Bestimmen wir selbst, was wir spielen, Matthias Meusel? – Folge 21
Shownotes
Woher kommen eigentlich die Ideen, die beim Improvisieren plötzlich da sind? Haben wir sie gemacht – oder müssen wir manchmal einfach lernen, sie zuzulassen?
In dieser Folge sprechen wir mit dem Schlagzeuger, Produzenten und Komponisten Matthias Meusel über die Verbindung von Musik und Persönlichkeit – und darüber, warum Jazz für ihn untrennbar mit Freiheit, Wahrhaftigkeit und Spiritualität verbunden ist.
Matthias erzählt von seiner Überzeugung, dass jeder Mensch etwas ganz Eigenes mitbekommen hat: eine Gabe, die wir entdecken, entwickeln und schließlich auch annehmen dürfen. Beim Improvisieren bedeutet das manchmal, nicht noch mehr zu „machen“, sondern loszulassen, zu warten und durchlässig für das zu werden, was gerade entstehen möchte.
Natürlich geht es dabei nicht ohne Handwerk: Wir sprechen über Time und Groove, den eigenen inneren Puls, das Üben mit Metronom und Playbacks – und darüber, warum Matthias nach Jahrzehnten als professioneller Schlagzeuger heute immer stärker danach sucht, weniger zu spielen und damit mehr zu sagen.
Ein Gespräch über Üben und Loslassen, die eigene musikalische Stimme – und die faszinierende Frage, wie viel wir beim Musikmachen eigentlich wirklich selbst in der Hand haben.
🥁 Matthias Meusel: Wenn Du mehr über Matthias, seine Musik und seine Arbeit als Schlagzeuger, Produzent und Komponist erfahren möchtest, findest Du auf seiner Website Weiteres über ihn: http://matthiasmeusel.com
🎹 Jazz Piano Academy: Wenn Du am Klavier Deine eigene musikalische Stimme entwickeln und Jazz mit Struktur, Freude und persönlicher Begleitung lernen möchtest, erfährst Du hier mehr über die Jazz Piano Academy: https://www.jazzpianoacademy.de
🎷 Cool Jazz Styles: Wenn Du auf dem Saxophon nicht nur die „richtigen Töne“ spielen, sondern immer freier improvisieren und Deinen ganz eigenen Ausdruck finden möchtest, erfährst Du hier mehr über Lorenz und Cool Jazz Styles: https://www.cooljazzstyles.com
Transkript anzeigen
00:00:00: Es gibt ja eine Idee für uns.
00:00:02: Wenn du bereit bist, der zu folgen, dann wird das Richtige passieren und das wird sich wiederum auch musikalisch äußern.
00:00:10: und vielleicht kommt es irgendwo an wo du nie hin wolltest dass das alles gar nicht funktioniert.
00:00:14: die Freiheit nicht und die Wahrhaftigkeit funktioniert nicht ohne dass wir akzeptieren dass wir das gar nicht komplett alleine entscheiden können.
00:00:26: Willkommen zum Jazz Live Podcast.
00:00:28: Ich bin Anja Moab, Pianistin
00:00:30: und ich bin
00:00:30: Lorenz Haagessner, Saxophonist.
00:00:32: Wir unterstützen erwachsene Musikbegeisterte dabei erfolgreich mit Struktur und viel Spaß
00:00:38: Jazz zu lernen Und in diesem Podcast lassen wir dich teilhaben an wertvollen Erkenntnissen und Erlebnissen
00:00:44: Denn ein Leben ohne Jazz
00:00:46: ist möglich
00:00:47: Aber sinnlos!
00:00:53: Wir sind jetzt hier außergewaltig mal nicht auf dem Handelsüblichen Jazz Live
00:00:59: Podcast
00:00:59: Sofa, sondern auf einem Fremdsofa
00:01:03: von
00:01:04: Dr.
00:01:04: Matthias Meusel.
00:01:06: so steht es in meinem Handy drin, weil ich damals nämlich nicht wollte das unter M geführt wird und dann habe ich dröhre vorgemacht wie Drums und als später ist mir aufgefallen dass das ja eigentlich auch Doktor heißt und deswegen zeigt mir meine Handy immer
00:01:17: an
00:01:18: Dr.
00:01:18: Mathias Meussl hier heute auf unserem Jazz Live podcast Sofa hat das eigentlich hingehört.
00:01:24: Herzlich willkommen.
00:01:29: Yay!
00:01:30: Schön, dass ihr da seid.
00:01:31: Danke ja.
00:01:31: Ich find's auch ganz schön heiß heute hier.
00:01:34: Ja.
00:01:34: Jetzt zeig ich den ja im Sommer auf... Aber wir fangen normalstens an mit einer Frage die man aus der Voice of Germany kennt Wer bist du?
00:01:42: Woher kommst Du?
00:01:43: Was machst Du?
00:01:43: oder wie immer?
00:01:45: Welche Reihenfolge?
00:01:47: Auch immer.
00:01:49: Ja, ich bin Matthias und spiel jetzt seit über dreißig Jahren Schlagzeug.
00:01:53: Ich arbeite da vor allem als Sideman für verschiedene Künstler, Produktionen.
00:01:59: Viel Studioarbeit, produziere auch, komponiere und ist immer mal unterschiedlich gewichtet so wie das wahrscheinlich bei jedem ist.
00:02:09: aber den Unterschied den ich eigentlich immer gerne mache ist dass mein... Das was ich mache sehr gerne in den Dienst von dem oder der Stelle Und gerne für die Musik oder für den Künstlern dabei bin.
00:02:26: Und es ist mir eigentlich bisher nicht so richtig in Sinn gekommen, ist immer vielleicht einmal im Jahr oder so aber verflüchtigt sich dann auch mal schnell wieder.
00:02:36: Ich arbeite nicht für mein eigenes Künstlerprofil sondern bin sehr gerne einfach auch im Hintergrund mit dabei und das ist einfach übers Leben gesehen zu meinem Beruf geworden und funktioniert sehr gut und ich bin sehr zufrieden
00:02:53: damit.".
00:02:55: Klingt auch gut, kann man sagen.
00:02:57: Du hast einmal bei Pure Desmond mitgespielt von unserer ersten England-Tour legendär?
00:03:01: Ja
00:03:01: für mich auch eine legendäre Erfahrung und ich habe mich sehr geert gefühlt dabei sein zu dürfen.
00:03:32: Das war total cool, das hat echt Spaß gemacht!
00:03:35: Ich hab ja auch genau wie du in Hannover studiert unter anderem und ihr wart quasi die ältere Generation.
00:03:42: also wir haben so aufgeschaut zu euch Und ich erinnere mich noch an diese eine Szene, wo wir in der Mensa sitzen.
00:03:48: Ich dachte ja, ich weiß nicht genau wie ich weitermachen soll und wo es überhaupt für mich weitergeht.
00:03:52: Wenn du gesagt hast, da ist doch ganz einfach, da braucht man einen kurzen Moment Ruhe... ...und dann wird das schon!
00:03:59: Und ich war total geflasht, also das war so.
00:04:02: Ja, genau stimmt eigentlich vielleicht denke ich mal nach und so.
00:04:06: Und das war, dass ich erinner mich, dass mir das total geholfen hat.
00:04:09: Dass ich das auch nicht von dir erwartet hatte Weil ich hab von dir immer Angst gehabt, du hast für mich so ausgestrahlt.
00:04:16: Ich bin hier der Makra und so.
00:04:18: Hab ich immer gedacht, wofür der Krasse ... Der local hero?
00:04:21: So ja!
00:04:22: Ich hatte irgendwie großen Respekt.
00:04:24: Du hattest für mich eine Autoritätsperson, warst du immer.
00:04:28: Also als ich studiert habe, wir waren halt zwei Jahre unter euch und so... Und wie immer in der Schule halt, guckst du halt zu den Größeren halt immer auf.
00:04:38: Deswegen war das irgendwie ... Das war cool.
00:04:40: Es hat bei mir hingegeblieben und du hast auch das Menschen früher ausgeholfen!
00:04:44: Ich erinnere mich, dass ich mich gefühlt habe als würde ich auf eine Millimeter Papier spielen weil ich hab mit dir zusammengespielt und es ist das erste Mal so richtig abgesündet von meinen Jam Sessions.
00:04:54: in der Szene haben wir manchmal irgendwie... Hat man sich so beschnuppert?
00:04:57: Bei dem Gig weiß ich noch Weil.
00:04:58: wir haben ja immer das Gleiche gespielt jeden Abend im Wesentlichen also halt einmal die Woche hatten wir da so ein Steady Gig Und dann hast Du plötzlich gespielt und dann war alles so.
00:05:08: Das war einfach mal so übersichtlich.
00:05:09: Oder man wusste plötzlich, wo alles ist?
00:05:12: Es war fast ein bisschen... Also unheimlich und es war für mich eine ganz krasse Erfahrung, das weiß ich noch.
00:05:19: Das war schon sehr beeindruckend weil ich finde du hast einen unglaublich gutes Timing.
00:05:22: also das
00:05:24: ist
00:05:25: Weltklasse.
00:05:26: Ich habe selten mit Schlagzeugen spielt die Sohn krasses Timing haben auf einer Art Weise dass man sich eben fühlt wie auf einem Millimeter Papier.
00:05:34: Und das finde ich auch super interessant.
00:05:36: Wie du das machst zum Beispiel.
00:05:38: Wie machst du das?
00:05:42: Ja, weiß ich auch nicht.
00:05:46: Also Time ist ja eine... Ich finde eigentlich noch nicht mal dass es die primäre Aufgabe ist von einem Drama sondern dass es eigentlich alles was wir machen spiegelt uns einfach nur.
00:06:04: Die Musik spiegeln nur das was wir sind und mehr nicht erstmal.
00:06:10: Und das gibt es auch gar nichts zu bewerten, weil da gibt's so viele verschiedene Arten von Time und egal auf welchen Kontinent du guckst, das kann von so wahnsinnig beweglich bis vollkommen im Sound einfach nur eigentlich scheinbar ohne Time bis zu total komplexen engmaschigen Zeugs.
00:06:32: Ich mein hörte die indischen Sachen an was da los ist?
00:06:35: Erst mal finde ich finde ich das deswegen schon mal erstmal unkompliziert.
00:06:42: Diese Timesache, weil es geht ja eigentlich nur darum wie findet man die Leute wo's klickt und wo über den Verlauf... Wie empfinden wir so diese Einteilung von Zeit?
00:06:57: Wo sind die Leute mit denen ich das gleich empfinden kann?
00:07:01: oder meinetwegen auch extra unterschiedlich, weil sich dadurch wieder was superinteressantes ergibt?
00:07:07: Das weiß man ja vorher gar nicht.
00:07:09: Aber jeder von uns kennt auf jeden Fall den Moment, irgendwie will gar nicht werden.
00:07:16: Wobei es manchmal
00:07:16: auch nachher besser klingt als man dachte?
00:07:19: Also das kann auch passieren.
00:07:20: Es gibt immer die Überraschung und trotzdem finde ich da am wichtigsten das Gefühl beim Machen wie fühlt sich das an weil das so egoistisch darf man schon sein.
00:07:30: Ich möchte mich erst mal gutfühlen bei Musik machen Und auch wenn sich das möglicherweise danach gut anhört hat es sich ja für mich dann trotzdem schlecht angefühlt.
00:07:40: Und da möchte man nicht sein Leben drin verbringen in so einem Kosmos, das soll sich gut anfühlen und diese Menschen die gibt's?
00:07:48: Und natürlich macht es das leichter wenn sie alle darauf verständigt haben Ja okay eine gute Time ist nach Uhr Nach Stech-Uhr also sprich mitronom Das is ne Gute Time!
00:08:00: Das ist ja nicht richtig, dass ist nicht eine gute time.
00:08:02: Eine gute Time und das hat auch erst mal gar nichts, noch nicht mal was mit Gruf oder viel oder irgendwas zu tun.
00:08:12: Es ist wie empfinden wir Zeit?
00:08:16: Und diese Leute zu finden, das dauert halt auch über das Leben.
00:08:22: Mich würde interessieren, empfindest du da auch einen Zusammenhang mit dem persönlichen sozusagen auf einer Ebene schwingen zusammen irgendwie ... sich gut verstehen und nicht eben
00:08:32: zu haben.
00:08:32: Total!
00:08:33: Also es gibt ja diesen Spruch, also das ist für mich einer der wichtigsten Sätze von Larry Carr halten glaube ich.
00:08:38: Du kannst auf der Bühne nicht sein was du im Leben nicht bist und umgekehrt natürlich im Umkehrschluss und das lässt sich so schön übertragen auf so viele Bereiche und oft ist das ja eigentlich so dass wir jemanden im weiß weiß ich erste Probe Und man tritt sich so gegenüber und das, was da passiert.
00:09:02: Eigentlich wie beim Dating vielleicht.
00:09:05: Obwohl ich das jetzt ... Kann nicht viel aus Erfahrung sprechen aber der erste Eindruck, da passiert schon in dieser einen Sekunde so viele, dass eigentlich mir sehr oft klar gewesen ist, ja, so wird es wahrscheinlich gleich.
00:09:20: Dann wurde das auch so.
00:09:22: Wie du am Händedruck kannst du etwas ablesen Klickt das jetzt im Leben, da kannst du davon ausgehen.
00:09:31: Das wird wahrscheinlich gleich so weiter gehen nach dem Nachemanzähler und umgekehrt auch irgendwie mehr.
00:09:38: Aber ich meine viele Leute spielen also gerade heutzutage, ich sag mal Generation YouTube zu Playbacks, was sich Ava soll oder iReelPro vielleicht sogar... Was ist dann?
00:09:49: Also wie ... das Problem ist Ich hab immer das Gefühl wenn ich versuchen soll Menschen zu erklären Warum das jetzt wichtig ist, dass man sich dazu verhält in irgendeiner Form?
00:10:00: Dann ist es glaube ich schwieriger wenn das nicht eben ein Mensch ist wo man das irgendwie auch spürt.
00:10:05: Das merke ich immer wenn wir einen Workshop geben oder so und da ist halt ein Schlagzeuger dabei und dann ist auf einmal fängt der das ja auch ein weil man...das ist ja so.
00:10:12: also unser Workshopschlagsäuger Ole der auch schon bei uns hier im Podcast war hat gesagt manchmal ist es auch ganz schön anstrengend wenn man das immer so eben einfach mal so tragen muss.
00:10:20: sozusagen ich glaub soll das ausgedrückt und das is auch schwierig Aber wenn da halt nichts trägt, weil ich meine die Maschine die Pferd hat wach.
00:10:27: Das ist der halt scheißegal.
00:10:30: Was könnte man dafür einen tip geben?
00:10:32: solche menschen wie kommt man wie lernt man sozusagen absolute time sozusagen einigermaßen Mit leben zu fühlen oder überhaupt hinzukriegen?
00:10:44: also du meinst jetzt Absolut im Sinne von ... Nermetronomal.
00:10:50: Ich mach ja super viel Pop-Produktion und Studio, da ist es natürlich auch nichts anderes.
00:10:55: außer das hat jemand was aufgenommen ohne Klick.
00:11:00: Da muss man dann drauf, dass es aber eher selten.
00:11:03: letztlich ist die Idee erst mal Musik wird gelernt.
00:11:06: Das ist eine kommunikative Moment Und im Idealfall Jetzt ist natürlich die Praxis heute, egal ob das live ist oder im Studio.
00:11:18: Und für alle meisten weil es offensichtlich schwierig ist Orte zu finden an denen man das üben kann.
00:11:24: also ich habe schon das Gefühl dass ich mindestens zehn Clubs mehr hatte in meiner Stadt um auf Jams zu gehen und mit denen die halt eben da waren die man sich vielleicht auch gar nicht aussucht mit denen wird gespielt so sei einfach nur weil Man möchte spielen, deswegen hat man damit angefangen und möchte spielen.
00:11:44: Und dann muss man sich mit der Time von allen möglichen auseinandersetzen.
00:11:48: Dann trifft man sich auch mit dem einen oder anderen... Ich meine diese ganzen Diskussion kennt jeder in einer bestimmten Lebensphase ja und hinten spielen und vorm Klick spielen.
00:11:58: Wie kriegen wir uns zusammen bis man irgendwann menschlich weit genug ist um sich einzugestehen?
00:12:05: Wir können machen was wir wollen!
00:12:09: Und das ist auch gar nicht schlimm.
00:12:10: Wir sind gar nicht dafür da, dass wir alle immer miteinander klarkommen, es ja im Leben auch nicht so ... Ist doch gar nicht schlimmer.
00:12:16: und wenn wir das Glück haben, dass man's trotzdem gut verstehen und treffen uns mal irgendwie auf dem Getränk dann ist es auch gut!
00:12:24: Du musst ja nicht mein Bassist werden...
00:12:25: Aber heute ist es doch oft so, dass das auslagert und nicht mehr gemeinsam macht sondern eben eher mit einer Maschine halten also Metronom zum Beispiel oder sonst was Drummaschinen oder halt was für sich eben ein Playrack.
00:12:35: Das ist natürlich die.
00:12:37: Irgendwann gibt's den Moment der Wahrheit und dann ist halt der Klick nicht da.
00:12:40: Und dann wird sich das sicher zeigen, dass es auch wiederum nicht schlimm ist.
00:12:45: Du wirst nur bei jemandem ablesen ... Okay du hast einfach nie ohne Klick mit vielen Leuten die eine andere Zeiterfassung haben zusammengespielt und als Drama jetzt natürlicherweise nicht in der Lage, die alle auf einen Spur zu bringen und weil du ja gar nicht lernen konntest Du hast ein starkes Werkzeug in der Hand mit deinem Instrument, die zusammenzuführen und sie sich trotzdem gut fühlen zu lassen.
00:13:16: Weil das ist ja eigentlich die Aufgabe.
00:13:18: Es geht ja jetzt nicht darum hier so... Jetzt prüge ich euch das mal alles rein!
00:13:22: Und hier ist die Eins.
00:13:23: Sie sollen sich ja gut und sicher fühlen vor allem.
00:13:25: Also das ist jedenfalls das was ich für das Wichtigste halte an diesem Instrument.
00:13:32: Da vorne soll es sich sicher gefühlt werden damit die sich einfach frei bewegen können.
00:13:37: Die muss ich supporten.
00:13:39: Und solange das nicht der Fall ist, ist jede Art von Ego-Filmen erst mal auch gar nicht angebracht.
00:13:46: Ich hab meine These ... Anja hat auch eine Supertime!
00:13:50: Du hast ja vorhin im Vorgespräch erzählt, dass du auch im Chor gesungen hast und so.
00:13:54: Und ich weiß, dass ihr auf Gospelmusik stehst.
00:13:56: Anja kommt sozusagen behauptig jetzt mal.
00:13:59: Vom Gospel oder hat sehr viel Kirchenmusik gemacht, aber halt so eine moderne Kirche.
00:14:04: Also gospelig halt und steht auch sehr auf Kirk Franklin und so kennst du es sicher auch?
00:14:08: Ich habe ne These sowieso schon länger das Leute die sich halt mit so einer Musik auseinandersetzen oder die vom Gospel sozusagen kommen oder irgendwie gerne Gospel hören oder gospelige Musik sich leichter tun mit dieser Musik eben nicht in diesem europäischen klassischen Traditionen steht, die halt so ja-ta-tata ist.
00:14:32: So agogik vielleicht hat aber eben keine Time, sondern die halt dieses ... Also so ein Zeitgefühl halt hatten.
00:14:40: Was ich auch gerade meinte, wo ich hinaus wollte was ist wenn Leute gar kein Zeitgefühle haben?
00:14:44: Weil das erlebe ich ehrlich gesagt oft auf meinem Instrument und bin ja auch... Ich gebe auch Saxophonunterricht und grade so.
00:14:50: Leute die Melodien zu mir spielen wollen, die denken sehr an die Melodie und sehren den einzelnen Ton und dann vergessen sie komplett dass es so was wie Time überhaupt gibt und wie relevant das ist.
00:14:58: Und das ist dann leider schlecht, weil wenn das eigene Zeitgefühl halt nicht da ist, dann passt's ja gar nicht mehr zusammen mit nichts weder mit Klick noch mit anderen Menschen.
00:15:06: Also ich finde, erst mal muss ich kurz gerade ziehen.
00:15:09: natürlich habe ich auch Gospel gemacht aber
00:15:12: ich hab auch Klassik gemacht und ich kenn sie ein bisschen beide Seiten.
00:15:14: und wie du schon sagst, es gibt so viele Auffassungen von Time und grad diese Unterschiedlichkeit ist so toll.
00:15:20: Ich finde überhaupt nicht, dass ich das irgendwie widerspricht.
00:15:22: Man kann sowohl in dem einen sich zu Hause fühlen als auch im anderen.
00:15:26: Aber es stimmt oft so, dass man mit einer bestimmten Übrigung aufgewachsen ist und sich dann schwer tut mit dem anderen.
00:15:32: Also das glaube ich schon.
00:15:35: Ja aber die Frage, die sich mir nämlich stellt, ist, weil zu mir kommen viele Menschen, die wollen Jazz lernen oder Jazz ...
00:15:42: Wie kriegst du die Leute dahin, dass sie brauchen?
00:15:43: Verwandte
00:15:43: Musik!
00:15:45: Was mache ich, dass die gerufen können?
00:15:47: Und da frage ich natürlich hier den Spezialisten
00:15:50: Aber es ist ein Unterschied.
00:15:52: Weil Time bedeutet Zeit und Time bedeutet nicht viel, also nicht Gefühl.
00:15:59: Und Time bedeutet auch nicht das Wahnsinnig geruft.
00:16:01: Time heißt Time und die vergeht für alle Menschen genau gleich schnell in Wahrheit.
00:16:08: Und sechzig BPM ist auch genau gleich Schnell und wenn man das absolut nehmen will dann ist halt einfach Einbiet pro Sekunde Und darüber gibt's dann gar nichts zu diskutieren.
00:16:20: Wie sich das für dich anfühlt, ist ja eine ganz andere Sache und wie sehr du dich dafür verantwortlich fühlst, macht einen Unterschied.
00:16:27: und wo du herkommst?
00:16:29: Wenn du deinem ganzen Leben lang so wie es in vielen Gospelchurches ist, da geht auch der Dram-Computer an, da kommen immer schön die Claps raus alle wahnsinnig pünktlich... Da klompen sie einfach die ganze Zeit drauf und dann bist du halt so geprägt.
00:16:45: Also bist du dann auch dabei und eine absolute Time ist verinnerlicht, wenn du aufwächst in einer Mitagogik.
00:16:53: Und vielleicht auch klassisch ... viel klassische Musik.
00:16:56: Das ist ja trotzdem nicht timefrei!
00:17:01: Da steht ja auch Allegro oder was weiß ich?
00:17:05: Es gibt ja Zeitangaben auch in der Klassik.
00:17:07: Trotzdem ist das jeder, der mit dem Orchester gespielt hat, was sich auch viel gemacht habe, weiß... Die haben auf jeden Fall eine Time und es gibt teite Orchester.
00:17:17: Und weniger teite orchester, und das hat einfach auch da wieder was damit zu tun.
00:17:21: wie viele leute haben wir aufeinander gekriegt die sich auf ein zeitgefühl Einstellen konnten und einigen konnten?
00:17:27: und dass ist natürlich.
00:17:28: in dem fall ist dann vielleicht der dirigent dafür verantwortlich weil er das mit seiner autorität zu tun hat und inner band kann.
00:17:35: muss das auch nicht immer der drama sein?
00:17:36: Das kann auch sein dass da einfach wie in vielen bands einfach der richtige Die richtige Bass ist.
00:17:44: der Bass, deswegen ist das Wort auch so ähnlich vielleicht.
00:17:50: Weil das ist der vermittelnde Part zwischen Rhythmus und Harmonie und das kann überall stattfinden.
00:17:59: Und deswegen je mehr ich mich damit beschäftigt habe hat sich diese Dieses Spannungsfeld, was man damit auch immer hat.
00:18:08: Weil natürlich gute Times ist wahnsinnig wichtig!
00:18:12: Ist auch superwichtig!
00:18:13: Es ist wahnsinnig wichtig aber es ist nicht so dass das dafür... So muss eine gute Time sein und so ist keine gute Time.
00:18:22: Kommt immer auch so wahnsinnlich viel auf den Kontext an indem wir sind klar wenn wir jetzt eine Techno-Platte mit echten Instrumenten machen wollen dann werden die Maßstäbe andere sein als als im Orchester.
00:18:35: Also da kann man sich ein bisschen entspannen und sich auch erlauben, also mal ehrlich machen und lieber in sich reinhören so ja was möchte ich denn eigentlich?
00:18:48: So wie möchte ich Zeit empfinden?
00:18:51: und wenn man in der Pop-Produktion ist wo auf allen Tracks laufen noch sechzehn per Kaschenspuren und tausend Streicher und alles ist super teilt programmiert natürlich ist dann klar Da wird jetzt natürlich Megateit draufgespielt, sonst fliegt das einfach alles auseinander und da bist du auch eigentlich für die Time sofort gar nicht mehr verantwortlich.
00:19:13: Dann geht es in dem Moment wo der Klick Teilnehmer der Musik ist, geht's dann ja wirklich darum viel dachein zu bekommen.
00:19:23: wie krieg ich das beweglich?
00:19:24: Wie kriege ich das wieder so dass sich das für einen Menschen und auch für die mit dir spielen nicht wie eine Maschine anfühlt?
00:19:31: Und das ist eine ganz andere Aufgabe.
00:19:33: Ja, das glaube ich auch genau.
00:19:36: und trotzdem fand ich spannend wie du meintest wohin Stunde der Wahrheit?
00:19:39: wenn das dann weg ist was passiert da so?
00:19:42: Du sagst deine Schüler wenn sie eben immer mit IVU Pro spielen es ist eine Herausforderung wenn plötzlich ein echter Schlagzeuger sitzt Du
00:19:49: musst
00:19:49: grad ... Sorry, aber das Bild kam mir grad.
00:19:51: Wir hatten gestern einen Vorspiel mit meiner Klasse und der eine Schüler, du kennst den auch, den Olaf?
00:19:58: Der ist wirklich noch sehr lange weit am Anfang gewesen.
00:20:02: Er hat gerade gestern gespielt ohne Metronomen.
00:20:05: Und es hat echt gegruft!
00:20:06: Ich dachte, Alter, das ist so cool, also das mitzukriegen.
00:20:10: Und ich glaub auch dieses einfach mal ohne nix.
00:20:13: Es ist nicht mehr ein Metronom an... einfach diesen Sprung zu machen.
00:20:17: Ich glaube, wenn man das schafft, dann kann man auch mit einem Schlagzeuge, weil dann hat man plötzlich seine eigene Time und da kann man überhaupt erst in Beziehungen treten.
00:20:24: Das ist super!
00:20:26: Ich finde Rhythmus ist das Schwerste zu unterrichten von allem.
00:20:28: Man kann super über Harmonie natürlich reden, man kann auch über Melodieentwicklung und alles das reden.
00:20:33: aber Rhythmuss zu erklären was man machen soll dass es irgendwie geiler ist sozusagen... das ist so schwer Das ist so
00:20:45: unaussprechend.
00:20:47: Ich finde, man kann das immer so schlechter.
00:20:51: Es hat ja was mit Gefühl zu ... Kurt Rosenwinkel, der gesagt hat hier, Gesang ist das Prinzip für Melodie.
00:20:58: Denken ist es das Prinzip von Harmonie und Tanzen ist halt das Prinzip vom Rhythmus.
00:21:03: Wenn aber Leute nicht tanzen wollen oder auch nicht innerlich oder wenn das einfach nicht körperlich wird, dann ist es schwierig!
00:21:12: Ja, also es ist auf jeden Fall körperlich.
00:21:13: Das ist natürlich auch eine Sache die dann am Drama Kit oder Percussion ist natürlich immer schon mal einfacher weil das ist per se ein sehr körperliches Instrument.
00:21:25: Du musst dein Körper irgendwie bewegen.
00:21:26: selbst die stiffesten Drummer bewegen sich irgendwie.
00:21:30: jedes Musikinstrument körperliche Klavier egal was Geige Jedes Instrument ist körperlig.
00:21:35: Also das ist ja nur manchmal wird so körperlichkeit komisch nicht in Rhythmus umgesetzt.
00:21:40: Naja,
00:21:40: ihr habt
00:21:41: den
00:21:42: Atem mit dem ihr arbeitet?
00:21:43: Das ist ja ein viel fließender Instrument.
00:21:46: als wenn ich jetzt sage... Ich hab meine Liebmaßen und kann damit was erhoben.
00:21:49: Und es gibt auch so viel mehr repetitives Zeugs bei meinem Instrument.
00:21:58: Worauf ich ja auch wahnsinnig selber stehe das, was in einem und auch mit der Musik passiert Wenn du sechs Minuten ein und dieselbe Sache machst, ist es einfach für mich eigentlich meditatives Erleben von Musik.
00:22:14: Hat auch was damit zu tun, das so oft wie möglich zu machen um überhaupt mal zu fühlen.
00:22:18: Ah okay!
00:22:20: Das sind...das ist ein Tempo, dass offensichtlich aus mir selber ganz natürlich rauskommt.
00:22:25: Jeder daran merkt, dass es gibt Tempi.
00:22:27: die sind einfach schweres.
00:22:28: Es gibt ja auch diese berühmten Grown-up Tempi, die spielst du einfach mit siebzehn nicht so gut wie ... Mit ab fünfunddreißig an diese ganzen Superschlau Sachen.
00:22:37: So sechzig oder zwanziebzig?
00:22:39: Ja,
00:22:39: noch langsamer.
00:22:40: Achso!
00:22:41: Fünfzig und drunter.
00:22:44: Das ist ja gar nicht so langsam.
00:22:46: Ach so... Aber noch drunter, wo ganz viel Luft ist und wo wirklich die Erfahrung machst was es in so dein?
00:22:57: Wo ist dein Puls, der einfach von Natur aus da ist?
00:23:00: Also den muss man halt... Vielleicht nennt man das auch Puls.
00:23:02: Den inneren Puls,... ...der eigentlich der eigenen Time entspricht,... ...den du natürlich nie findest wenn immer die Playlong-CD angeht oder immer der Klick an ist,... ...die Erfahrung zu machen, wessen die Tempi bei denen ich gerne schneller werde, bei denen nicht gerne langsamer werde.
00:23:20: und warum ist es so?
00:23:21: und wo will mein Inneres gerne sein um glücklich zu sein?
00:23:26: Weil das gibt es einfach.
00:23:28: Und das muss man einfach nur wissen, und da kann man dann ... Die Phasen kenne ich auch?
00:23:33: Da ist man ärgerlich darüber ja.
00:23:35: Ich steh doch da so drauf wie das so klingt.
00:23:37: Aber jetzt fühle ich mich noch gar nicht ruhig, um die Erfahrung zu machen.
00:23:42: Man muss ein paar Lebensjahre vergehen, wo ich nicht nur Erfahrungen mache, weil ich jetzt natürlich weiter übe.
00:23:49: Ich hab Gigs, wo's trotzdem spielen muss, obwohl ich noch nicht bereit bin oder nicht.
00:23:54: So ganz komfortabel mich fühle damit.
00:23:56: Aber irgendwann macht das so Klick auf ganz vielen Ebenen, weil man weiß was man alles nicht mehr machen muss sondern dass einfach nur Fühlt und dann ist es plötzlich.
00:24:08: also gibt wahnsinnig viele Sachen die ich ja mit zwanzig spielen konnte Man hat ja unglaublich lange geübt dafür Was man da sich alles reinschaft.
00:24:17: Und die letzten fünfzehn Jahre arbeite ich nur dran.
00:24:20: was kann Ich alles weglassen?
00:24:22: Und wie kann ich mit noch weniger Noten eigentlich viel mehr Impact haben auf die Musik?
00:24:29: Das Entspannter ist so wahnsinnig, das Leben und also ich weiß dass es funktioniert.
00:24:35: Und das Musikmachen macht nicht nur mir mehr Spaß sondern wahrscheinlich auch jedem der mitspielt weil es ist auch Platz da!
00:24:45: Weil alles was ich nicht mache steht zur Verfügung.
00:24:49: Für mich fühlt sich das die ganze Zeit so wie Win-win an.
00:24:52: Ja,
00:24:53: also so angedeutete Sachen sind ja auch immer geil.
00:24:54: Man merkt es wäre da aber es könnte gemacht werden muss aber nicht gemacht werden.
00:24:59: Das ist natürlich durch die große Konus.
00:25:01: Aber ich muss gerade daran denken dass ich jetzt auch
00:25:03: angefangen
00:25:04: habe immer mehr ohne Playbacks Schüler spielen zu lassen und zwar eigentlich aus harmonischen Gründen damit einfach selber dass man jetzt stell dir vor jetzt kommt der nächste Akkord Aber natürlich ist es im jeglicher Hinsicht eigentlich viel besser, also auch ohne Metronome mich ohne gar nichts.
00:25:19: Sondern ich mache das einfach ganz allein auf meinem Instrument und mache alles.
00:25:22: Ich
00:25:22: mach die Formen,
00:25:23: ich mach die Melodie, ich mache die Akkorde... Es ist alles da oder nicht?
00:25:26: Also es kommt aus mir raus oder es kommt eben nicht aus mir heraus!
00:25:28: Und ich finde auch, dass ist echt krass, weil wir haben ja heutzutage diese Helferlines, die es gibt um diese ganzen, wie gesagt, IReelPro oder was doch immer, Playbacks, Metronomen,
00:25:38: bla...
00:25:39: Das bringt alles nix, aber das nimmt ja alles etwas ab Und es hilft dir nichts.
00:25:43: Wenn du musst das ja am Ende immer selber machen können, wenn man's nicht selber machen kann, dann kann man's auch nicht spielen.
00:25:52: Also was du gesagt hast mit dem Larry Carlton oder so, wenn du's nicht fühlst ... Nee,
00:25:58: der geht noch einen Schritt weiter.
00:26:01: Dein Menschlicher Charakter kommt
00:26:03: auf die Bühne raus.
00:26:04: Er wird rauskommen und zwar mit allem, was du bist nicht so gerne zeigen willst.
00:26:11: Es wird sich zeigen, weil es geht nicht anders.
00:26:15: Weil du hast nur diese eine musikalische Stimme mit der du dich ausdrückst auch wenn du vielleicht super breit stilistisch aufgestellt bist.
00:26:22: aber du hast dieser eine Stimme, mit der in all diesen Styles sprichst und du wirst immer erkennen ist ja auch am Ende das Gute, weil wir wollen ja am Ende des Tages auch erkennbar sein an unserer Stimme.
00:26:35: Und deswegen ist das eigentlich noch so ein bisschen absurder, dass man dann irgendwie so Methoden versucht um da so vergleichbar und beliebig zu sein wie es nur irgendwie geht.
00:26:47: Man kann ja froh sein darüber, dass das so ist.
00:26:49: Man könnte das auch forcieren.
00:26:51: Und zu meiner Zeit gab's... Ich glaube ich bin ziemlich mit.
00:26:54: die letzte Generation vielleicht die keine... So Playlongs, das ging vielleicht gerade so los.
00:27:00: Die waren aber dann auch noch auf CDs und da musste man ... Das war alles ... Konnte man für ein feineteures Geld sich irgendwelche Playlong-Bücher kaufen?
00:27:07: Und so ging natürlich alles gar nicht damals.
00:27:11: Wozu hat man dann gespielt?
00:27:12: Wenn man gerne zur Musik spielt, geht man zur Platten-Sammlung vom Vater, legt das unter Wahl die Musik dar, die dann da ist!
00:27:19: Und das finde ich viel wichtigerer Punkt zu bereit sein.
00:27:24: Man trifft ja nicht mal die Wahl, weil das ist das was da ist Das ist die Musik, die lasse ich jetzt einfach vollkommen ungefiltert vor lauter Begeisterung fürs Musikmachen in mich rein.
00:27:35: Und ja das stimmt!
00:27:36: Da spielt schon ein Drama den kann ich auch gar nicht ausmachen Außer der war zufälligerweise ganz links gepennt, weil das dann in den Neunzehnten hat ein Sechzig meine Zeit lang angesagt.
00:27:45: Aber das habe ich trotzdem nicht ausgemacht, weil ich wollte den ja hören und wollte wissen was macht er denn eigentlich?
00:27:51: Und wieso klingt da so geil?
00:27:53: Was hat mit seiner Snare gemacht dass das so geil klingt?
00:27:55: Dann hat man versucht es nachzuschrauben und irgendwann hat man sich mit sechzehn einen Vielspur-Recorder gekauft und hat angefangen sich aufzunehmen.
00:28:04: Was tatsächlich finde ich der viel wichtiger Punkt ist selbst wenn man Playalongs spielt.
00:28:13: Rekorden ist zwar so viel wie möglich, gerade wenn man mal wissen will ja wie ist denn so meine Time?
00:28:19: Wenn man noch so viel beschäftigt ist mit technischen Sachen, dann nehmt dich auf und hör mal genau hin!
00:28:26: Ist das denn viel... Also hast du da Bock zu tanzen nach dem was du da gespielt hast oder geht es eigentlich noch nicht so recht?
00:28:33: Dann okay, dann ist noch zu tun.. Was ist es was zu tun ist?
00:28:39: Das ist halt ein Leidensweg natürlich, weil man glaubt oft am Instrument hat sich supergeil angeführt und die Aufnahme macht einem die schöne Momente kaputt.
00:28:52: Aber das ist ja dann Lernen!
00:28:56: Und wenn es sich für dich selber nicht mal nach Sicherheit anfühlt jetzt so für mein Instrument, wo das für mich wirklich so'n Attribut ist was ich wirklich wichtig finde bei Drums oder überhaupt Rhythmsfaction Wir supporten, was da vorne ist.
00:29:15: Wenn das uns selber noch keine Sicherheitsvermittelt, was wir da hören von uns selbst, dann ... Dann ist es zu tun einfach und das ist nicht nur spielen und üben.
00:29:26: Das ist vor allem, wovor fürchte ich mich selber?
00:29:32: Was verhindert es, dass ich in meiner Ruhe da sein kann?
00:29:37: Also es gibt ja schon viele Für mich jedenfalls Dramavorbilder, die genau das eigentlich sagen.
00:29:44: Du musst in deiner Ruhe sein und bei dir sein.
00:29:48: Und in dem Moment wo du das bist verbreitet sich das sofort so wie ein Stein, den man reingeschmissen hat.
00:29:57: Dann sind einfach alles safe.
00:29:58: Ja.
00:29:59: Und dann ist schon fast der ganze Weg gemacht.
00:30:06: Das macht mich wirklich glücklich
00:30:07: beim Musikmachen.
00:30:08: Wie schön du das beschreibst!
00:30:10: Wir sind sowieso mehr untereinander verbunden als wir so glauben, glaube ich.
00:30:15: Und die Musik verbindet uns ja auch noch mal.
00:30:17: aber da sieht man wie das alles zusammenhängt.
00:30:19: Wie auch die Persönlichkeit sich mit der musikalischen Entwicklung zusammenentwickeln muss.
00:30:24: Dass es einfach weitergeht und...
00:30:27: Also du kannst das ja nicht aufhalten dass ihr das Schöne am Mensch seid!
00:30:32: Wir müssen uns das gar nicht dauernd vornehmen.
00:30:35: Das Leben macht das mit uns.
00:30:38: Es gibt eine Idee.
00:30:39: Also wenn man daran glauben möchte, ich tue es jedenfalls.
00:30:42: Es gibt ja eine Idee für uns.
00:30:44: Wenn du bereit bist der zu folgen Dann wird das richtige passieren.
00:30:49: also und dass würde sich wiederum auch musikalisch äußern Und vielleicht kommt das irgendwo an wo du nie hin wolltest.
00:30:54: ursprünglich.
00:30:55: weil ist vielleicht also wovon das alles eingefärbt ist jeder der so zurückguckt vielleicht Jetzt sind wir ja nicht mehr zwanzig Wir haben ja sogar schon ein paar Jahre auf die wir zurück gucken können Was ich alles auch in bestimmten Phasen meines Lebens super cool fand.
00:31:12: Und dann viel später erst analysiert hab, was fand ich denn da cool?
00:31:16: Das war einfach irgendeine Szene, die kannte fand ich cool.
00:31:19: oder irgendwelche Leute, die zu dieser Szene gehören, die fand ich cool.
00:31:24: und wie selten man sich in bestimmte Phasens des Lebens gefragt hat, bin nicht das denn so... Also muss ich jetzt ... Muss ich das denn jetzt spielen, nur weil ich da dazugehören will?
00:31:37: Also die Motivation war dann zwischendurch auch mal gar nicht die Musik.
00:31:41: Auch nichts zu bewerten, weil es hat dann vielleicht dazu geführt dass man bestimmte andere Artmusik zu der man sonst gar nicht gefunden hätte.
00:31:51: Weil man einfach diesen Leuten gefolgt ist und zwar real gefolgtes, nicht auf Instagram real, weil man mit denen Zeit verbracht hat und Musik gemacht hat obwohl man ignoriert hat, das entspricht meiner inneren Stimme eigentlich überhaupt nicht.
00:32:07: Aber ich lasse das jetzt rein, trotzdem und in dem Moment wird es eine wirkliche Influenz.
00:32:16: Und das würde sich auch wieder zeigen wenn ich in fünfzehn Jahren gix spiele wo ich vielleicht zurückgefunden habe oder überhaupt gefunden habe.
00:32:23: was spricht so aus mir?
00:32:25: also ich erlebe dass jetzt gerade ständig dass ich Musik die Ich als Kind Aus der Platten sammlung von meinem Vater gespielt hab Und das war wirklich auch sehr viel unterschiedliche Musik, aber die alle zum Beispiel in der Zeit meines Jazzstudiums ... Das wäre einfach ein absolutes No-Go
00:32:41: gewesen.
00:32:42: Aber meine Eltern hatten keine Jazzplatte!
00:32:45: So und heute ist man irgendwann so weit dass man sagen kann ja das ist eine echt starke Wurzel Die ist in der zeit reingekommen die kriege ich nie daraus operiert und sie wird sich immer zeigen.
00:32:58: Und warum soll ich denn jetzt mir das nicht gestatten, irgendwo hinzugehen?
00:33:06: Ich lass es jetzt einfach so passieren.
00:33:08: Genau,
00:33:08: super ja!
00:33:09: Kann ich zum Teil verstehen.
00:33:11: Ja und das wünsche ich eigentlich ehrlich gesagt jedem weil dadurch verschwindet ganz viel Angst durch...
00:33:16: Und es kommt ganz viel Persönlichkeit, weil diese Prägung ist ja superunik.
00:33:21: Die ist so.
00:33:22: jedes, wie du sagst, jedes Elternhaus war bei mir nicht anders und bei dir wahrscheinlich auch nicht.
00:33:26: Der eben eine bestimmte Platten-Sammlung stehen gehabt.
00:33:30: mit der Musik ist man halt aufgewachsen.
00:33:32: Das
00:33:32: hat man
00:33:32: sich auch suchen können und das ist ja immer anders.
00:33:35: Mein Vater hatte nur zwei Jazzplatten Oscar Kleine Sextet.
00:33:39: Weiß ich nicht ob ihr den kennt?
00:33:40: Das ist ein österreichischer Sticksilentrompeta.
00:33:43: die andere hieß Time Out Die andere Platte.
00:33:48: Tja, jetzt sitzen wir da?
00:33:49: Ja aber das ist ja ... Aber es hat hier nicht geschadet.
00:33:53: Na ja was ich
00:33:54: nicht kann man so oder
00:33:55: so sehen!
00:33:56: Ja aber ich meine es ist trotzdem so.
00:33:58: dann ziehst du als junger Mensch aus und wie in meinem Fall... Ich habe hier sechs Jahre dann in so einer Musikerwege gewohnt.
00:34:05: In der war das einfach bestimmte Musik.
00:34:08: Das wäre einfach wenn man da irgendwie im Gespräch sein will und akzeptiert sein will.
00:34:14: Da ist einfach bestimmte Musik nicht möglich, weil es entspricht dann irgendwie nicht dem Akademischen oder was das jetzt hippt.
00:34:20: Und so geht einfach nicht.
00:34:23: Genauso kann ja das passieren wenn du ein Hip-Hop Beat spielen willst.
00:34:28: da kannst du dann nicht gleichzeitig sagen ich finde aber auch siebziger Jahre Country Platten geil Das ist einfach nicht möglich, aber das war für mich Realität dieser Zariz eigentlich die ganze Zeit.
00:34:40: Ich glaub da bist du noch nicht der Einzige?
00:34:41: Ja,
00:34:42: das sind siebzehnte Jahre Country Platten würde es sein.
00:34:44: Natürlich!
00:34:45: Also ich stehe ja wahnsinnig drauf aus so was und heute ist das natürlich kein Problem weil das findet alles gleichzeitig in meinem Leben statt Prallt das natürlich eher an mir ab, wenn jemand sagt, ja nicht.
00:34:56: Das eine kann mit dem anderen nicht zusammen sein?
00:34:58: Ja aber das ist auch heute nicht mehr so.
00:35:01: Da sind die Grenzen echt ziemlich aufgerechnet.
00:35:04: Aber jede Szene für sich ist auch die Sorge schon dafür, weil jeder möchte ja sich auch abgrenzen – das verstehe ich auch!
00:35:12: Und natürlich setze ich mich auch nicht auf einer Jazz-Tour in Bus und höre dann die ganze Zeit laut, auf meiner Boombox, siebzehn Jahre Kanzelplatten.
00:35:18: Das macht man natürlich nicht!
00:35:20: Also ich kenne Jazz-Bands wo Gitaristen das machen?
00:35:26: Ja, aber das schockst du damit nicht und mir gefällt es eigentlich gut weil es nur zeigt... Jemand steckt gerade zu dem, was ihn ausmacht in Summe nach Hause.
00:35:38: Na klar!
00:35:38: Das ist ja
00:35:39: interessant und es gibt ihm auch einen neuen Einfluss und das macht das ganz sehr viel spannender.
00:35:44: Also ich meine wenn alle genau Stilecht spielen würden, wäre es eine Saufahrt.
00:35:49: Vielleicht spielen sie wahnsinnig stilecht?
00:35:50: Das schließt sicher alles gar nicht aus.
00:35:52: aber also das ist ja so ne Haltungsfrage.
00:35:55: so was gibt es jetzt zu bewerten?
00:35:59: Was gibt mir das Recht dazu überhaupt?
00:36:01: Ja,
00:36:01: oder wo fängt ein Stil an?
00:36:03: und so was.
00:36:04: Ich glaube jedenfalls
00:36:05: dass diese unike Prägung die jeder von uns hat... Das ist genau der Punkt was wir letztes mal im Podcast auch hatten vor einigen Wochen mit Julia.
00:36:13: Das kann so eine KI zum Beispiel nicht so gut mal kurz generieren weil da sind so diese Zufallsmomente drin.
00:36:19: Wenn
00:36:19: wir sagen wie es ist gar nicht kann man das kennenlernen.
00:36:22: Kann sie nicht!
00:36:23: Kann er
00:36:25: kann ihn gar nicht.
00:36:26: Nee, genau.
00:36:28: Das liegt ja alleine schon daran, dass ich meine und das wäre vielleicht die einzige Parallele zur KI in uns.
00:36:33: Eine KI generiert aus Dingen, die schon da sind.
00:36:38: Wir generieren natürlich auch aus dem was schon da ist aber eben ausschließlich in uns In einer Art Mixtur Die wir vorher schon freiwillig oder nicht freiwillige ausgewählt haben.
00:36:49: So das ist halt das was durch Zunfall auch in uns zusammengekommen ist.
00:36:53: eine KI schöpft einfach allem, was auf der Welt da gewesen ist mehr oder weniger auch je nachdem wie schön du gepromptet hast.
00:37:02: Genau.
00:37:03: Kommt dann halt das genau daraus und es ist auch interessant.
00:37:07: also viele Studio Jobs die ich fühle mich auch sehr beschenkt.
00:37:10: Also ich darf immer noch sehr viele Studio Sessions spielen, was ja heute nicht mehr ganz so ohne ist aber bestimmt ein Drittel wenn nicht sogar mehr sind mittlerweile KI generierte Songs die KI-generiert vorproduziert sind.
00:37:27: und wo dann aber klar wird, so ist schon alles ganz nett.
00:37:31: Aber das müssen wir jetzt natürlich auch vernünftig klingen und das soll eben tatsächlich ... Wir brauchen was, was das ganze zum Leben erweckt weil dieser erstaunte Moment über poch!
00:37:43: So etwas Verrücktes kann die Technik.
00:37:46: Dieser Magic Moment der ist ja schnell weg.
00:37:49: Das hat man sich zweimal an.
00:37:53: Also es findet wirklich real statt und ich glaube auch nicht daran, dass die KI uns das wirklich aus der Hand nimmt.
00:38:00: Die wird vielen Leuten vieles aus der hand nehmen.
00:38:04: aber obwohl das so absurd ist, dass ausgerechnet die kreativen Bereiche als erstes quasi torpedoidiert werden von KI.
00:38:12: also die schönen Sachen des Lebens Bücher schreiben Bilder malen Gedichte schreiben Songs komponieren Das wird jetzt als erstes von der KI gemacht.
00:38:23: Ich glaube aber auch, dass das als erstens wieder freigegeben wird.
00:38:26: Weil klar ist, das ist einfach nicht die Idee.
00:38:30: Das sind genau die Sachen, wofür wir eben keine Maschinen brauchen weil der Mensch hat einfach durch diese ... Weil wir alle so unterschiedlich uns zusammenbauen.
00:38:37: deswegen brauchen wir sie eigentlich nicht.
00:38:39: Ja!
00:38:41: Das ist zu hoffen.
00:38:44: Brauchen tun wir sie nicht?
00:38:45: Nee, das stimmt.
00:38:46: Aber es sind ja oft nicht die wirklichen Bedürfnisse sondern eben auf diese Kosten-Kalkulation oder was weiß ich, immer alles.
00:38:55: Gebrauchsmusik wird schon so verwendet?
00:38:56: Weißt du noch das eine Restaurant, wo eindeutig die ganze Zeit im Hintergrund KI Musik lief?
00:39:01: Ja.
00:39:01: Also das... Boah!
00:39:04: Also immer das Gleiche eigentlich, die ganze zeit und auch mit Gesang.
00:39:09: Aber du hast dich ja gar nicht gut begleitet gefühlt bei deinem Restaurantbesuch?
00:39:12: Ja genau
00:39:14: Es geht, es ist ja nur im Hintergrund.
00:39:16: Deswegen finde ich, man kann's auch ausblenden und sagen ... Kannst du das?
00:39:19: Ja, ich kann das schon.
00:39:19: Ich kanns ein bisschen an- und ausmachen.
00:39:22: Wow!
00:39:22: Natürlich höre
00:39:23: ich... Rattuliere ich dir sehr.
00:39:24: Ja,
00:39:24: so was kannst du nicht so gut, aber ich kann dass schon wenn ich will.
00:39:27: Es fällt mir nicht immer leicht, aber es geht schon.
00:39:29: Aber ich nehme es natürlich trotzdem irgendwie wahr und analysier, weil ich kann schon ein bisschen sagen, jetzt ist mal im Hintergrund so.
00:39:35: Und ich finde, wenn man es dann sobald man es in den Hintergrund geschoben hat, kann man schon so tun als wäre es jetzt einfach irgendein Lounge geplettet im Hinterground.
00:39:44: Ja, also mir fällt es wahnsinnig schwer.
00:39:46: Und ich kann mich dann auch richtig erallfern darüber wenn das so ein bisschen zu einer Bestrafung wird.
00:39:53: Aber ich kann überhaupt egal ob es jetzt gute oder schlechte Musik ist im Hintergrund, ich höre immer was passiert, da bin ich irgendwie gestört.
00:39:59: Ich höre es ja auch.
00:39:59: Also egal
00:39:59: ob das jetzt echte oder nicht echte Musik isst... Ich höhe einfach... Hintergrundmusik stöhrt eigentlich immer!
00:40:05: Aber der Fokus kann ja auf der Musik sein?
00:40:08: Oder er kann neben beim Gespräch sein?
00:40:10: Das ist für mich schwierig.
00:40:13: Ich find's lustig, weil wir haben jetzt nur eine Frage geschafft von zwei.
00:40:18: Hab ich auch schon dran
00:40:19: gedacht!
00:40:19: Und jetzt sind wir fast am Ende uns gespricht und haben erst die erste Frage gestellt... ...und jetzt könnten wir doch die zweite Frage noch kurz probieren oder?
00:40:25: Ja,
00:40:25: wirst du sie
00:40:26: stellen?!
00:40:26: Nein, aber ich hab doch überhaupt schon eine!
00:40:29: Also Matthias, wenn Du das Wort Jazz hörst, was sind die ersten drei Worte, die Dir da zu einfangen?
00:40:38: Spontan ohne Nachdenken!
00:40:40: Aushauen!
00:40:41: Freiheit, Wahrhaftigkeit Spiritualität.
00:41:00: Echt?
00:41:00: Ja!
00:41:01: Wow,
00:41:04: das Letzte würde mich interessieren.
00:41:08: Es gibt halt einfach wenig... Also eigentlich doch letztlich schon weil Musik generell was spirituelles ist meiner Meinung nach und zwar auch sogar völlig egal welche.
00:41:19: aber im Jazz ist dadurch dass die Freiheit gleichzeitig auch am größten ist Und die Wahrhaftigkeit also.
00:41:27: deswegen hängt es eigentlich zu dritt zusammen Weil es ist dadurch wahrhaftig, weil wir uns in Jazz eigentlich gar nicht.
00:41:34: Da können wir endgültig nicht mehr verstecken wer wir sind, weil es zeigt sich...weil wir müssen improvisieren und in der Improvisation zeigt sich ausschließlich wer wir sein nichts anderes auch wertfrei.
00:41:46: aber das was wir im Leben sind wird sich da plötzlich akustisch zeigen und deswegen ist es wahrhaftigt dadurch dass wir diese Freiheit haben auszuwählen was von uns zeigen wir und wie tief, also quasi wie weit lässt man jetzt die Hose runter?
00:42:05: Das kann man ja alles selber noch entscheiden.
00:42:09: Aber dass das alles gar nicht funktioniert – die Freiheit nicht!
00:42:12: Und die Wahrhaftigkeit funktioniert nicht ohne dass wir akzeptieren, dass wir das gar nicht komplett alleine entscheiden können.
00:42:21: Das ist der spirituelle Faktor für mich in der Musik, Vor allem im Jazz-Kontext, das passiert sehr hier.
00:42:31: Ich hab keine Ahnung wie es dir gerade los ist und ich kann's mir nicht erklären.
00:42:36: Und das habe ich nie geübt.
00:42:37: Ich habe das auch nie drüber nachgedacht aber ich höre grad Sachen.
00:42:41: die finden hier grade im Verbund statt ob jetzt durch mich inszeniert oder nicht völlig egal.
00:42:48: hier finden Sachen statt.
00:42:49: Die können nicht nur von dieser Welt sein.
00:42:54: Das macht eigentlich die spirituelle Komponente für mich
00:43:00: Schön, oder?
00:43:00: Ja super schön.
00:43:00: Die können nicht von dieser Welt sein.
00:43:04: Wie würdest du das beschreiben?
00:43:04: Kannst du es noch ein bisschen näher
00:43:06: beschreiben?".
00:43:13: Also es ist ja so alles was wir machen... Nicht nur in der Musik egal was wir auf der Welt machen.
00:43:19: also wir haben ja eine Gabe vielleicht sogar mehrere.
00:43:22: ich glaube sogar als junger Mensch dass wir sehr viele Gaben eigentlich haben aus denen wir bewusst oder nicht bewusst wählen wenn wir das akzeptieren und daran glauben können, dass es uns gegeben ist.
00:43:34: Weil wir dadurch auch eine Verpflichtung haben daraus was zu machen.
00:43:39: gleichzeitig so sehe ich das jedenfalls irgendwann wählt man aus.
00:43:45: manche Leute wählen dann vielleicht sogar etwas Gegensätzliches weil Vater hat gesagt lernen was ordentlich ist.
00:43:50: oder jetzt macht doch erst mal Sparkasse oder was weiß ich?
00:43:54: Und andere haben das Glück werden gepusht oder gefördert, folge deinem Herzen was einem alles so im Leben passieren kann.
00:44:01: Was natürlich schön ist.
00:44:03: und dann volkst du dem und du erfährst diese Gabe... Die hat gar nicht die ganze Zeit etwas mit Fleiß zu tun.
00:44:13: oder du musst nicht die ganzen Zeit diesen Schein machen oder du muss gar nicht diese Übung machen, die die anderen fünf die ganze zeit machen.
00:44:20: Du musst einfach erstmal akzeptieren, du hast etwas gegeben bekommen das nur für dich ist.
00:44:28: Und daran glaube ich halt eben, dass es sowas sehr Individuelles gibt für mich.
00:44:34: Worüber ich mich ausdrücken darf und wovon ich vielleicht sogar in einer normalen Welt noch mein Geld verdienen darf was ja einfach so der Superjackpot ist.
00:44:43: Dass man dann damit seinen Frieden macht super!
00:44:46: Ich finde diese Sachen auch noch gut.
00:44:48: aber das hier da geht einfach das Herz auf uns passiert von alleine quasi.
00:44:53: und das passiert glaub ich nur wenn diese Gabe Also wenn man die wirklich in Ehren annimmt.
00:45:03: Natürlich, also ist es einfach eine gottgegebene... Ja!
00:45:07: Es ist gegeben.
00:45:08: Also Gabel kriegt man ja gegeben.
00:45:10: Das ist nicht in unserer Verantwortung, das meine ich.
00:45:13: Ja, schön.
00:45:14: Sehr schön.
00:45:15: Ich sage mir unsere besten Ideen sind ein Geschenk.
00:45:18: Ich habe das auch ganz kleinteilig mal in so einer Provisationes Video bei YouTube gemacht, dass ich gesagt hab Die Leute fragen immer, was wenn ich mir nichts einfäll?
00:45:28: Dann warte einfach.
00:45:29: Da kommt schon was.
00:45:31: und dann sage ich immer, so lerne zu warten weil in dem Moment wo du es wirklich aushältst sind ja Millisekunden oder ein halber Takt oder so.
00:45:39: Wenn man einfach aushält diese Spannung, dann kommt das schon.
00:45:43: Weil auch mal drüber nachgedacht, was spiele ich denn da, wenn mir etwas einfällt?
00:45:47: Erfind dich das?
00:45:49: Also beim Improvisieren gebe ich dir völlig recht, das sehe ich auch so.
00:45:54: Ich sage immer man ist Transtinent und man lässt nur durch.
00:45:56: Man kann es annehmen dann darf man es durchlassen.
00:45:59: Aber im Idealfall stößst du möglichst wenig oder schaffst es einzufangen und halt dass es sich materialisieren kann.
00:46:06: Du
00:46:07: gibst dich halt hin.
00:46:08: also du gibst Dich hin damit das passieren kann?
00:46:10: Wie ein Medium
00:46:11: oder so.
00:46:12: ja man lässt halt durch!
00:46:14: Das kannst du jetzt natürlich einfach.
00:46:16: Das kann man jetzt natürlich wahnsinnig huibuhmäßig alles aufladen.
00:46:20: Ja ja, esoterik
00:46:21: pur!
00:46:22: Genau.
00:46:23: und was esotärisches ist eigentlich nicht weil...
00:46:25: Es ist ganz natürlich.
00:46:27: Grabe und Talent sind zwar nicht die gleichen Sachen aber sie äußern sich ähnlich finde ich und wir können halt mit wenn wir das erkannt haben.
00:46:37: Wir haben etwas gekriegt und wir müssen da gar nichts.
00:46:39: Da ist schon mal so ein grundsätzliches Level.
00:46:42: dafür müssen wir nix tun Und fangen dann trotzdem noch an zu üben.
00:46:47: Das muss man sich ja vorstellen, was dann passiert.
00:46:50: Das ist die Magic!
00:46:52: Das meine ich aber auch mit der Verpflichtung... Wenn du die Gabe hast und du möchtest das was passiert und du verlässt dich einfach nur darauf dass du diese Gabe hast Dann wird es natürlich wiederum schwierig weil Die Gefahr ist relativ groß Dass du von dem ohne Gabe und ohne Talent, der aber zehnmal so fleißig ist, am Ende doch eingeholt wirst.
00:47:13: Das ist dann natürlich selber dauerlich wenn Weil genau der wichtige Moment verpasst wurde, um diese Connection zu machen und sich bewusst zu sein wie wenig wir dann doch selber in der Hand haben dafür.
00:47:26: Und was unsere Möglichkeiten überhaupt sind aus so einer Gabe etwas zu machen?
00:47:31: Das ist eigentlich der Weg des jeden Musikers, würde ich mal sagen.
00:47:37: Es ist ein generelles Ding finde ich weil es geht dem Tischler ja auch nicht anders.
00:47:45: Man spürt das ja auch ab Ob etwas mit Liebe gefertigt ist, was weiß ich am Tisch.
00:47:52: Oder ob es halt einfach...
00:47:54: oder beim Kochen merkst du?
00:47:56: Ja
00:47:56: sowieso.
00:47:57: Von richtig schönem
00:47:58: Hass gekocht.
00:47:59: Merkts bei allem!
00:47:59: Oder
00:48:00: von der Maschine halt.
00:48:02: Man
00:48:03: merkt es auch beim Auto oder bei allem.
00:48:05: Man meint es wirklich bei allem Es ist sehr schöne also das ist sehr super.
00:48:10: Also wenn wir da jetzt abliegen natürlich dann Dann reden wir bald natürlich gar nicht mehr so viel über Musik.
00:48:15: Sondern es geht wirklich um ganz andere Sachen, die aber eigentlich meiner Meinung nach am Ende eher zum Kern gehen.
00:48:24: Andererseits ist eben Musik auch nur ein Teil des Lebens und Musik kann da auch nicht anders behandelt werden.
00:48:31: Und ich finde das super diese Sichtweise auf dieses Geschenk und diese Gabe, das finde ich sehr hervorragend weil dann glaubt man eben auch nicht mal muss es immer so ganz viel machen!
00:48:41: auf den Eindruck, dass dieses Versuchen ich muss irgendwie mehr üben oder mehr weiß ich nicht was.
00:48:48: Anstatt davon das man einfach geschehen lässt und es tun ist schon gut also es machen is schon gut Ich finde immer um heißt
00:48:55: to practice
00:48:57: praktiziere es halt ja und dann konzentriere dich vielleicht und schau das eben dass du das alles wie in Ordnung bringest sozusagen das alles geordnet aufgeräumt wird und das besser wirst oder dich entwickelst halt oder lernst.
00:49:09: aber Aber Hauptsache, du machst's halt.
00:49:12: Ich hab da schon eher so diese zwei Gewichtungen, einmal die wirkliche Struktur und in der Struktur sehr konzentriert ganz gezielt an bestimmten Themen arbeiten aber dann auf der anderen Seite braucht es eben auch dieses Loslassen und Freilassen und alles fließen lassen irgendwie
00:49:29: als Grundeinstellung einfach?
00:49:31: Naja beim Üben ist das schon für mich eine ganz krasse Konzentration.
00:49:35: Das ist wirklich so ein Lernen.
00:49:36: Und irgendwie auch reinprogrammieren und vielleicht eben nicht so einen ... Warum?
00:49:41: Der Grund, warum man überhaupt übt, verstehst du das?
00:49:43: Natürlich ist es viel, aber man will seine Möglichkeiten erweitern einfach nur.
00:49:47: Und in dem Moment einfach wie so ein Training.
00:49:51: Ja.
00:49:51: Der natürlich hat auch dieses Flow erleben
00:49:53: usw.,
00:49:54: das ist da.
00:49:55: Aber Schreuzung ist was anderes als eben zu spielen oder in der Situation zu interagieren oder fließen zu lassen, was gerade kommt.
00:50:05: Das sind, finde ich, zwei verschiedene.
00:50:07: Es ist halt immer eine Improvisation aber ... Ja
00:50:09: okay!
00:50:10: Genau das sind zwei, ja
00:50:11: genau.
00:50:11: Wenn man alles lernt dann geht es natürlich darum das zu üben oder eben zu lernen sie aufzumachen was so das meine ich ja.
00:50:17: also wenn ich finde dass erlebe ich halt oft dass da Leute ihre drei links gespielt haben und dann ist halt aus.
00:50:24: Dann versuche ich halt hey Jetzt mach auf und warte, dann kommst du schon.
00:50:28: Lass
00:50:28: kommen!
00:50:28: Ihr habt da auch noch andere
00:50:29: Themen?
00:50:29: Also wenn man halt improvisationen übt und lernt, dann ist es eben... Da muss man eben auch das sozusagen, dieses Aufmachen und Durchlässig sein und warten halt.
00:50:38: Das kann man, muss man dann eben auch üben und das ist fast eigentlich ja dann theoretisch eine spirituelle Praxis sozusagen.
00:50:43: Ja, total.
00:50:46: Also überhaupt mit sich ins Reine zu kommen und es dann auch gerne anzunehmen also Was dann dabei rauskommt, wenn sich irgendwann das offenbart was du offensichtlich bist.
00:50:58: Genau.
00:50:58: Das muss einem ja nicht immer im ersten Moment sofort gefallen ist ja auch oft so dass man es gar nicht so toll findet.
00:51:05: ich mag hier zum Beispiel immer schon mein ganzes Leben Ich mag limit also limitierte player zum beispiel.
00:51:11: Da stehe ich einfach drauf wo klar is da ist Schluss und die müssen.
00:51:18: Deswegen spiele ich auch gerne Singer-Songwriterplatten ein für Leute, die einfach mehr als die vier Chords gehen gar nicht.
00:51:25: Aber da ist so ein beseeltes... So eine Tiefe drin und die zu begleiten und dann irgendwie versuchen, wie kriegen wir das hin?
00:51:34: Dass diese Limitierung einfach stark dasteht.
00:51:39: Das habe ich dann irgendwann endlich mir eingestanden dass sich darauf stehe und auch, dass ich da eigentlich sogar bei Drams auch draufstehe.
00:51:49: Was dann dazu geführt hat das ich irgendwann aufgehört habe wirklich so hart Technik und sowas zu üben weil ich dann gemerkt habe ja aber die meiste Musik dich selber gerne höre Da ist technisch gar nicht so viel los Weil ich möchte diese Die Tiefe und dieses geerdete so tief in der Erde drinzustehen mit einem viel oder irgendeinem Gruf.
00:52:13: Das ist das, was ich super suche.
00:52:15: Mein Leben lang und eigentlich auch das Gefühl, dass ich als sechsjähriger ... Das hat mich geholt!
00:52:21: Ist aber trotzdem leichter jetzt auf der Basis von sehr viel Technik schon geübt haben?
00:52:27: Es ist eher ein Back to the Roots, aber ich habe natürlich die ganzen Jobs gefressen.
00:52:31: Das hilft natürlich dann schon.
00:52:32: Also dem Anfänger möchte man ja eben nicht sagen Spiele macht doch einfach reicht schon, finde ich immer also...
00:52:39: Ja, ja Das du hast recht, da hast du vollkommen
00:52:41: recht.
00:52:41: Aber es ist natürlich beides irgendwo wahr.
00:52:44: und ja...
00:52:44: Es gehört zum Prozess über die Jahre, das ist keine Erkenntnis, die man mit zwanzig hat.
00:52:49: Deswegen meine ich auch zu den verschiedenen Lebensphasen ganz natürlich dass diese heißspornige Phase in der wir uns irgendwie der ganzen Welt versorgen will und irgendwie schneller weiter das er hat eine berechtigten Platz in einer bestimmten Lebensphase.
00:53:07: aber wenn's dann um Musik geht das alles dann in so ein Gleichgewicht zu bringen, also man kann natürlich dabei bleiben und es tun ja auch viele.
00:53:16: Viele bleiben ihr ganzes Leben dabei und das will ich auch gar nicht verurteilen.
00:53:20: aber ich bin super froh dass ich das fühlen durfte, dass sich nicht... Ich muss mich ja gar nicht!
00:53:27: Ist ja überhaupt nicht nötig.
00:53:29: erwartet noch nicht mal jemand von mir.
00:53:31: warum soll ich das denn jetzt von mir erwarten?
00:53:33: Wenn jeder andere sich darüber freut, dass man ja plötzlich Luft ist für Für irgendeinen Solisten.
00:53:39: Ja,
00:53:41: das ist immer eine weitere Entwicklungsstufe.
00:53:43: Also was ich auf jeden Fall da jetzt mitnehme, ist aus Freiheit und Wahrhaftigkeit und Spiritualität dass ein Leben ohne Jazz zwar möglich ist
00:53:58: Aber es sind Lust.
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