live?

00:48:29: Also zuerst mal muss ich... muss ich das noch verdauen und aus einem gewissen Loch rauskommen, merke ich.

00:48:34: Das Album hat auch dazu, dass man so fokussiert drauf über so lange Zeitraum und dann ist es da... Also ich merke, ich bin noch ein bisschen im Loch, ich suche noch!

00:48:45: Und was mir hilft, ist das tägliche Üben.

00:48:49: Ich musste zuerst wieder erkennen, dass das täkliche Übem eigentlich meine Musik da sein ist.

00:48:53: Das hilft mir auch, im Rhythmus zu bleiben und auch die Freude am täglichen üben, ob das eine Zitronleiter ist oder ein Pattern.

00:49:03: Das worauf ich mich jetzt auch tatsächlich täglich konzentriere um den Sound besser zu machen.

00:49:09: Ich höre natürlich jetzt auch gerade beim Album je öfter ich das höhe auch nicht können also auf der einen eben dass doch noch nicht richtig ist oder dass viele zittern oder das hohe E was eben keine E isst.

00:49:25: Und das ist das, was ich jetzt gerade versuche zu beheben oder besser zu machen.

00:49:31: Währenddessen überlege ich schon auch, was könnte eigentlich ein Nächster herausfordernd sein?

00:49:37: So etwas nochmalzumachen würde mich eigentlich nicht interessieren.

00:49:40: Jetzt einfach noch mal so Medidien aufzunehmen du schreibst ja Akkorde drüber und wir gucken dann gemeinsam wie das wird.

00:49:45: Dann wäre das wie so ein neues Album aber dann würde ich mich immer mit dem ersten vergleichen.

00:49:54: Was mich interessiert, das meinte ich auch am Anfang mit dem Arrangement.

00:50:02: Was man für Möglichkeiten hat im Jazz, dass man dafür vielleicht ein Stück Weiterfreiheit nimmt also nicht in der klassischen ABBA oder was weiß ich so eine Form bleibt?

00:50:13: Oder dass man eben nicht nur Melodie Solo Melodie solo oder Melodie Fetzen Solo hat sondern dass man das bisschen mehr auflöst dass man da auch ein bisschen mehr in der Arrangement noch mal mehr daran arbeitet, dass man spannenderer Arrangements hinbekommt.

00:50:31: Also mich fasziniert sehr stark den Werdegang vom Miles als er mit Gil Evans anfing zu arbeiten und diese orchestralen Werke er machte.

00:50:41: das finde ich von der Idee her total faszinerend, dass er von so einem klassischen Bebop kommt und seine ganzen Heronen waren ja die großen Beboper Charlie Parker, der aber sehr stark in der Form war.

00:50:53: Seine ganze Variation lag eigentlich in der Virtuosität seiner Soli und dass er da dann in den Arroschmoss sehr viel weitergekommen ist, neuen Denken.

00:51:06: Das denke ich, das würde mich total reizen, in der Richtung weiterzukommen wie das konkret aussehen könnte, das versuche ich gerade rauszufinden

00:51:19: Und da bin ich sehr gespannt drauf.

00:51:20: Der Meils hat ja die Musik mehrfach neu erfunden, sei es mit Bitches Brew oder irgendwelchen wilden Improvisationen mit Life at the Pluck-Nickel oder was auch immer angefangen mit Charlie Parker selbst zu spielen und dann am Ende also die achtziger Jahre Sachen Michael Jackson Stücke vor dem innen im Stadion mit ewigem Beruf aber trotzdem totaler Freihälter drüber dann und so... Also was auch der gemacht hat das war ja immer ganz neu und es gibt tausend Seitensweige seiner Geschichte.

00:51:52: Weil, wie der Ole schon gesagt hat du so einen philosophisch-künstlerischen Überbau kannst!

00:51:58: Bin ich sehr gespannt was du da machen wirst und ich glaube das wird eine sehr spannende Reise und ich hoffe dass wir die noch länger begleiten dürfen weil es Spaß macht mit dir gemeinsam auf diese Art und Weise zu forschen weil dann natürlich auch auf einer Art und Weiße sag ich jetzt mal ganz unspektierlich, soll das sein Unbedarftheit?

00:52:18: Weil du nämlich eben nicht sozusagen durch ein Jazz-Studium versaut bist sozusagen.

00:52:24: Sondern eben als Quereinsteiger reinkommst und mit einer ganz anderen Perspektive auf das Ding.

00:52:32: Das macht das Ganze so interessant finde ich.

00:52:34: Ja was ist es?

00:52:35: Weil Leute, die den normalen Weg von unten nach oben gehen, das hat ja eh jeder!

00:52:42: Ich

00:52:43: bin sehr gespannt, was da kommt.

00:52:45: Da bin ich wirklich neugierig.

00:52:49: Auf der anderen Seite war es sich frustrierend, dass wenn du das von Anfang an richtig angehst zum Musikinstrument und früh anfängst mit der Studium vertiefst, dann erreichst du eine Tiefe des Instruments und eine Vertiefung der musikalischen Idee wie du im Alter anfängest nie erreichen kannst.

00:53:10: Und das ist schon frustig!

00:53:12: Also wenn du sagst, es ist unbedarflich.

00:53:13: Das ist ein Vorteil.

00:53:15: Alabona kann ich mitleben aber der Frust ist viel größer, dass ich genau weiß... Ich bin so limitiert!

00:53:21: Ich kann viele Dinge nicht umsetzen weil ich dazu nicht mehr in der Lage bin und mein Hirn arbeitet dann nicht mehr so meine Hände arbeiten nicht mehr.

00:53:30: das ist nicht machbar und das ist schon... also ich ärgere mich schon sehr, dass sich schon spät angefangen

00:53:36: hat Aber ich glaube es ist eher eine Priorität, eine Priorisierung.

00:53:40: was meinst du?

00:53:41: Also ich kann das total nachvollziehen.

00:53:44: Das ist ja logisch, dass es sich von innen nicht gut anfühlt und dass man immer konfrontiert ist mit seinen eigenen Limitierungen.

00:53:50: Das geht mir auch so.

00:53:54: Und gleichzeitig muss ich sagen, auch bei mir im Rückblick oft war ich dankbar für diese Limitierung weil die bestimmte

00:54:02: Türen

00:54:02: geöffnet haben, welche Dinge ermöglicht haben, die nicht gegangen wären wenn es die nicht gegeben hätte.

00:54:07: Es ist vielleicht ein bisschen wie mit einer KI, auf Knopfdruck produzieren kann.

00:54:12: Jetzt mal ein bisschen Gemeindervergleich, ne?

00:54:14: So ist es natürlich nicht.

00:54:15: aber wie soll die irgendeine Edge reinkriegen?

00:54:19: also die hat ja keine Limitierung und wenn du wirklich jemand bist der alles kann und richtig krass wird du urst und alles ausgecheckt hast wo willst du denn den Filter setzen?

00:54:29: also den kannst du kaum noch setzen weil du willst auch das Bedürfnis dann zu zeigen was du kannst.

00:54:34: oder es ist wirklich schwierig.

00:54:36: und dieses Ring Mit dieser Limitierung.

00:54:40: Das ist doch eine Art von Ausdruck, die berührt ... Weil die kennt jeder Mensch?

00:54:46: Da kann sich jeder mit ... Kann jeder mitschwingen, das mitempfinden und das ist eigentlich das was berührt.

00:54:51: am Ende für mich.

00:54:52: Geh ich mit!

00:54:54: Im Übrigen ist es so dass ich zum Beispiel gar keine Limitierungen habe und ich kann alles.

00:54:58: Das stimmt.

00:55:00: Mich stört zum Beispiel auch überhaupt nichts, dass ich irgendwas nicht kann weil ich kann ja alles.

00:55:05: Ja das ist das täufelste an dir.

00:55:09: Das hört sich natürlich sehr gut an, was du gerade gesagt hast, Anja.

00:55:12: Aber der Frust zu wissen... Ich kann Sachen nicht!

00:55:16: Also ich hätte natürlich Lust ganz andere Sachen zu spielen auch auf dem Album.

00:55:21: Hätte ich Lust gehabt, ganz andere Soli zu spielen und da war ja auch der Wunsch von Lorenz zum Beispiel bei French Money das ich in Solo spiele.

00:55:28: und ich habe gesagt sieh' das schaff ich nicht also ich schaffe irgendeinen Scheiß Solo zu spielen darüber dass kriege schon irgendwie hin Aber dass es gut klingt, dass ich damit zufrieden bin.

00:55:36: Das schaff' ich in der angemessen Zeit nicht!

00:55:39: Und jetzt hat ich Coltrane's Zitat If Only I Knew My Scales.

00:55:46: Also das Gefühl gehört einfach als part of the deal.

00:55:50: Und je mehr du kannst, desto mehr weißt du was du alles nicht machen

00:55:54: kannst.

00:55:57: Insofern also ich mein Kopf hoch, Krone richtend weitergehen

00:56:02: und vielleicht... Wir würden French Morning jetzt noch mal aufnehmen, was wir nicht tun.

00:56:07: Wäre es ja auch eine Idee zu sagen ich spiele trotzdem Solo und ich gucke mal wie ich mit dieser Limitierung

00:56:12: ein gutes Solo

00:56:13: spielen kann.

00:56:14: Das ist ganz anders als jegliche Vorstellung die ich hätte oder so.

00:56:18: aber...

00:56:19: Weißt du?

00:56:19: Und auf diese Weise wird es auch Learning by Doing, wenn man macht muss und plötzlich gelingt was, indem er nicht gedacht hätte dass das einem gelingt.

00:56:25: Man schafft diesen C-Sieben B neun da zum Beispiel auszuspielen genau und denkt sich so hoppela jetzt gehts!

00:56:31: Und zwar weil wir's gemacht hat, weil mal quasi ihn echt gemacht hat in dem Moment.

00:56:34: Also deswegen ist überhaupt kein Grund warum das nicht trotzdem noch klappen sollte.

00:56:40: Schau mal.

00:56:42: Naja,

00:56:43: mir immer.

00:56:43: Und ich will trotzdem nochmal, weil wir mal jetzt schon ein paar Mal hatten, nochmal anfühlen als... Beispiel, was das belegt.

00:56:50: Weil Miles ist ja auch nicht diese Gelsbion, ist auch nicht...

00:56:54: Roy Eldridge war da, glaub ich, sein.

00:56:56: Er fand es sich auch sehr cool und ist auch noch der andere Trumpeter.

00:57:00: Chet

00:57:00: Baker

00:57:02: mit

00:57:02: Freddie Hubbard.

00:57:04: Miles Davis ist auch jetzt nicht Freddie Hubbart?

00:57:07: Und ist genau geil!

00:57:11: Genau das macht ... also du hörst auf dem ersten Ton dass es Miles ist.

00:57:18: Du hörst auch auf dem ersten Ton, dass Freddy Harvard ist.

00:57:19: Aber du hörst so am ersten Ton

00:57:21: das es meins ist

00:57:22: und das ist cool!

00:57:26: Ja ja das sind die Vergleichen, die man natürlich immer gerne dann anführt aber... Nee

00:57:31: aber das stimmt.

00:57:33: also der ist ja auch total limitiert.

00:57:35: males ist er eine super limitierte Player aber ein geiler Künstler.

00:57:38: Die Frage ist, ist er limitiert?

00:57:41: weil er nicht befähigt war oder ist er limitiert, das wird wo sie nicht so interessiert hat.

00:57:45: Nein!

00:57:45: Weil er nicht befähigt war als er probiert.

00:57:46: Hört ihr an die frühen Aufnahmen mit Charlie Parker und Miles Davis?

00:57:50: Da gibt es ja ein Album... Und das ist es einfach nicht.

00:57:52: Das geht einfach irgendwie nicht.

00:57:54: Ich wollte gern was

00:57:56: gehen.

00:57:56: Es gibt übrigens sehr viele Sachen, die ich auch sehr gerne können würde.

00:58:00: Und ich kann sie trotzdem nicht.

00:58:05: Der Reife-Prozess bedeutet das Anzuerkennen Und das auf Englisch würde man sagen, zu embracing es.

00:58:11: Zu umarmen.

00:58:12: Also die Anerkennung im Sinne von ja und dass ist gut, dass es so ist.

00:58:16: Weil das ist meine Stärke, weil deine Schwäche ist deine Stärke.

00:58:22: also ich mein... Schönes

00:58:25: Flusswort

00:58:25: eigentlich finde ich.

00:58:27: Ja aber normalerweise ist das Schlusswort auch ein anderes oder?

00:58:30: Ja klar, aber ich find' das fast ist doch gut zusammen.

00:58:33: Dankeschön!

00:58:34: Aber auf jeden Fall gilt, dass ein Leben ohne Jazz zwar möglich ist aber

00:58:40: sinnlos.

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